BGH · V BLw 96/51
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
. Me Hechtsbeschwerde'gegen den Beschluß des 1o Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Braunschweig vom 5* September 1951 wird auf Kosten des Antragsgegners zurückgewiesen„ Dieser hat auch die der Antragsteilerin außerhalb des Becntsbesc!iwerdeverfahrens entstandenen Kosten zu erstatten« Ser Vater der Antragstellerin hatte vom Lande die Loriine St* in durch Vertrag vom 9© Februar 1935 bis zu dem 1« Juli 1944 ge- Am 15o Januar 1946 ist der Vater der Antragstellerin verstorben und von der Antragste11erin allein beerb wordene Lern Dhenann der Antragstellerin, der von einem Ablauf des Pachtvertrages zu dem 1, Juli 1946 ausging und sich um die Pachtung der Domäne bewarb9 wurde von Braun sein.eigischen Staatsministerium mit Schreiben vom 11» Juni 1946 mitgeteilt 1 daß sein Antrag auf Pachtung der Domäne abgelehnt sei und die Domäne am 11 Juli 1946 abgegeben werden müsseo In seiner Antwort vom 14„ Juni 1946 wies der Ehemann 'der Antragstellerin darauf hin, daß das Pachtverhältnis9 wie ihm inzwischen bekanntge-worden sei, auf Grund der Verordnung über außerordentliche Maßnahmen in Pacht-, Landbewirtschaftungs- und EntschuldungsSachen vom 11« Oktober 1944 verlängert worden sei und frühestens zu dem Schluß des nach Kriegsende folgenden Pachtjahres gekündigt werden könne; eine Beendigung des Krieges sei bisher nicht eingetreten, womit die von ihm bisher angenommene Beendigung des Pachtverhältnisses zu dem 30„ Juni 1946 entfalle« Das Br^j November .1946 im lande ITi e de r s ac hs en auf gegangen war, naben eie Antragstellerin und ihr Ehemann wiederholt den Versuch gemacht; die Domäne wiederzuerlangen0 Da diese Versuche nicht zu dem Erfolg führten? hat die Antrags teil er in im Septembei* 1949 beim Amtsgericht (Land-wirtsohaftsgerlokt) das gegenwärtige Verfahren auf Wiehere inraumung des Pachtbesitzes und auf Schadensersatz anhängig gemacht« Über den Schadensersatzanspruch hat das Amtsgericht bisher nicht entschieden, dem Wiedereinräumungsanspruch hat es aber durch Beschluß vom 14. Zum Wiedereinräumungsanspruch hat das Ober!andesgericht auf die sofortige Beschwerde des Armeragsgegners durch Beschluß vom 14o Juni 1950 anstelle der vom Amtsgericht ausgesprochenen Verurteilung auf Wiedereinräumung des Pachtbesitzes die Feststellung getroffen? daß der Antragsgegner verpflichtet sei-, den Pachtbesitz an der Domäne bis zu dem 30 0 Juni 1950 wieder einzuräumen« Die Wechtsbeschwerde des Antragsgegners hat. der erkennende Senat durch Beschluß vom 3» April 1951 (V BLw 60/50) insoweit zurückgewiesen, als das Oberlandesgericht festgestellt hatte, daß.der Antragsgegner den Pachtbesitz bis zu dem 30« Juni 1949 einzuräumen, hats für 'die Zeit danach; also, für das Pachtjahr vom i* Juli 1949 bis zu dem 30* Juni 1950, ist durch die vorbe-zeichnete Entscheidung der Beschluß des Oberlandesgerichts aufgehoben und die Sache in diesem Umfange zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Beschwerde-' gcricht zurückverwiesen worden, den auch,.die Entscheidung über die Kosten des Becht s besc hwerdever fahrens , übertragen worden ist» In den Gründen hat der erkennende Senat. durch, die Verordnung vomH«-' ' Oktober 1944 das Pachtverhältnis „über..den' 30Juni- Das Beschv/erdegericht hat durch prozeßleitende ft Verfügung unter Fristsetzung den Beteiligten ’aufgege^ >| oeri; unter Beweisantritt dazu Stellung zu nehmen, ob/« -/ wann und in welcher weise eine Kündigung des Pachtver- .’