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Be Schluss
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In der LandwirtSchaftsSache
des Landwirts Hermann
Kreis
gegen
Verpächterin, Beschwerde- und Hechts beschwerdegegnerin.
vertreten durch Rechtsanwalt
in
. wegen Herausgabe gepachteter Grundstücke
hat der V« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs als Senat
für Landwirtschaftssachen in der Sitzung vom 17® Dezember 1952 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Prof. Dr. Pritsch, der Bundesrichter Dr. Hückinghaus und Dr. Tasche sowie der Obersten Landwirtschafüsrichter Berk und Feldmann beschlossen:
Die Hechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Celle vom 17® März 1952 wird auf Kosten des Pächters
mit der Massgabe zurückgewiesen, dass der entscheidende Teil des Beschlusses des Amtsgerichts in Lüchow vom 4® Oktober 1950 folgende Fassung ' erhält: Der Pächter wird verurteilt, die gepachteten Grundstücke einschliesslich des lebenden und toten Inventars an die Verpächterin herauszugeben und die Wohnung sowie die Wirtschaftsgebäude zu räumen»
Die der Verpächterin ausserhalb des Rechtsbeschwerdeverfahrens entstandenen Kosten sind nicht zu erstatten«
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Die Witwe Pauline
ist Eigentümerin land
wirtschaftlicher Grundstücke in Grösse von 11,82 Hör
gen» die im Grundbuch von
Band
, Blatt
81
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eingetragen und ihr im Jahre 1914 anlässlich ih
w
rer Verheiratung von ihrem Vater als Hitgift übereig-
net worden sind« Ihr am
Juni 1926 verstorbener Ehe
mann war Eigentümer der im Grundbuch von
Band
9
Blatt 114 eingetragenen Brinksitzerstelle
Nr
m
von 6«50,92 ha, die in die alte
hannoversche Höferolle eingetragen war, aber nicht
%
in die Erbhöferolle nach Reichserbhofrecht einge tragen worden ist
Die Witwe Pauline
hat bei ihrer Heirat
im Jahre 1914 mit ihrem Ehemann einen Erbvertrag ge
* 9
schlossen, durch den sich beide für den Pall» dass
ihre Ehe kinderlos bleiben sollte, gegenseitig zu dem
#
Alleinerben des Erstversterbenden einsetzten« Für den
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Pall, dass bei dessen Tode eheliche Kinder vorhanden sein sollten, wurde dem überlebenden Ehegatten ein Niessbrauch an dem Nachlass des erstverstorbenen Ehe
gatten eingeräumt« Der Niessbrauch sollte dem Überle
%
benden, wenn er im Witwenstand bleibe, lebenslänglich
und
wenn er wieder heiraten soilte« bis zu dem vollen
%
deten 25, Lebensjahr des Anerben oder» falls dieser
%
dann schon 25 Jahre alt sein sollte, bis zu dem Tag der
Wiederverheiratung zustehen« Der überlebenden*Ehefrau
* % %
wurde für die Zeit nach Beendigung ihres Niessbrauchs ein den Kräften der Stelle angemessenes Altenteil an
der dem Ehemann gehörenden Brinksitzerstelle Nr
eingeräumt
m
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Aus der Ehe der Eheleute Adolf und Pauline
sind drei Kinder hervorgegangen, nämlich die Söhne Adolf
und Hermann und eine Tochter Pauline« Hach dem Tode
seines Vaters ist Adolf
jun
als Eigentümer der
Brinksitzerstelle im Grundbuch eingetragen worden
Er
ist am 10o April 1944 gefallen« Seine Schwester Pauline ist am 4« April 1945 verstorben
Durch Vertrag vom 30« November 1947 hat die Witwe
die ihr gehörigen rund 12 Morgen sowie als Niess
braucherin die Brinsitzerstelle Nr
m
nebst
Inventar an ihren Sohn Hermann für die Zeit vom 1« Dezem
ber 1947 bis zu dem 30« September 1959 zu einem Pachtzins von 900 HM verpachtet« Von dem Pachtzins sollten je 150 HM
