BGH · V ZB 24/94 vom 16.09.1994
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des 15. Seinen rechtzeitig gestellten Antrag, ihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, hat das Oberlandesgericht durch Beschluß mit der Begründung zurückgewiesen, seinen Prozeßbevollmächtigten treffe ein Verschulden an der Versäumung der Frist; zugleich hat es die Berufung verworfen. Nach der vorgelegten eidesstattlichen Versicherung sei der amtlich bestellten Vertreterin seines Bevollmächtigten die Akte rechtzeitig mit Ablauf der Vorfrist zur Bearbeitung auf den Schreibtisch gelegt worden; es könne sie deshalb nicht entlasten, daß ihr Büropersonal sie weisungswidrig nicht nochmals auf den Fristablauf hingewiesen habe. Ihr bleibt aber auch der Erfolg versagt, soweit der Beschwerdeführer nunmehr geltend macht, ein Verschulden sei der amtlich bestellten Vertreterin deshalb nicht anzulasten, weil die Angestellte die Akte weisungswidrig nicht mit einem Fristvermerk auf einen speziell dafür vorgesehenen Platz gelegt habe. Denn alle Umstände, die für die Frage von Bedeutung sind, auf welche Weise und durch wessen Verschulden es zu der Versäumung einer Frist gekommen ist, sind grundsätzlich innerhalb der Zweiwochenfrist des § 234 Abs. 1 ZPO darzulegen und glaubhaft zu machen. der Kanzlei der amtlich bestellten Vertreterin seines Prozeßbevollmächtigten und über deren Erkrankung. Dem Vortrag in dem Wiedereinsetzungsgesuch und den dazu vorgelegten eidesstattlichen Versicherungen war weder ein Anhaltspunkt dafür zu entnehmen, daß die Büroangestellte neben dem vorgetragenen Grund sich auch über eine Weisung zur Ablage von Fristsachen hinweggesetzt habe, noch dafür, daß die amtlich bestellte Vertreterin ihrerseits an einer normalen Bearbeitung der Sache wegen Krankheit verhindert gewesen sei. Beide eidesstattlichen Versicherungen hatten vielmehr allein darauf abgehoben, daß die Akte mit dem Fristvermerk zwar vorgelegt worden, die Bearbeitung aber nur deshalb unterblieben sei, weil die Anwältin versehentlich nicht nochmals an den Ablauf der Vorfrist und der Hauptfrist erinnert worden sei.