BGH · V BLw 3/63
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3,4 ha Hopfengärten und 13 ha Wald umfassenden landwirtschaftlichen Anwesens in Lohwinden, auf dem seit Anfang 1956 ein selbständiger landwirtschaftlicher Betrieb nicht mehr unterhalten wird» Im Januar 1956 verpachtete die Antragsgegnerin den größten Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Grundstücke an benachbarte Bauerno Mit der Antragstellerin schloß die Antragogcgnerin an 22* Januar 1956 einen schriftlichen Pacht-austauachvertrag, in dem sie der Antragstellerin für die Zeit vom 1. Februar 1956 bis zu dem Io Februar 1966 ein Ackergrundstück von rund 1 ha, eine Wiese in Größe von 0,034 ha und eine Ackerfläche von rund 0,3 ha Größe verpachtete, während die Antragstellerin ihrer Mutter ein Grundstück in Größe von rund 1,34 ha pachtweise überließ, das die Antragsgegnerin dann an einen Landwirt gegen einen jährlichen Pachtzins von 240 DM weiter verpachteteo Am 23o Januar 1956 verpachtete die Antragsgegnorin ein Ackergrundstück von 1 ha für die Zeit vom Io Februar 1956 bis zu dem 31 o Oktober I960 an den Landwirt der je- Juni 1956 übernahm die Antragsteller!n das von Antragstellerin waren in Wirklichkeit größer als in den Verträgen vom 22* und 23» Januar 1956 angegeben» Eine Klage der Antragsgegnerin auf Zahlung von weiterem Pachtzins wurde jedoch abgewiosen, v/eil die Beteiligten bei der Übernahme der gepachtete Grundstück» Die Pachtgrundstücke der Pachtung S Durch Einschreibebrief vom 24 o Juni 1961 - eingegangen bei der Antragstellerin am 28« Juni 1961 - kündigte die Antragsgegnerin den Pachtvertrag Uber das ursprünglich an Schneider verpachtete Grundstück zu dem 1. ist der Auffassung, daß eine Kündigung des Pachtaustauschvertrages nicht vor dom 1 • Februar 1966 möglich sei und daß der mündliche Pachtvertrag vom 6« Juni 1956 erst zu dem 60 Juni 1962 gekündigt werden könne« Sic hat am 9» Oktober 1961 mit der Begründung, daß sie zur Sicherung ihrer Existenz auf das Pachtland angev/iesen sei, beantragt, über die Wirksamkeit der Kündigung des Pachtaustauschvertrages anstelle des Prozeßgerichts zu entscheiden, die Kündigung für unwirksam zu erklären und die Pachtdauer des ursprünglich von Schneider gepachteten Grundstücks auf weitere sechs Jahre festzuoetzen. Hilfsv/eiso hat die Antragstellerin gebeten, den Pachtschutzantrag, siv/cit er verspätet sein sollte, nachträglich zuzulasseno Die Verpächterin hat Zurückweisung der Anträge beantragte Sie hält den Pachtschutzantrag für verspätet» Im übrigen macht sie geltend, der auf zehn Jahre abgeschlossene Pacht-austauschvertrag sei durch mündliche Vereinbarungen hinsichtlich der Pachtfläche und des Pachtzinses abgeändert worden« Dieser abgeänderte Vertrag.unterliege als formloser Vertrag der Kündigung zu dem Schluß des Pachtjahres. Die Rcchtsbeschwerde ist, da sie vom Oberlandesgericht nicht zugelasscn ist (§24 Abs. 1 LwVG) und auch keiner der Palle des § 24 Abs. 2 Kr. 2 LwVG vorliegt, nur zulässig, wenn das Beschwordegericht von einer in der Rechtsbeschwerdebegründung angeführten Entscheidung eines der in § 24 Abs. 2 Hr. 1 LwVG bozeichnoten Gerichte abgewichen ist und der Beschluß auf der Abweichung beruht. Das Gericht kann den Antrag nachträglich zulassen, wenn es zur Vermeidung einer unbilligen Härte geboten erscheint und der Vertrag noch nicht abgelaufen ist (§ 8 Abso 3 Satz 2 LPG), Bei Berücksichtigung dieser allgemeinen Grundsätze dürfe nicht außer Betracht bleiben, daß die Antragstellerin - nach ihren eigenen Angaben - auf den gepachteten Ackergrundstücken die Anbau- und Erntearbeiten durch familienfremde landwirtschaftliche Unternehmer besorgen lasse und auf den gepachteten Grünlandgrundstücken lediglich sieben Mutterschafe mit den dazu gehörigen Lämmern weiden lasse» Eine derartige Nutzung der Pachtgrundstücke sei zwar noch als eine landwirtschaftliche Nutzung im Sinne des Landpachtgesetzes anzusehen; doch könne in ihr die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Antragsteilerin weder ganz oder auch nur zu einem wesentlichen Teil begründet sein» Die ordnungsmäßige Düngung, Bearbeitung und Bestellung landwirtschaftlicher Nutzflächen sei - mindestens auf längere Zeit - bei einer derartigen Wirtschaftsweise nicht gesichert .