jeweils a
1
Oktober und 1« April und der Rest am Ende
eines jeden Pachtjahres gezahlt werden« Die Parteien ver
einbarten ausserdem die Lieferung bestimmter Naturalien
%
an die Verpächterin« die zu dem Marktpreis berechnet und
am
hde eines jeden Pachtjahres auf den Pachtzins ver
rechnet werden sollten« Von der Verpachtung der Brink
sitzerstelle wurden die zu dem Betriebe der mit ihr verbun
denen Gastwirtschaft gehörigen Räume ausgenommen«
Die Verpächterin hat diesen Pachtvertrag am
Dezem
ber 1949 fristlos gekündigte weil der Pächter mit Pacht
Zinszahlungen von insgesamt 1150 DM im Rückstand und auch
der Verpflichtung zur Lieferung von Naturalien nicht in dem vereinbarten Umfang nachgekommen sei« Der Pächter hat demgegenüber den Standpunkt vertreten« er schulde * bisher insgesamt 1500 DM und habe Gegenforderungen in Höhe von 1462,33 DM, so dass er nur mit 37,77 DM im
Rückstand sei, die alsbald gezahlt werden würden
Er
hat auch in Abrede gestellt, die Naturalien nicht voll
ständi g
zu haben, und lediglich eingeräumt,
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der Verpächterin statt eines Schweines von 3 Zentnern
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ein solches von 2 Zentnern angeboten za haben« weil
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er ein schwereres nicht zur Verfügung gehabt habe» Der
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Pächter hat dementsprechend die Berechtigung der Verpächterin zur fristlosen Kündigung bestritten» Diese
hat daraufhin bei dem Amtsgericht beantragt; den Päch-
*
ter zur Herausgabe der gepachteten Grundstücke einschliesslich des lebenden und toten Inventars zu ver-urteilen«
%
%
Das Amtsgericht hat das Pachtverhältnis zu dem 1'» Oktober 1950 aufgehoben und den Pächter verurteilt, das Pachtland nebst Inventar zu diesem Zeitpunkt an die Verpächterin herauszugeben»
*
/
Der Pächter hat diese Entscheidung mit der sofor-
*
tigen Beschwerde angegriffen und um Zurückweisung des
#
Antrags der Verpächterin gebeten» Br hat insbesondere geltend gemacht, der Kiessbrauch, der die Grundlage des Pachtvertrages bilde, bestehe nicht mehr, weil die Verpächterin die Bestimmung des Erbvertrages, * nach der der Kiessbrauch im Palle der Wiederverheiratung’ ende, dadurch umgangen habe, dass sie seit etwa 20
Jahren mit dem Posthalter Sch^^P in wilder Ehe lebe»
Diese wilde Ehe müsse einer vor dem Standesbeamten geschlossenen Ehe gleichgesetzt werden uhd zur Ver-
neinung eines Kiessbrauchsrechts der Verpächterin führen, die dann aber keinen Anspruch auf Herausgabe des Pachtobjekts habe, zu demal da nicht einmal feststehe, ob
die Besitzung nicht Erbhof gewesen und infolgedessen
in sein alleiniges Eigentum Übergegangen sei» Der Päch
ter hat deshalb am 20» April 1951 weiter beantragt, festzustellen« dass die Besitzung ein Hof im Sinne der
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Höfeordnung und der Niessbrauch der Verpächterin er loschen sei
Pie Verpächterin hat um Zurückweisung der An träge des Pächters gebeten und ihr Herausgabeverlan
gen auch noch darauf gestützt., dass der Pächter die
* *
Wirtschaft immer mehr vernachlässige, sich ein Auto angeschafft habe und als Vertreter einer Spirituosen fabrik tätig seio Sie hat dem Pächter und seiner Ehe frau ferner vorgeworfen, sie am 8« März 1951 miss
handelt zu haben
Pas Oberlandesgericht in Celle hat nach einer Be
weisaufnahme durch Beschluss vom
April 1951 die so
#
fortige Beschwerde mit der Massgabe zurückgewiesen,.
