BGH · V ZB 11/72 vom 17.03.1972
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des 1. Das Oberlandesgericht hat die zweiwöchige Frist für den Wiedereinsetzungsantrag (§ 254 ZPO) als versäumt angesehen, weil ein etwaiges Hindernis im Sinne von § 233 ZPO spätestens am 1. Februar 1972 an das Oberlandesgericht ergibt, hatte der Beklagte spätestens an diesem Tag das Schreiben des Oberlandesgerichts vom 26. Die dem Beklagten bis dahin zugegangenen, einander widersprechenden Mitteilungen über das Ende der Berufungsfrist stimmen, wie auch für den Beklagten erkennbar war, jedenfalls im Ergebnis dahin überein, daß die Berufungsfrist spätestens Ende Januar 1972 abgelaufen war; insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall wesentlich von dem von der Beschwerde herangezogenen Entscheidungsfall IV ZB 69/71 (Beschluß vom 15. Februar 1972 zu erwarten, daß er beschleunigt einen Anwalt zu Rate zog und nicht untätig blieb,bis das Oberlandesgericht auf die Urteilsübersendung reagieren würde. Januar 1972 eine Sorgfaltsverletzung des Anwalts enthielt, die dem Beklagten zuzurechnen war (§ 232 Abs. 2 ZPO; damals war das Mandats Verhältnis, anders als in den Entscheidungsfällen LM ZPO § 233 Nr. 40 und 46, noch nicht erloschen). Unerheblich ist auch, ob eine eigene Sorgfaltsverletzung des Beklagten nicht schon darin lag, daß er nach der ihm mitgeteilten Tatsache der Zustellung des anzufechtenden Urteils das Mandat des bisherigen Anwalts kündigte, ohne gleichzeitig von sich aus über die zur recitswirksamen Urteilsanfechtung nötigen Schritte anderweitigen Rechtsrat einzuholen. Nach allem hat das Oberlandesgericht zutreffend den Wiedereinsetzungsantrag als unzulässig verworfen; infolgedessen mußte auch die Berufung als unzulässig verworfen werden.