BGH · V BLw 40/55
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
dieser vertreten durch das Rechtsamt, Antragsgegnerin (Verpächterin), Beschwerde-und Rechtsbeschwerdegegnerin, wegen PachtSchutzes hat der V«, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs als Senat für LandwirtschaftsSachen in der Sitzung vom 25 o Oktober 1955 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr0 Tasche sowie der Bundesrichter Dr0 Hückinghaus und Dr0Piepen-br'ock beschlosseng Io Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 10 Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Frankfurt vom 60 Dezember 1954 wird auf Kosten des Antragstellers als unzulässig verworfen, der der Antragsgegnerin die aussergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstatten hato Nachdem das Verfahren zunächst wegen aussergerichtlicher Vergleichsverhandlungen nicht betrieben worden war, hat die Antragsgegnerin im Oktober 1949 um Zurückweisung des Einspruchs des Antragstellers gegen die ausgesprochenen Kündigungen gebetene In der mündlichen Verhandlung vom 4o November 1949 erklärten sich die Beteiligten mit einer informatorischen Verhandlung der Sache und damit einverstanden, dass das Gericht eine vergleichsweise Beilegung des Streits versuche«. In einer weiteren mündlichen Verhandlung am 7* ,}uni' 1950 kam es wegen begründeter Ablehnung eines Beisitzers zu einer terminslosen Vertagung der Sache«, Zugleich wurde beschlossen, dass der Vorsitzende den Beteiligten einen Vorschlag zur gütlichen Regelung zugehen lassen solle o Das geschah durch eine Verfügung vom 9o Juni 1950, doch gingen die Beteiligten auf die Anregungen des Vorsitzenden nicht ein«, Im Dezember 1950 bat der Antragsteller, das Verfahren vorerst ruhen zu lassen, da erneut Vergleichsverhandlungen aufgenommen worden seien«, Diese Bitte wiederholte er im November 1952«, Die Antragsgegnerin widersprach diesem Anträge nicht© 1953 ab ausser Kraft gesetzt seien und das Land Hessen von dem ihm nach § 18 LPG zustehenden Recht, Schutsbestimmungen für Pischereipachtvertrüge zu treffen, keinen Gebrauch gemacht habe, wodurch das Verfahren gegenstandslos geworden seio Der Antragsteller hat im Oktober 1953 beantragt, das ruhende Verfahren wieder aufzunehmen, da die Verpachterin am lo August 1953 die Pachtverträge erneut zu dem 31© Oktober 1953 gekündigt habe«, Durch Verfügung vom 2© November 1953 teilte ihm das Gericht unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 11o September 1953 mit, dass das Verfahren bereits abgeschlossen sei und die Sache als erledigt behandelt werden werde, falls der Antragsteller nicht innerhalb 10 Tagen erkläre, dass er eine Fortsetzung des Verfahrens für möglich halte© Das Oberlandesgericht hat den Standpunkt vertreten, dass seit dem 1«, Juli 1955 die materiellrechtlichen Bestimmungen über einen Kündigungsschutz bei Pischereipacht-verträgen fortgefallen seien, so dass seit diesem Zeitpunkt kein Pachtschütz für diese Verträge mehr existiere, da das Land Hessen von dem ihm nach § 18 LPG zustehenden Recht zur Einführung eines solchen Schutzes keinen Gebrauch gemacht habe* Die Ansicht des Pächters, dass er sich auf § 15 LPG stützen könne, hat das Beschwerdegericht als irrig bezeichnet, weil diese Vorschrift das Bestehen materiellrechtlicher PachtSchutzbestimmungen voraussetze und sie auch, wie die Bezugnahme auf die §§ 7? denn um die Unzulässigkeit der Beschwerde handelt es sich hier nicht und die Unzulässigkeit des Verfahren vor den ordentlichen Gerichten ist auch nicht in Streit, da die Beteiligten die Zuständigkeit des Landwirtschaftsge~ richts als ordentliches Gericht nicht in Zweifel ziehen, sie vielmehr darüber verschiedener Auffassung sind, ob das materielle Recht noch Pachtschutz bei Fischereipachtverträgen gewährt« Da nach alledem die Voraussetzungen des § 24 LwVG nicht gegeben sind, musste die Rechtsbeschwerde nach § 27 Abs 2 LwVG in Verbindung mit § 554a Abs 1 ZPO als unzulässig verworfen werden.