%
dass eine Entscheidung über die am 20. Api'il 1951 ge stellten Anträge des Pächters vorgehalten bleibe.,- Es hat diese Anträge als noch nicht entscheidungsreif an gesehen und ist bei seiner Entscheidung über den Her
ausgabeantrag der Verpächterin davon ausgegangen« dass
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dieser auf Grund des Erbvertrages der Niessbrauch an
der Brinksitzerstelle zustehe, der selbst dann nicht
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erloschen sei, wenn die Verpächterin mit dem Posthai
ter
in wilder Ehe leben sollte * Pas Beschwer
degericht hat -ein Recht der Verpächterin zur fristlo sen Kündigung des Pachtvertrages bejaht9 weil der Päch ter mit mehr als einer Jahrespacht in Rückstand sei und dies auf einer unzureichenden Wirtschaftsführung
beruhe, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen sei
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dass er sich einen Personenkraftwagen angeschafft und
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eine Reisevertretung in Wein und Spirituosen übernom
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men habe» £3 hat auch in dem Verhalten des Pächters
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und seiner Ehefrau bei einer Auseinandersetzung am
8» März 1951 einen Grund zur fristlosen Kündigung ge-
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sehen und angenommen, das Verhältnis der Vertragsparteien zueinander sei derart gespannt, dass ein v/eite-
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res gedeihliches Zusammenwirken nicht mehr zu erwarten sei*
Auf die Rechtsbeschwerde des Pächters hin hat der erkennende Senat diese Entscheidung aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Beschwerdegericht zurückverwiesen«
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Hach der Zurückverweisung haben die Beteiligten
ihre bisherigen Anträge weiter verfolgt»
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Die Verpächterin hat noch geltend gemacht.« der Pächter sei mit seiner Familie nach Schweden ausge1-wandert und dort als Holzarbeiter tätig« Sie hat behauptet , das Pacht land sei seit der Ernte im Jahre •
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1951 nicht mehr bewirtschaftet worden«
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Der Pächter hat demgegenüber erklärt* er habe
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die Pachtung nicht auf gegeben, sei auch nicht endgültig nach Schweden übergesiedelt, sondern habe dort
nur vorübergehend Arbeit als Holzfäller genommen, weil
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er die unerquicklichen Verhältnisse* die durch das Verhalten seiner Mutter und des Posthalters Scl^H^her-
beigeführt worden seien« nicht länger habe ertragen können. Das Beschwerdegericht,. das zunächst eine Verhandlung auf der Hof st eile vorgesehen hatte, hat diesen Termin wieder aufgehoben, nachdem ihm mit get eilt worden war* dass sich der Pächter in Schweden aufhal-
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te. Es hat sodann durch Beschluss vom 17» März 1952
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die Beschwerde des Pächters einschliesslich seiner
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beiden Pest Stellungsanträge vom 20«, April 1951 mit der Massgabe zurückgewiesen«, dass die Entscheidung über den Antrag des Pächters« festzustellen» dass der in Sch^fl^ gelegene Hof ein Hof im Sinne der Höfeordnung sei, dem LandwirtSchaftsgericht Vorbehalten bleibe»
Hiergegen richtet sich die Hechtsbeschwerde des
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Pächters, mit der er die Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und die Zurückweisung des Herausgabean träges der Verpächterin erstrebt, die ihrerseits u
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Zurückweisung des Rechtsmittels bittet
Pie Hechtsbeschwerde ist unbegründet»
Bas Beschwerdegericht hat über den Antrag auf
0
Peststellung der Hofeigenschaft des Anwesens keine sachliche Entscheidung getroffen, weil das Räumungsverlangen der Verpächterin hiervon nicht abhänge^ eine Entscheidung hierüber infolgedessen nicht erforderlich und ausserdem zunächst Sache des Landwirt Schafts-
