BGH · V ZB 17/78 vom 24.11.1978
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Unterwirft sich der Eigentümer eines Grundstücks in einer nach § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO aufgenommenen vollstreckbaren Urkunde hinsichtlich eines im Grundbuch eingetragenen Grundpfandrechts der sofortigen Zwangsvollstreckung in der Weise, daß die Zwangsvollstreckung gegen den je-weiligen Grundstückseigentümer zulässig sein soll, so setzt die Eintragung der Unterwerfung in das Grundbuch (§ 800 Abs. 1 Satz 2 ZPO) nicht voraus, daß die Bestellung des auf Grund öffentlich beglaubigter Urkunden eingetragenen Grundpfandrechts nunmehr öffentlich beurkundet wird. Oktober 1977 zu notarieller Niederschrift, daß sie sich wegen eines Teilbetrages von 15 000 DM, welcher der Beteiligten zu 1 aus der - in der notariellen Urkunde genau bezeichneten - Briefgrundschuld zustehe, der sofortigen Zwangsvollstreckung in das Grundstück mit Wirkung gegen den Jeweiligen Eigentümer unterwerfe. Den auf Eintragung der Unterwerfungsklausel in das Grundbuch gerichteten Antrag der Beteiligten zu 1 hat der Rechtspfleger mit Beschluß vom 5. Januar 1978 zurückgewiesen, weil die Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung gegen den Jeweiligen Eigentümer in Ansehung einer Grundschuld in das Grundbuch nur eingetragen werden könne, wenn auch die Grundschuldbestellung in einer öffentlichen Urkunde beurkundet sei. Zur Begründung führt es aus, die Grundschuldbestellung sei entgegen dem Erfordernis des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO nicht notariell beurkundet. Dieses Erfordernis entfalle nicht deshalb, weil die Grundschuld bereits im Grundbuch eingetragen und in der notariellen Urkunde vom 21. « 39, 40) und des Oberlandesgerichts München (DNotZ 1941, 36) gehindert und hat deshalb die Sache gemäß § 79 Abs. 2 GBO dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt. Die Voraussetzungen für die Vorlegung der weiteren Beschwerde an den Bundesgerichtshof nach § 79 Abs. 2 GBO sind gegeben, weil das vorlegende Oberlandesgericht bei der Auslegung einer das Grundbuchrecht betreffenden Vorschrift des Bundesrechts von den auf weitere Beschwerden ergangenen Entscheidungen des Kammergerichts und des Oberlandesgerichts München abweichen will, nämlich bei Beantwortung der Frage, ob die Eintragung der Unterwerfungsklausel in das Grundbuch nach § 800 Abs. 1 Satz 2 ZPO voraussetzt, daß nicht nur die Unterwerfungsklausel, sondern auch die Bestellung des Grundpfandrechts in der Form des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO beurkundet sind. Die genannten Entscheidungen bejahen diese Frage und lassen auch keine Ausnahme für den Fall zu, daß - wie hier - das Grundpfandrecht bereits im Grundbuch eingetragen ist, so daß auch unter diesem Gesichtspunkt keine Bedenken gegen die Zulässigkeit der Vorlage bestehen. Bei der für die Entscheidung maßgeblichen Auslegung des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO wird in Rechtsprechung und Schrifttum vielfach die Auffassung vertreten, daß nicht nur die Unterwerfungserklärung, sondern auch die den Anspruch enthaltende Erklärung in der Form des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO beurkundet sein müßten, wobei teils Niederlegung beider Erklärungen in der nämlichen Urkunde (KG DNotZ 1932, 39, 40; Buhe, GruchBeitr 58, 369, 375, 378 und DNotZ 1912, 312, 313) gefordert, teils Verweisung der die Unterwerfungserklärung enthaltenden Urkunde auf eine die anspruchsbegründende Erklärung enthaltende, ebenfalls in jener Form errichtete Urkunde für ausreichend erachtet wird (LG Hamburg, DNotZ 1969, 108; stellt sie hinsichtlich des Anspruchs kein Formerfordernis auf.Eine entsprechende Verdeutlichung erstrebt, worauf das OLG München, DNotZ 1936, 33, 36 hinweist, der ZPO-Ent-wurf von 1931. Danach sollte im neuen § 792 Nr. 6 (anstelle des § 794 Abs. 1 Nr. 5) die geltende Formulierung durch die Worte "sofern die Urkunde einen Anspruch betrifft ...” ersetzt werden, und zwar nach der Begründung mit dem Ziel, es solle klargestellt werden, daß nur die Unterwerfungserklärung, nicht auch die Anspruchsbegründung der Beurkundung bedürfe (Entwurf S. § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO schafft einen Vollstreckungstitel für zu dem Urkundenprozeß geeignete Ansprüche, wenn sich der Schuldner wegen eines solchen Anspruchs in der vorgeschriebenen Form der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen hat. September 1964 - V ZR 143/62 - DNotZ 1965, 544, 546), so daß auch nur sie der besonderen, für die Entstehung des Vollstreckungstitels vorgeschriebenen Form bedarf.Es ist kein Bedürfnis dafür ersichtlich, den Formzwang auf die Entstehung des Anspruchs zu erstrecken. § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO unerläßlichen Aufnahme des Anspruchs in die die Unterwerfungserklärung enthaltende Urkunde kann deshalb nur die Bedeutung beikommen, den Anspruch in einer für die Zwangsvollstreckung geeigneten Weise zu bezeichnen, mithin eine deklaratorische Bedeutung, die der obigen Auslegung des Begriffs "Urkunde über einen Anspruch” entspricht. Der Senat gelangt deshalb zu dem Ergebnis, daß die Zwangsvollstreckung aus in der Form des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO errichteten Urkunden betrieben werden kann, wenn sich der Schuldner in der Urkunde der sofortigen Zwangsvollstreckung bezüglich eines zu dem Urkundenprozeß geeigneten Anspruchs unterworfen hat und der Anspruch in der Urkunde in einer die Zwangsvollstreckung ermöglichenden Weise bezeichnet ist. 3. Auf die weitere Beschwerde war deshalb der Beschluß des Landgerichts vom 23, Februar 1978 aufzuheben und das Amtsgericht anzuweisen, von seinen Bedenken abzusehen.