BGH · V BLw 68/51
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gung innerhalb roh 3 Monaten, so endet nach Ermessen der Verpächterin das Pachtverhältnis mit dem Ablauf des darauf folgenden Pacht Jahres* Die Pacht ist in Frucht lieferbar«» Die Pachtvergütung hat je sur Hälfte im voraus* zur anderen Hälfte nachträglich jeweils am 1« November eines jeden Jahres zu erfolgen* so dass also am 1« November 1947 erstmalig die Hälfte der Pachtvergütung an die Verpächter in abzuliefern Am llo Oktober 1950 hat die untere-Landwirtachaftsbe-hörde die Genehmigung zu dem ihr erst damals vorgelegten Vertrage "wegen des in Natural festgesetzten Paohtprei-ses von Z Sz Weizen” versagt« Nachdem der Antragsteller Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt hatte, hat auch das Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht} die Genelmi- zugestellt worden ist, nicht dagegen der Beschluss des Oberlandesgerichts, hat auf entsprechenden Hinweis(§ 30 Abs 1 LVO) im Rechtsbeschwerdeverfahren erklärt, das3 sie auf Nachholung der Zustellung verzichte und von einer Stellungnahme im Rechtsbeschwerdeverfahren abseheo Auf Grund der Angaben des Antragstellers vor dem Ambsgerieht,durchschnittlich würden 20 bis 25# der Pachtfläche mit Weizen bestellt und der Durchschnittsertrag belaufe sich auf 7 bis 8 dz je Morgen, hat das Amtsgericht angenommen, dass der Antragsteller die für eine Erfüllung schaftlich nicht gerechtfertigt angesehen, weil uie dem Antragsteller auferlegte Leistung einer Hauptfrucht des Pachtgutes auf ihm nach der Größe der Wirtschaftsfläche nur im günstigsten Ausnahmefall erzeugt werden könne und auch dann für den Eigenbedarf der Pächterfamilie und des Betriebes nichts übrig bleibe; ein Pachtzins werde nicht dadurch zu einem gerechten, dass dem Pächter weitere Erzeugungsmöglichkeiten auf ihm gehörigen Grund und Boden zur Verfügung ständen, die einen Zuschuss für den Pachtbetrieb gestatte-ten«. sie nehme aber den Pächtern die Möglichkeit des innerbetrieblichen Ausgleichs der Produktionskosten« Von einer vertragsgestalbenden Auflage hit das Amtsgericht; wie es am Schluß der Grunde seines Beschlusses noch hervorhebt; abgesehen, weil nach dem Eindruck in der Verhandlung die Vertragsteile zu einer Vertragpänderung nicht bereit seien. Das Oberlandesgericht geht dävyh äU»> dass die Vereinbarung einer Naturalwer‘t^acht wegen Ver3tosses gegen § 3 des - wenn auch erst nach Abschluss des Pachtvertrages erlassenen - Währungsgesetzes picht rechtswirksam ttnd die Vereinbarung einer Natural jpacht volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigt sei, weil sie ein überflüssiges Zwischenglied in den normalen Verlauf der GetreideVersorgung des Volkes einschiebe* , • I Gegenüber den Angriffen der; Rechtsbeschwerde ist den Vorinstanzen dm Ergebnis zuzustimmeho Beschwert kann sich der Antragsteller nicht dadurch fühlen, dass die Vorinstanzen ihr.er Beurteilung, die zur Zeit der Entscheidung ^geltenden Genehmigungsvorschriften zugrunde gelegt haben* Denn wie die*Vorinstanzen zutreffend hervorheben, bedurfte der Pachtvertrag vom 20« Juli 1946 auch nach dem zur Zeit des VertragsSchlusses geltenden Recht der Grundstücksverkehrsbekanntmachung vom 26« .Januar 1937 einer behördlichen Genehmigung; er war daher bei Inkrafttreten der Vorschriften des Sontrollratsgesetzes Nr 45 und der Britischen Militärregierungsverordnung Nr 84 (24» April 1947) noch schwebend unwirksam, über die Genehmigungserteilung war daher nach den Vorschriften des neuen Rechts zu entscheiden (Beschluss des erkennenden Senats vom 8* April 1952, dem Antragsteller wäre im Fälle der Vorlage des Vertrages vor dem 24* April 1947 Von der Landwirtschaftsbehör-de die Genehmigung erteilt Worden, weist das Beschwerdege-rieht bereits zutreffend darauf hin, dass damajs der Wei- Von den Vorinstanzen war-hiernach die Genehmigung zu versagen, wenn die Vertragsbedingungen Volkswirtschaft-* * % lieh nicht gerechtfertigt sind (Art III Kr 5 c BrMilRegVO Kr 84)* Bie Vereinbarung e liier Katuralpacht i3t an sich volkswirtschaftlich nicht ungerechtfertigt, eine Auffassung, die sich im Laufe der Jahre* immer mehr durchgesetzt hat (vgl Beschluss des erkennenden Senats vom 50* Hovem- ’ ber 1951» V Biw 47/50, Hechten*1952» 47 /48/S7 «»it wei-teren Nachweisen; werter Fipcher - Wöhrmann, Landpachtge-setz, § 6 Bern III und Langei-Wulff, Landpachtrecht, Fußnote S 44). ungerechtfertigt sein, z«B« dann, wenn der Pächter durch die vereinbarten Pachtleistungen zu sehr in seiner Bewirtschaftungsfreiheit eingeschränkt wird* Das ist hier der Fall« Nach dem Vertrage hat; der Antragsteller 2 dz Weizen vom'Morgen zu