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gerichts sei» Bas Oberlandesgericht hat hinsichtlich des Niessbrauchs, auf den die Verpächterin sich stützt, angenommen, dass er mangels Eintragung im Grundbuch zwar noch nicht als dingliches, wohl aber als schuldrechtliches Hecht bestehe und sein Erlöschen nicht ersichtlich
*
sei» Es hat erwogen, dass der Verpächterin dieses Hecht auf Lebenszeit zustehen solle,»falls sie nicht wieder heirate, und angenommen, eine wilde Ehe stehe einer
Wiederverheiratung im Sinne des Erbvertrages nicht gleich» Weiter hat das Beschwerdegericht ausgeführt,
%
es sei nicht unter Beweis gestellt worden* dass die Scheidung seiner Ehe und die She Schliessung mit der Verpächterin nur deshalb nicht durchgeführt habe
um
ein Erlöschen des Hiessbrauchs zu vermeiden« wofür sich
auch keine hinreichenden Anhaltspunkte ergeben hätten Bas Oberlandesgericht hat auf Grund dieser Erwägungen die Legitimation der Verpächterin zur Kündigung des Pachtverhältnisses bejaht«
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Bas Beschwerdegericht hat ferner wichtige Gründe zur fristlosen Kündigung des Pachtvertrages für vorliegend erachtet«. Hierzu hat es ausgeführt: Ber Pächter
habe seit 1948 keine Pacht gezahlt und nicht einmal
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den Betrag von 37«77 BM entrichtet* die er nach seiner
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eigenen Einlassung im Mai 1950 geschuldet habe» Seitdem seien weitere Pachtzinsraten fällig* aber nicht beglichen worden, ohne dass der Pächter hinsichtlich dieser geschuldeten Leistungen Gegenforderungen geltend ge-
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macht habe» Es sei auch nicht dargetan» dass die Nichtzahlung des Pachtzinses auf Umstände zurückzuführen sei, die der Pächter nicht zu vertreten habe« Sie hätten vielmehr ihre Ursache in einer unzureichenden WirtschaftsfÜ&-
* #
rung* denn durch die Verringerung des Viehbestandes habe
er keine Einnahmen aus Kilchgeldern und kein Schlachtvieh* das er verkaufen könne«. Auch fehle es ihm infolge
' * *
dieser Massnahme an dem nötigen Bünger» £r habe sich da-
mit ausser Stand gesetzt* aus der Wirtschaft Bargeld her-rau s zuholen und seine Verbindlichkeiten zu erfüllen« Bamit seien aber die Voraus set zungen für eine fristlose Kündigung nach den §§ 554« 581 Abs 2 BGB gegeben« Denn der
Pächter habe den Rückgang des Viehbestandes hur damit
9
erklärt» dass der übernommene Bestand schlecht gewe- • sen sei und die Verpächterin ihm ständig Schwierigkeiten gemacht habe« was nicht genüge« um den Rückgang zu rechtfertigen« zu demal da der Pächter nach der Währungsreform hinreichend Zeit und Gelegenheit gehabt habe? seinem Viehbestand zu verbessern und auf den übernommenen Bestand zu bringen« und er als Päch-ter auch dJLe Möglichkeit gehabt habe« sich gegenüber Schwierigkeiten, die ihm die Verpächterin bereitet habe, durchzusetzen« Stattdessen habe der Pächter einen Kraftwagen angeschafft und eine Reisevertretung übernommen, obwohl er auf dem Anwesen trotz der Reibereien mit seiner Mutter und SchtfM sein volles
Auskommen habe finden können. Sein Verhalten offen-
%
bare eine völlig unbäuerliche Denkweise und zeige, dass er als Landwirt ungeeignet sei«
Die schwerste Verletzung der durch den Pacht-
vertrag begründeten Pflichten hat das Beschwerdege-
* »
rieht darin gesehen« dass der Pächter das Anwesen
%
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. im Stich gelassen habe und nach Schweden verzogen * sei, obwohl er damals gegen die Entscheidung des Be-schwerdegerichts Rechtsbeschwerde eingelegt und damit zu dem Ausdruck gebracht habe, dass 'er an der Pachtung
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festhalten welle« Das Oberlandesgericht'hat ihm zur Last gelegt, keine Rücksicht darauf genommen zu ha-
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ben. dass die Bewirtschaftung der Besitzung seine persönliche Anwesenheit und seine ständige Mitarbeit
erfordert habe«, und auch keine Vorsorge für die Bewirtschaftung während seiner Abwesenheit getroffen zu haben. Das Beschwerdegericht hat in allen diesen
Vorgängen ganz harte Verstösse gegen die Pächter-
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pflichten erblickt und infolgedessen die fristlose Kün digung der Verpächterin für gerechtfertigt erachtet«
