BGH · V BLw 42/49
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
grossen Erbhofes in SflBä mit einem Einheitswert von 884o EU» Aus der Ehe des Erblassers sind neben Töchtern 4 Söhne hervo*jesangen, von denen der älteste, Gerhard, im Jahre 1906 und der jüngste, Josef, im Jahre 1919 geboren sind» Gerhard ist Landwirt geworden und hat fast ständig auf dem elterlichen Hof gearbeitet, während Josef HflBl das Metzgerhandwerk erlernt hat* Hach' dem Tode des Erblassers ist dem Landwirt Gerhard ein .Hoffol'geZeugnis dahin ausgestellt worden, dass er Anerbe des Hofes geworden sei» Im Jahre 1947 hat Josef HflU die Einziehung dieses Hoffolgezeugnisses mit der Begründung beantragt, dass es unrichtig sei, weil er als jüngster Sohn Anerbe geworden sei* Eie hiergegen bei dem Ober lande sgerioht in Hamm eingelegte sofortige Beschwerde des Josef ist ebenfalls zurückgewiesen worden* Daraufhin hat Josef bei dem Amtsgericht in Gütersloh beantragt, festzustellen, dass er nach dem Tode seines Vaters Hoferbe geworden sei* Gerhard d hat um Zurückweisung dieses Antrages gebeten* Eas Landwirtschaftsgericht in Gütersloh hat den Feststellungsantrag durch Beschluss vom 2o* September 1948 zuriiokge-wiesen. Eie von Josef B0K/K0 gegen diese Entscheidung eingelegte sofortige Beschwerde hat das Oberlaqdesgerioht in Hamm durch Beschluss vom 22* März 1949 zurückgewiesen* Gleichzeitig hat es festgestellt, dass Gerhard H4 nach dem Todes seines Vaters Hoferbe geworden sei* Der Antragsgegner hat um Zurückweisung der Reohts-beschwerde gebeten und geltend gemacht, dass der erforderliche Beschwerdewert nicht erreicht sei, da noch eine Schuld’ von 31o7«74 DM bestehe, zu der die noch nicht getilgten gesetzlichen Abfindungsansprüche seiner Geschwister und die VersorgungsansprÜohe der Mütter hinzukämen. Die formund fristgerecht eingelegte Rechtsbeschwerde ist unzulässig, da das Oberlandesgerioht die Rechtsbeschwerde nicht zugelassen hat und der in § 2 Abs. 1 LVR vorgeschriebene Beschwerdewert nicht erreicht ist. nach dem Wert des Hofes nach Abzug der Schulden« Für den We.rt des Hofes ist nach § 42 LVO., der letzte Einheitswert massgebend, der hier unstreitig .884o.- DM beträgt• Von diesem Werte sind die vorhandenen Schulden abzuziehen* Es konnte dahingestellt bleiben, ob der Antragsgegner noch Abfindungsansprüche seiner Gesohwister und Versorgungsansprüche seiner Mutter zu befriedigen hat und auf welchen Betrag sich diese gegebenenfalls belaufen« Aus der von dem Antragsgegner überreichten Aufstellung vom 8« Juli 1949 ergibt sich nämlich, dass zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch Sohulden in Höhe von 31o7.74 DM auf dem Hofe lasteten« Demnach trifft die Behauptung des Rechtsbesohwcrdeführers, sämtliche Schulden seien bereits vor der Währungsreform getilgt worden, nicht zu. Erklärung* zur Frage der bestehenden Schulden abgegeben, obwohl ihm eine Abschrift der Aufstellung der Ländlichen Centralkasse vom 0*7*49 zur Äusserung innerhalb dreier Wochen im Juli 195o übersandt worden ist* Aus diesem Verhalten ist zu folgern, dass der Rechtsbeschwerdeführer den Bestand der in der Aufstellung angeführten Verbindlichkeiten nicht in Zweifel ziehen kann* Von dem Einheitswert von 884o*- DM ist daher mindestens die Summe von 31o7*74 DM in Abzug zu bringen.