\ Diese Art der Nutzung von Pachtgrundstücken könne daher mit den berechtigten und berücksiehtigenswerten Belangen der Verpächterin nicht in Einklang gebracht werden» b) Die Hechtsbeschwerde macht geltend, das Beschwerdegericht sei von mehreren Entscheidungen des Oberlandesgerichts Celle, insbesondere von den Beschlüssen vom 13» Februar 1951 (RdL 19519 138) und 17» September 1956 (HdL 1957, 80) abge-v/ichon, weil es bei der Entscheidung über die nachträgliche Zulassung des Pachtschutzantrages lediglich geprüft habe, ob der Antrag sachlich Erfolg verspreche oder nicht» Außerdem sei das BescHwcrdegcricht, da es offensichtlich den Antrag, auf Pachtvcrlängerung als unbegründet zurückgewiesen habe, auch von dem Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 20» Oktober 1953 (V BLw 48/53? nonmen habe» Das Oberlandesgericht Celle hat in dem Beschluß vom 13» Februar 1951 ausgesprochen, daß die Gründe für die nachträgliche Zulassung des Pachtschutzantrages nicht die gleichen seien, die für eine Verlängerung des Pachtverhältnisses in Betracht kämen; die Gründe für die Zulassung dos Antrages träten vielmehr an die Stelle der Gründe für eine Y/iedereL nsetzung in den vorigen Stand» Auch in dem Beschluß vom 17« September 1956 heißt es, die nachträgliche Zulassung des Pachtschutzantrages ähnele einer Y/iedereinsetzung in den vorigen Stand gegen den Ablauf der Beschwerdefrist» Der Rechtsbeschworde ist darin zuzustimmen, daß das Beschwerdegericht bei der Auslegung des § 8 Abs» 3 Satz 2 LPG von den vorbczeiehncten Entscheidungen des Oberlandesgerichts Celle insofern abgewichen ist, als es die Ablehnung der nachträglichen Zulassung de3 PachtSchutzantrages darauf gestützt hat, daß eine Pachtverlängerung nicht in Betracht komme, während nach Auffassung des Oborlandesgerichts Celle die Frage, ob der Pachtschutzantrag sachlich Erfolg verspricht oder nicht, für die Entscheidung Uber die Zulassung eines verspäteten Antrages keine Rolle spielt» Eine Abweichung im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr» 1 LwVG liegt somit vor« Die Zulässigkeit der Rcohtsbeschwerde setzt jedoch weiter voraus, daß der angefochtene Beischluß auf der Abweichung beruht. Das Oberlandesgericht hat nicht etwa, wie die Rechtsboschwerde meint, den Antrag auf Pachtverlängerung als unbegründet zurückgewiesen,sondern ebenso wie da3 Amtsgericht - wenn auch mit anderer Begründung - eine nachträgliche Während das Amtsgericht der Auffassung ist, daß die Antragstollerin an der Versäumung der Antragsfrist ein Verschulden treffe, hat das Beschwerdegoricht die Zulassung des Antrages mit der Begründung abgolehnt, daß der PachtSchutzantrag selbst nicht gerechtfertigt sei. Bioscm Unterschied kommt jedoch bei der Beantwortung der Präge, ob der angefochtene Beschluß auf der geltend gemachten Abweichung beruht, keine entscheidende Bedeutung zu; denn das Beschwerdegoricht wäre ohne die geltend gemachte Abweichung, also bei Zulassung des Pachtschutzantrages, nicht zu einer anderen Entscheidung, sondern ebenfalls zu einer Zurückweisung dos Pachtschutzantrages gelangt. Eine Abweichung im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG wäre allerdings zu bejahen, wenn das Oberlandesgoricht bei der Prüfung der : sachlichen Voraussetzungen für eine Pachtvorlängerung von den BcchtsgrundSätzen abgewichen wäre, die der Senat im Beschluß vom 20. oder zu einen wesentlichen Teil von den Fortbestehen des Pachtverhältnisses abhängig isto Das Oberlandesgericht hält auch bei der Wirtschaftsweise der Antragstellerin eine ordnungsmäßige Bewirtschaftung des Pachtlandes auf die Dauer nicht für gesichert * Im übrigen hat das Beschwerdegericht entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde - wenn auch mit einer recht knapp gehaltenen Begründung - eine Intercssenabwägung vorgenommen» Die Begründung des angefochtenen Beschlusses ergibt eindeutig, daß nach Auffassung dos Öberlandesgerichts die weitere Nutzung des Pacht-landes für die wirtschaftliche Existenz der Antragstollerin nicht entscheidend ist und daß die Interessen der Antragsgegnerin einer Pachtverlängerung entgegonstehen» Es trifft deshalb nicht zu, daß das Beochwerdegericht bei der Auslegung des § 8 Abs. 1 LPG von der Rechtsauffassung des entscheidenden Senats abgewichon wäre« Ob für die Entscheidung über den Pachtschutsantrag selbst eine weitere Aufklärung des Sachverhalts erforderlich gewesen wäre, ist für die X:ragc der Abweichung ohne Bedeutung» Eine etwaige Gcsetzeo-verletzung allein vermag die Zulässigkeit der Rochtsbeschwcrde im Falle des § 24- A.ba.