} träges zu dem ,30* Juni 1949 erfolgt sei;; Die Antragstei-g/A; ierin hat darauf ein Kündigungsschreiben des Antrags- , fegners vom 28o harz 1950 überreicht und dazu bemerktwg irgendeine weitere Kündigung des'-Fachtyerhäitnisses';'r;; j' sei nicht erfolgt,. daß der;Anträgsgegner; gwj-verpflichtet war, der Antragstellerin'den Pachtbesitz / j bis zuu 30o Juni 1950 einzuräumen, und/ äemriAntragsgeg- " her die gesamten Kosten des Beschwerden1 und’ Heclitsbe- r, schv.erdevdrfahrcns einschließlich "der der^Anifagstei-' ; / ierin außerhalb des Verfahrens entstandenen aüibrlfegt/ y:iit der Dechtsbeschwerde verfolgt;"der/Ant r seinen Antrag auf Abweisung des Peststellungsantrages soweit über ihn nicht bereits rechtskräftig erkannt . handlung vor den Beschwerdegericht /mündlich-vorgetra-gen; Br habe schon bei seinen, Verhandlungen .'mit dpi, Antragstellerin und ihrem Ehemann im Jahre* i946rzu demfr -Ausdruck gebrachtdaß er das Pachtverhältnis; zu*dem: ■* --nächstzulässigen Termin kündigen wolle.» auch sei aus die-s er* Grunde nicht an zu nehmen, daß-aiq ^Vertreter -xd:es^ An-tragsgegnerp in der 2eit bis -zürnv 24*> April 194:7leine v ' Kündigung hätten aus sprechen, wol len» d S ewe il ^d e^ ^Ant r ags -gegner damals eind Herausgabe .der*pomane ;ver 1 ahg t ,>pder eine Rückgabe an die .Antrags teil er in - verweigert, :fciäj3e^ sei dies nicht mit dem Taillen geschehen, -ein bestehendes [/ durch Kündigung, sondern durch einen anderen.Tatbestand (nämlich durch die nit der Antragsteilerin und ihren Ehemann vereinbarte Beendigung des Pachtverhältnisses) bereits erloschen sei« Erklärungen aus" der Zeit vor dem 24 o April 1947 hätten .-jedoch für-die' ! könne eine; Kündigung nicht erblickt werden, da dieses Schreiben nur die al- ' te Bechtsauffassung des Antragsgegners' wiedergebe, daß der Vertrag erloschen sei„ Erst das..von :der‘''Antragstel-1 erii: üoerreichte Schreiben voh 28o Eärz 1950 spreche erstmalig eine ausdrückliche Kündigung^selbst v;enn der Antragsgegner schon früherden p7illen gehabt . habe, das Pachtverhältnis, auf, jeden Pall ;zü: lösen,fauch wenn seine Becht-sauffassung über, die .Beendigung Fessel-■ ben durch Vereinbarung mit der AntragsteIlerin ühdrih- ; • rem Ehemann nicht.zutreffend seiner Vertreter (vor den Sehreiben ; von 28* Härz 1950) nicht der Dille zu dem Ausdruck gebracht worden sei,. das Pachtverhältnis durch eine Kündigung zur Auflösung zu bringen, so handelt es sich dabei ura eine tatsächliche Würdigung des Sachverhalts durch das Beschwerdegerichto •• Angriffe der Hechtsbeschwerde sind daher nur beachtlich, wenn diese l'urdigung des Sachverhalts auf einen Hechtsverstoß beruhtet renn also ein Verstoß gegen heiligesotze , gegen allgemeine Er-fahrungs- oder Ausiegüngssätse; vorlüge oder dem Be-schwerdege.richt Verfahrensverstöße zur Last fielen0 Al- , les dies liegt aber nicht vor» Beueisanträge zur Präge einer Kündigung, denen das Beschwerdegericht zu Unrecht nicht nachgegangen wäre, hatte der Antragsgegner nicht gestellts die in der Hechtsbeschwerdebegründung (unter Hr' 2 derselben) in Bezug genommenen Bev;eisantrage bezogen sich nicht auf eine Kündigung,' sondern;auf die Präge der Anwendbarkeit der Verordnung vom 11 <> Oktober 1944o Auch ist die Auslegung möglich,:daß in den Schreiben des Antragsgegners vom 1.1 „ Juni 1946 und 25» Juli 1947 der Dille, das .Pachtverhältnis ; durch diese' Schreiben zur Auflösung zu bringen,, nicht zu dem Ausdruck gebracht worden ist 0 iliclit mit Unrecht stellt, das Beschwerdege- sei für die Antragstellerin:nicht genügend erkennbar gewesen; sie habe der Ansicht' sein können?