tere. tatsächliche Feststellungen erforderlich gewesen
Sie meint« die neue tatsächliche Feststellung* dass der Pächter nach Schweden gegangen sei« könne al
Die Rechtsbeschwerde weist darauf hin. dass der Pächter
vor
der Pächter
inzwischen wieder in der Heimat
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Die Rechtsbeschwerde rügt, dass das Öberlandesge rieht seiner Entscheidung nicht die rechtliche Beurtei lung des jetzt entscheidenden Senats in seinem Beschluß vom 15« Januar 1952 zugrunde gelegt habe, nach der wei
lein die Entscheidung des Beschwerdegerichts nichtIra gen. denn für den Fortzug hätten ungewöhnlich schwer
wiegende Gründe Vorgelegen, die in dem gänzlich unver
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stündlichen Verhalten der Verpächterin und ihrer Beein
bestanden hätten
flussung durch den Posthalter
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bereits in einem Brief vom 28« Februar 1952 zu
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druck gebracht habe, er sei zur sofortigen Rückkehr nach Deutschland bereit, wenn auf dem Anwesen ordnungs massige Zustände geschaffen würden, und bringt weiter
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eingetroffen, denn er wolle unter allen Umständen ver meiden, dass sein Aufenthalt in Schweden gegen ihn ge wertet werde
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Die Rechtsbeschwerde greift ferner die Ansicht
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des Beschwerdegerichts an, dass der Verpächterin ein Niessbrauch an dem Anwesen zustehe. Sie meint, der Ni essbrauch sei ein ausschliesslich dingliches Recht und als solches mangels Eintragung im Grundbuch durch den Erbvertrag vom 20. Mai 1914 nicht entstanden
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dass höchstens eine Verpflichtung der Erben zur Bestellung eines Niessbrauchs bestehen und der Pächter, der mindestens Miterbe * wenn nicht gar Alleinerbe sei«
der Verpächterin alle Einwendungen entgegenhalten kön-
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ne, die den Erben zuständen; ihr Verlangen nach Bestellung des Niessbrauchs müsse aber unter allen Umständen
an der Einrede der Arglist scheitern, da der Niessbrauch nach dem Sinn des Erbvertrages schon dann verwirkt sei,
wenn die Verpächter in in einem eheähnlichen Verhältnis
*
lebe, ohne standesamtlich getraut zu sein« Die Hechts
beschwerde bemängelt in diesem Zusammenhang, dass das Oberlandesgericht den von dem Pächter dafür angetre tenen Beweis nicht erhoben habe, dass die Verpächter
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nur unterlassen ha
rin die Ehe Schliessung mit
be, um ein Erlöschen des Niessbrauchs zu vermeiden,
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und vertritt schliesslich die Ansicht« ein hinrei
*
ehender Orund zur fristlosen Kündigung sei nicht fest gestellt worden, da der Portzug nach Schweden einen solchen nicht abgebe und das Beschwerdegericht im üb
rigen in dieser Hinsicht neue tatsächliche Peststel
0
lungen nicht getroffen habe
*
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Diesen zu dem Teil nicht unberechtigten Rügen war im Ergebnis der Erfolg zu versagen«
In der Hechtsbeschwerdeinstanz hat der Pächter lediglich beantragt, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die von der Verpächterin gestellten Anträge zurückzuweisen« Er wendet sich danach nur noch gegen das Herausgabeverlangen der Verpächterin, verfolgt hingegen seine in der Beschwerdeinstanz am 20«
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April 1951 gestellten Anträge nicht weiter, von denen
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der Antrag auf Feststellung der Hofeigenschaft ohne Entscheidung in der Sache seihst zurückgewiesen wor den ist, weil der Pächter diesen Antrag hei dem Amts gericht (Landwirtschaftsgericht) stellen muss* wenn
er die Frage der Hofeigenschaft geklärt wissen will
# *
Die Witwe
stützt ihren Anspruch auf Her
ausgahe des Anwesens auf die Beendigung des Pacht ver träges durch fristlose Kündigung. Als Verpächterin
kann sie gemäss § 556 Abs 1 BGB hei Beendigung der
Pacht die Herausgabe des Anwesens an sich seihst ver
langen
Bas wäre nur dann nicht der Fall, wenn ihr
