BGH · V BLw 30/59
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
wegen Zuweisung einer landwirtschaftlichen Besitzung hat der V0 Zivilsenat des Bundesgerichtshofs als Senat für Landwirtschaftssachen in der Sitzung vom 2„ Februar I960 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr, Tasche; der Bundesrichter Dro Hückinghaus und Dr0 Piepenbrock sowie der landwirtschaftlichen Beisitzer Müller und Schädel bes:• h Die Rechtsbes Senats für handw geriohts — n G0--^ sten der Antrags die außergericht deverfahrens zu chwerde gegen den Beschluß des irtschaftssacnen des Oberlandes-e vom 18o März- 19?9 wird auf Kote Ile rin., die dem Antragsgegner liehen Kosten des Reehtsbesehwer-erstatten hat, als unzulässig verworfene Der Geschäftswert für das Rechtsbeschwerdever-fahren wird auf 4100 DM festgesetzt* D-e Besitzung ist 1,4969 ha groß und hat einen Einheitswert von 4 100 DM„ Erben des Erblassers waren zu 1/4 seine am 9o Mai 1958 verstorbene Ehefrau Margarethe B^P^H geb„ «■» und zu je 3/20 seine fünf Kinder, nämlich Liehe Erben der Ehefrau Gertrud deren Ehemann Landwirt Alfred dessen Sohn Heins geboren am Zunächst hatte die Jüngste Tochter des Erblassers, Frau Gertrud im Einverständnis mit der Mutter und den übrigen Geschwistern die Zuweisung der Besitzung beantragt mit der Begründung, daß sie 'von den Geschwistern am längsten auf der Stelle gelebt und die'Wirtschaft geführt 5 insbesondere für die Wiederherstellung des durch Kriegseinwirkung beschädigten Anwesens gesorgt habe* Die Tochter des verstorbenen Sohnes Friedrich widersprach dem Anträge und bat ihrerseits, die Steile ihr zuzuweisen, weil ihr Vater, der bis zu seiner Eheschließung im -Jahre 1977 auf der Besitzung gelebt 'and dasselbe Handwerk wie der Erb- Nachdem die Ehefrau Gertrud während des Ver fahrens im ersten Rechtszug gestorben war, beantragte ihr Ehemann, die Besitzung seinem Sohn Heinz G^^^ zuzuweisen0 Das Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) gab dem Antrag statto Auf die sofortigen Beschwerden der Antragstellerin und des ältesten Sohnes des Erblassers, Johann der nunmehr ebenfalls die Zuweisung beanspruchte, verwies Im weiteren Verfahren haben Hanna und Johann ihre Zuweisungsanträge aufrechterhalten, während Alfred Kf für seinen Sohn sowie die Ehefrau Anna und die Abwesermeitspflegerin des vermißten Heinrich Bl nur einen Antrag auf Festsetzung einer angemessenen Abfindung gestellt habeno Das Landwirtschafttsgericht hat die Besitzung der Antragstellerin Hanna zugewiesen und die an die Miterben zu zahlenden Abfindungen für Jeden Stamm auf 2 500 DM# insgesamt 10 000 DM festgesetzt0 Auf die sofortige Beschwerde des Antragsgegners Johann hat das Oberlandesgericht diesem die Besitzung zugewiesen und die Abfindungen für die Miterben ebenfalls auf 10 000 DM bemessen. Jedoch für den Fall der Veräußerung des G-rundbe-sitses während der nächsten 20 Jahre eine Ausgleichspflicht des Beschwerdeführers entsprechend § 13 HöfeO angeordnet» Mit der Rechtsbeschwerde verfolgt die Antragstellerin ihren Zuweisungsantrag weiter» Der Antragsgegner bittet um Verwerfung, hilfsweise Zurückweisung des Rechtsmittels» