BGH · V BLw 47/52
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Antragsteller, Beschwerde- und Rechtsbeschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt flMIP in wegen Herausgabe eines Obstgartens hat der V» Zivilsenat des Bundesgerichtshofs als Senat für Landwirtschaftssachen in der Sitzung vom 29* September 1952'unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Prof, Br, Pritsch sowie der Bundesrichter Br« Hückinghaus und Br» Tasche beschlossen* Bie Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens werden dem Antragsgegner auferlegt, der den Antragstellern auch die ihnen ausserhalb des Rechtsbeschwerdeverfahrens entstandenen Kosten zu erstatten hat.» Im Jahre 1948 überließ der Eigentümer dem Antragsgegner die Nutzung dieses Obstgartens, Als Entgelt sollte der Antragsgegner die Hälfte des Erlöses aus der Verwertung des Obstes an seinen Vater abführen« Dieser hat, nachdem es zu Zwistigkeiten mit dem Antrags-gegner gekommen war, das Vertragsverhältnis im Januar 1951 gekündigt und im folgenden Monat die Besitzung auf seine Tochter, die Ehefrau Maria über- Das Oberlandesgericht in Hamm hat die gegen diese Entscheidung eingelegte sofortige Beschwerde des Antragsgegners zurückgewiesen. Dem Anträge der Antragsteller war hinsichtlich der im Verfahren entstandenen Kosten nach § 50 IVO zu entsprechen, da der Antragsgegner das von ihm eingelegte Rechtsmittel nicht durchgeführt hat und es daher der Billigkeit entspricht, dass er die von ihm veranlassten Kosten trägt* Darüber hinaus waren ihm auch die den Antragstellern ausserhalb des Rechtsbeschwerdeverfahrens entstandenen Kosten auf Grund des § 51 IVO aufzuerlegen-Die von dem Beschwerdegericht nicht zugelassene Rechtsbeschwerde war nämlich von Anfang an unzulässig, da der Wert d03 Beschwerdegegenstands die im § 2 Abs 1 LVR für iie Zulässigkeit dieses Rechtsmittels vorgesehriebene Summe von 6000,-DU nicht überstieg, denn es kam für die Wertberechnung nicht, wie der Antragsgegner angenommen hat, auf den Wert des Obstgartens, sondern auf den Wert des Vertragsverhältnisses an, der gemäss §§ 2 Abs 4 LVR; Da der jährliche Ertrag des Obstgartens mit etwa 2000,-DM • anzunehmen war und das vereinbarte Entgelt die Hälfte des Ertrages betrug, es sich ausserdem um ein Vertragsverhältnis von unbestimmter Dauer handelte, war der Wert des Vertrages nach dem Wert der Leistungen des Antragsgegners während dreier Jahre zu bemessen, d.h* auf 3000*-DM* Der für die Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde erforderliche Wert des Beschwerdegegenstandes war danach bei weitem nicht