leisten, insgesamt also *50 x 2 = 100 dz. Das Amtsgericht ist auf Grund der Angaben des Antragstellers, dass er durchschnittlich 20 bis 25$ der .Pachtfläche mit Weizen bestelle und der Durchschnittsertrag sich auf 7 bis 8 dz je Morgen belaufe, zu dem Ergebnis 'gekommen, dass die vereinbarte Leistung von der Wirtschaftsfiäche nur im günstigsten Ausnahmefall erzeugt werden könne und dass nichts für den Eigenbedarf der Pächterfamiiie und des Betriebes übrig bleibe« Hur wenn man der Bestellung mit 7/eizen Pachtgegenstand aus der Hand gibt und ohne die Gestattung eines Naturalpachtzinses sehr viele Eigentümer landwirtschaftlicher Besitzungen zu dem Nachteil tüchtiger Pächter und damit der zu erstrebenden höchstmöglichen Erträge des landwirtschaftlichen* Bodens sich nicht zu einer Verpachtung mehr euf^phlAessen würden« SfL.islL gerechtfertigt, dem Verpächter für die Ausderhandgabe des Pachtgegenstandes wertbeständige Sachwerte zu verschaffen, die er selbst bei Eigenbewirtschaftung auch nicht erwirtschaften könnte; das ist sogar für den Betrieb des Pächters höchst nachteilig, weil er einmal gehalten ist, bei der Bewirtschaftung Jahr fihp Jahr die nach der Frucht-wechseifolge höchstzulässige Fläche mit Weizen zu bestellen, und zu dem andern sogar die im Durchschnitt der Jahre trotzdem noch zu erwartende Fehlmenge ander\7eit zu beschaffen« Nur vertretbar vom Standpunkt der Volkswirtschaft, für die es darauf ankommt, dass der Pächter durch Ernährung des Volkes zu erwirtschaft-jh, wind daher Naturalpaohtleistungen, die aus dem Pauhi.gsgenscand gewonnen werden können,, Dieser Grundsatz ergib:; sieh auch aus dem Landpachtge-3e*cz vom 25- Juni 1952 (BGBl I, 338; § 6 Abs 3)» das gegenüber der bisherigen Rechtslage grundsätzlich einer freieren Gestaltung der Rechtsbeziehungen durch die Vertragsschliessenden Raum geben will».'Der Umstand, daß im vorliegenden Pali der Antragsteller'auch noch Eigen- volkswirtschaftlich gerechtfertigt zu .genehmigen, der ’’ selbe Pachtzins aber alsbald -(oder sogar durch dieselbe Entscheidung, wenn mit einem Genelimigungsverfahren ein“ Pachtschutzverfahren aus § 5 RPO verbunden, wäre) in einem Pachtschütz verfahren'zu beanstanden und abzuändem wäre, auch wenn vom Zeitpunkt der Genehmigung ab' die Verhältnisse unverändert geblieben sind. dass ausser dem an den Verpächter ah zugebenden Natüral-ertrag einer Fruchtsorte noch der Eigenbedarf des Pachtbetriebes berücksichtigt werden muss (vgl Fischer-Wöhrmann, aaO § 6 Bern III, 1 S.*56), im vorliegenden Fall absehen kann, weil der Antragsteller noch 40 Morgen Eigenland hat, kann dahingestellt bleiben« In gleicher oder ähnlicher Weise wirkt es sich für die Wirtschaft des Antragstellers auch aus, wenn er ni<Jht 2 dz Weizen je Morgen Pachtfläche in Natur zu liefern, sondern den am 1« November eines jeden Jahres geltenden Weiaenpreis an die Antragsgegnerin zu entrichten h^t* Die besonders- starken Weizenpreiserhöhungen (vgJL dajju die Übersicht bei Fischer-Wöhrmann, aaO S Öl, weiter für das Getreidewirt-schaftsjahr 1952/53 5 1 des G|tr§idepreisgesetzes vom 9* Juli 1952, BGBl I, 363) solLen einer rentablen Wirtschaftsführung dienen und daher den Inhabern landwirtschaftlicher Betriebe zugute kommen; durch eine belastet, weil er sogar einen1 erhöhten Pachtzins für * Weizenmengen bezahlen muss, deren Gewinnung aus dem Pachtgegenstand nicht möglich ist* Auch die Naturalwertvereinbarung muss daher iii vorliegenden Fall als volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigt angesehen werden, wobei die Frage dahingestellt bleiben kann, ob die gegen die Kechtswirksamkeit einer solchen Vereinbarung aus § 3 des Währungsgesetzes sich ergebenden Bedenken begründet sind. Als volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigt müsste auch noch die Vertragsbestimmung angesehen werden, dass, wenn der Marktpreis um mehr als 1/4 seit Vertragsabschluss steige und eine Einigung über die neue Pachtvergütung nicht innerhalb 3 Monaten zustande komme, das. dass nur Haturalleistung verlangt werden könne, so kommt eine solche Lösung bereits nach* den vorstehenden Ausführungen nicht in Frage* Aber auch sonst hat das Amtsgericht von einer «vertragsgestaltenden Auflage« abgesehen, weil nach dem in der Verhandlung gewonnenenjBindruck die Vertragsteile zu einer Vertragsänderung nicht bereit seien* La es sich nicht um die Anordnung, ein^r Auflage, sondern einer Bedingung handeln würde (OLG Stuttgart, RechtdLandw 1951* Auch wenn man nicht dasj .bisherige Recht, sondern die Bestimmungen des Landjpachtjgesetzes vom 25* Juni 1952 (BGBl I, 345) der rechtlichen Beurteilung zugrundelegt (§ 16 Abs 2 Satz 2 u 3 LPG:)?