die Rechtsstellung als Verpächterin nicht mehr zukom men sollte. Bei Abschluss des Pachtvertrages sind die Parteien offensichtlich davon ausgegangen, dass der Witwe gemäss dem Vermächtnis in dem Erbvertrage ein
Niesshrauch an dem Anwesen zustehe; denn anderenfalls
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hatte sie nicht allein als Yerpächterin auftreten
können. Zu einer Bestellung des Hiessbräuchs aX6*
dinglichem Recht ist es indessen nicht gekommen? da
eine Eintragung dieses Rechts im Grundbuch nicht vor genommen worden ist. Der Rechtsbeschwerde ist daher darin beizutreten» dass sich die Verpächterin auf ein
dingliches Niessbrauehsrecht nach den §§ 1030 ff BGB
nicht berufen kann
Sie hatte aber gegen den oder die
Erben einen Anspruch auf Bestellung des Hiessbräuchs
und kann daher, solange dieser Anspruch besteht
ver
langen«, dass sie so ge stell
wird
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als ob der Niese
brauch für sie bestellt sei. denn sie hat auf Grund des Vermächtnisses jedenfalls einen obligatorischen Anspruch auf ein entsprechendes Nutzungsrecht gegen
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den oder die Erben. Nur in diesem Sinne können die
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Ausführungen des Beschwerdegerichts über den «schuld-rechtlichen Niessbrauch« verstanden werden.» die da-nach nicht zu beanstanden sind«, Falls dieses Hutzungs-
recht nicht mehr bestehen sollte«, würde die Verpäch-
%
terin die Herausgabe der Pachtung allerdings nicht mehr verlangen können« denn dann wären entsprechend
der Vorschrift des § 1056 BGB der oder die Erben an ihre Stelle als Verpächterin getreten« Alleinerbin nach ihrem verstorbenen Sohne Adolf kann die Verpächterin nicht geworden sein* denn bei einer Vererbung des Anr/esens nach bürgerlichem Recht würde sie nur Hiterbin geworden sein; sollte sich die Besitzung
aber nach Erbhof recht oder Höferecht vererbt haben«
%
so würde die Verpächterin überhaupt nicht als 'Erbin in Betracht kommen« Bas Beschwerdegericht hat daher zutreffend darauf abgestellt* ob der Verpächterin das
ihr zugewendete Hutzungsrecht noch heute zusteht«
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Ber Auffassung des Oberlandesgerichts« ein Erlöschen dieses Rechts sei nicht ersichtlich« ist beizu-
treten« Ber Pächter will die von ihm behauptete wilde Ehe seiner Mutter mit Schäfke einer Wiederverheiratung im Sinne des Erbvertrages gleichsetzen« Bas Beschwerdegericht hat eine solche Gleichsetzung als nicht an-
*
gängig angesehen« Bas ist nicht zu beanstanden« Bie Anordnung des Niessbrauchs durch Adolf sen«
hatte offensichtlich den Zweck* seine Ehefrau für die Zeit nach seinem Tode wirtschaftlich zu sichern« Deshalb hat er ihr den Niessbrauch in erster Linie für
%
die Bauer ihres Lebens vermacht* es aber für den Pall ihrer Wiederverheiratung* in dem er mit einer anderweitigen Versorgung rechnen konnte« zeitlich begrenzt und da-
bei auch, wie es weitgehend üblich ist« den Interessen des Hofnachfolgers Rechnung getragen« Eine sogenannte wilde Ehe bietet dagegen keine Sicherung des Lebensunterhalts, da sie nur eine jederzeit lösbare tatsächli-che Lebensgemeinschaft ist und als solche keine Unterhalt sansprüche begründet« wie sie bei der Eheschlies-
*
sung entstehen« Wilde Ehe und Wiederverheiratung können daher nicht ohne weiteres als im Sinne des Erbvertrages auf einer Stufe stehend angesehen werden« Es mag sein« dass es dem Sinne dieses Vertrages nicht
entsprechen würde, wenn die Verpächterin von einer Wie derverheiratung nur abgesehen haben sollte, um sich die
lebenslängliche Nutzung des Unwesens zu erhalten
Her
Pächter hat behauptet, dass dies der Pall sei
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wie
diese Barstellung richtig ist, lässt sich indessen, dem Beschwerdegericht zuzugeben ist,' nicht feststellen« Bisher fehlte es an der Möglichkeit einer Eheschlies sung zwischen der Verpächterin und Schäfke, da dieser
seiner
noch verheiratet ist« Ob er in der Lage wäre, seits die Scheidung seiner Ehe herbeizuführen, steht
dahin, ist aber, wenn das Vorbringen des Pächters zu
treffen sollte, nicht anzunehmen
da
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rüttung der Ehe durch sein Verhalten herbeigeführt ha ben soll« Bei dieser Sachlage müssten schon ganz beson
