BGH · V BLw 43/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
und nur hei einem dieser Gründe eine Abweichung ^ vorliegt, so beruht die Entscheidung nicht auf j der Abweichung«' dieser vertreten durch Rechtsanwalt in Antragsteller, zu 2) Beschwerde- und Rechtsbeschwerdeführer, wegen Genehmigung eines Grundstückskaufvertrages hat der Vo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs als Senat für LandwirtSchaftssachen in der Sitzung vom 11« Dezember 1956 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr« Tasche, der Bundesrichter Dr«. Das Oberlandesgericht hat die sofortige Beschwerde des Käufers zurückgewiesen, der mit der Rechtsbeschwerde die .Aufhebung der Vorentscheidungen und die Genehmigung des Vertrages erstrebt* Die Rechtsbeschwerde, ist, da sie vom Oberlandesgericht nicht zugelassen ist (§,24 Abs 1 LwVG) und auch keiner der Palle des § 24 Abs 2 Nr 2 LwVG gegeben ist, nur zulässig, wenn das. Oberlandesgericht von einer in der Rechtsbeschwerde begründung angeführten Entscheidung eines der in § 24 Abs 2 Nr 1 LwVG bezeichneten Gerichte abgewichen ist und der Beschluß auf dieser Abweichung beruht. Das Oberlandesgericht hat auf.Grund der Feststellung, daß der vereinbarte Kaufpreis von 19 000 DM nur etwa die liehen Grundstücks die Genehmigung zu versagen ist, wenn de Gegenwert, in einem .groben Mißverhältnis zu dem Wert des Grundstücks steht* Bas Beschwerdegericht*führt dazu aus, daß ein grobes Mißverhältnis im Sinne dieser Vorschrift nicht nur bei einem überhöhten“Preis, sondern auch bei Vereinbarung eines zu niedrigen Entgelts vorliegen könne, weil der Gesetzgeber. Biese Auffassung des Beschwerde gerichts weicht ab von der Ansicht, die das Oberlandesgericht Frankfurt in dem von der Rechtsbeschwerde angeführten Beschluß vom, 16. der Genehmigung auch auf die Vorschrift des § 9 Abs 1 Nr 1 der bayerischen Verordnung Nr 127 .zur Durchführung des Kontrollratsgesetzes Nr 45 gestützt, wonach einer Grundstücksveräußerung die Genehmigung auch versagt werden soll, wenn der Ausführung des Rechtsgeschäfts ein sonstiges erhebliches öffentliches Interesse entgegensteht, was insbesondere der Fall sein kann, wenn das zu dem Betrieb der Landwirtschaft bestimmte Grundstück jemand überlassen wird, der nicht ais Landwirt im Hauptberuf anzusehen ist3 Das Beschwerdegericht führt dazu aus, der Käufer sei dadurch, daß er im Wege der Zwangsversteigerung ein kleines Anwesen mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 8 Tagewerken im Landkreis Deggendorf erworben habe, weder hauptberuflich Landwirt noch Forstwirt geworden« Die Grundlage sei-' ner Existenz werde nicht dieser kleinbäuerliche Betrieb, sondern weiterhin der Holzhandel sein,zu demal da der Käufer schon « wegen der räumlichen Entfernung nicht in der Lage sei, die erworbenen Grundstücke seinem landwirtschaftlichen Betrieb organisch einzugliedern« Der Versagungsgrund des § 9 Abs 1 Nr 1 VO Nr 127 bildet sccjjit neben der Anwendung des Art IV Abs 4 Buchst b KRG Nr 45 eine Grundlage der Entscheidung, wobei es unerheblich ist, ob beide Begründungen selbständig nebeneinander oder im Verhältnis von Haupt- und Hilfsbegründung zueinander stehen (vgl Wöhrmann-Herminghausen aaO)„.Das Oberlandesgericht würde dem Vertrag, wie die Begründung des angefochtenen Beschlusses ergibt, die Genehmigung auch dann verweigert haben, wenn es.die Voraussetzungen des Art IV Abs 4 Buchst b KRG Nr 45,verneint hätte« Infolgedessen beruht die angefochtene Entscheidung nicht auf der von der Auffassung des Oberlandesgerichts Frankfurt abweichenden Gesetzesauslegung durch das Beschwe'rdegericht«.