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ders starke Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Sach darstellung des Pächters gegeben sein, um eine Pest Stellung in seinem Sinne zu ermöglichen« Baran fehlt
es aber« Ber Pächter hat hierfür hinreichendes tatsäch-
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liches Material nicht beigebracht« Zu Unrecht wirft die
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Rechtsbeschwerde dem Oberlandesgericht in diesem Zusammenhang einen verfahrensrechtlichen Verstoss vor, den
sie darin sieht, dass die von dem Pächter angetretenen
Beweise für die Behauptung nicht erhoben seien* habe in Einverständnis mit der Verpächterin die
Ehe
Schliessung nur deshalb nicht durchgeführt* um ein Er
löschen des Niessbrauchs zu vermeiden* Hierfür ist näm
lieh von dem Pächter kein Beweis angetreten worden
er
hat vielmehr lediglich durch Benennung seiner Ehefrau
9
einer Marie
und der Ehefrau
als Zeugen
unter Beweis gestellt* dass die Verpächterin zugegeben
habe, mindestens zweimal von
geschwängert wor
den zu sein, und dass sie ehewidrige Beziehungen mit
unterhalte»' Darauf kam es indessen nicht an
9
denn aus der Feststellung dieser Tatsachen würde noch nichts für die Frage folgen* warum die Scheidung des
und seine Verheiratung mit der Verpächterin
unterblieben sind« Gerade hierauf kam es aber an
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ist daher nicht zu beanstanden, dass das Beschwerde gericht diese Beweise nicht erhoben und als nicht
dargetan angesehen hat, die Verpächterin und
hätten dessen Scheidung nicht betrieben* um so die un terbliebene Eheschliessung rechtfertigen und den Niessbrauch aufrecht erhalten zu können. Ist das
*
aber nicht fest zu st eilen* so kann der Pächter den Anspruch der Verpächterin auf Gewährung der Nutzung des
Anwesens auch nicht mit der Einrede der Arglist zu
Fall bringen, da es an dem Nachweis eines arglisti gen Verhaltens gerade fehlt« Das Beschwerdegericht
hat danach ohne Hechtsirrtum angenommen* dass die
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Verpächterin noch heute einen Anspruch auf die Nut zung des Anwesens hat und zur Kündigung des Pachtver träges legitimiert war
Dem Beschwerdegericht ist auch darin beizutre
ten, dass die Verpächterin zur fristlosen Kündigung
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des Pachtvertrages berechtigt ist« Wenn die Rechtebe schwerde zu dem Ausdruck bringt, der Pächter vermöge den angefochtenen Beschluss mit der Entscheidung des er kennenden Senats vom 15« Januar 1952 nicht in Ein klang zu bringen, so beruht dies offenbar darauf« dass in dieser Entscheidung eine weitere Aufklärung des Sachverhalts hinsichtlich der Berechtigung zur frist losen Kündigung für erforderlich erachtet worden ist Biesen Hinweisen hat dag Beschwerdegericht nämlich nicht in jeder Beziehung Rechnung getragen« Gegen sei ne Feststellung, der Pächter habe auch in neuerer Zeit keinen Pachtzins gezahlt und Gegenforderungen nicht geltend gemacht, sind allerdings Bedenken nicht zu er heben, denn der Pächter hat selbst nicht*behauptet«
Zahlungen an die Verpächterin geleistet oder mit Ge
genansprüchen aufgerechnet zu haben« Bas Beschwerde
gericht führt den Pachtzinsrückstand auf eine unzu
reichende Wirtschaftsführung des Pächters zurück
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erkennende Senat hat bereits in seiner Entscheidung
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Januar 1952 darauf hingewiesen« dass der Sach
verhalt in diesem Punkte weiterer Aufklärung bedürfe
Biese Aufklärung ist unterblieben« Bas Beschwerdege rieht stützt seine Ansicht über die Unzulänglichkeit der Wirtschaftsführung des Pächters wiederum auf die Verringerung des Viehbestandes und die dadurch hervorgerufenen Folgen, die dem Pächter die Möglichkeit
zur Erfüllung seiner Verbindlichkeiten genommen häfc
*
ten, und meint, der Pächter habe jedenfalls nach der
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Währungsreform die Möglichkeit gehabt, den Viehbe stand zu verbessern und ihn auf den früheren Stand zu bringen« Bamit hat das Beschwerdegericht seine
Entscheidung insoweit auf allgemeine Erwägungen ge
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stützt,» ohne die tatsächlichen Vorgänge hinreichend aufzuklären» Der Pächter hat den geringen Viehbestand nicht nur auf den schlechten Zustand bei Übernahme der Pachtung und seine Behinderung durch die Verpächterin zurückgeführt» sondern darüber hinaus h!nsicht33nh verschiedener von ihm getroffener Massnahmen bestimmte Angaben gemacht» Bezüglich der Schwierigkeiten, die die Verpächterin ihm bereitet haben soll» hat er auf die einstweiligen Anordnungen - insbesondere die Bestellung eines Sequesters - hingewiesen, welche die Verpächterin gegen ihn erwirkt und die das Amtsgericht später aufgehoben hat, weil es nicht
zweckmässig erscheine» den Pächter durch Bestellung eines Sequesters oder duirch andere Zwangsmassnahmen in seiner Wirtschaftsführung einzuengen» Das alles hätte dem Beschwerdegericht Veranlassung geben sol len, den Sachverhalt genauer aufzuklären« ehe es dem Pächter unzureichende Wirtschaftsführung zur Last legte» Gleichwohl bedurfte es einer Aufhebung der angefochtenen Entscheidung nicht; da sie sich aus einem anderen Grunde als zutreffend erwies*
Der Ansicht des Beschwerdegerichts, der Päch ter habe sich einer äusserst schweren Verletzung sei
ner Vertragspflichten dadurch schuldig gemacht, dass
er die Pachtung in Stich gelassen und sich ins Aus
land begeben habe, war beizutreten« Mit Hecht hat
das Oberlandesgericht angenommen« bei der geringen
Grösse der Besitzung sei die ständige Mitarbeit des
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Pächters und damit seine Anwesenheit auf dem Hofe un erlässlich gewesen« Besonders schwer fällt ins Gewicht
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dass der Pacht
für die Zeit seiner Abwesenheit kei
nerlei Vorsorge für die Fortführung des Betriebes ge
> sondern ihn einfach stillgelegt hat, so dass
troffen,
die Ländereien unbestellt blieben* Ein derartiges Ver
halten “brauchte die Verpächterin nicht hinzunehmen
begründete schon für sich allein das Recht zur fristlosen Kündigung und ist von ihr auch als -einer der Gründe für die sofortige Aufhebung des Pachtverhält
nisses angeführt worden * Der Pächter glaubt, sein Ver
halten mit ungewöhnlich schwerwiegenden Gründen ent
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schuldigen zu können? hat diese aber in der Beschwer
deinstanz nicht angeführt und sich auch in der Rechts
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be schwerdebegründung nur ganz allgemein auf das "völ
lig unverständliche” Gebaren der Verpächterin und ih
re Beeinflussung durch
berufen«. Er hat also
die Gründe« die ihm und seiner Familie ein weiteres
Verbleiben auf der Pachtung unmöglich gemacht haben
sollen? im einzelnen nicht angeführt und es auch an
*
Jeglichen Angaben in der Tatsacheninstanz darüber fehlen lassen, ob und gegebenenfalls in welcher Wei se er seine Rechte als Pächter seiner Mutter und
gegenüber wabrgenommen hat, wie er es bei
erheblichen Störungen seiner Wirtschaftsführung durch' diese hätte tun müssen« Sein Fortzug nach Schweden rechtfertige danach allein schon die fristlose Kün
digung der Verpächterin« Der Pächter kann sich dem
• »
gegenüber nicht mit Erfolg darauf berufen? dass er
inzwischen in die Heimat zurückgekehrt sei«. Als; der
angefochtene Beschluss erging* befand
sich noch
in Schweden« Bas Recht sbeschwerdegericht hat aber den
von dem Beschwerdegericht
eilten Sachverhalt
seiner Entscheidung zugrunde zu legen und kann daher
Tatsachen
*
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die erst zu einem späteren Zeitpunkt einge
treten sind? nicht berücksichtigen* da es die ange
griffene Entscheidung lediglich in rechtlicher Hin
sicht nachzuprüfen hat
Nach alledem erwies sich die Rechtsbeschwerde als unbegründete Sie war daher zurückzuweiseno Dabei empfahl
es sich., den entscheidenden Teil des Beschlusses des Amts**
gerichts in Lüchow vom 4® Oktober 1950 zwecks Klarstellung dem von der Verpächterin im ersten Rechtszuge ge-
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stellten in trage anzupassen« mit dem sie die Verurteilung des Pächters zur Herausgabe der Pachtung® nicht
%
aber auch die Aufhebung des Pachtverhältnisses begehrt hat«
Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 10 LVR,
42r 43- 50 LVO® Zu einer Anordnung auf Grund des § 51 LVO über die Erstattung der der Verpächterin ausserhalb
des Rechtsbeschwerdeverfahrens entstandenen Kosten bestand kein Anlass»
Dr<, Pritsch
Dr« Hückinghaus
Dr® Tasche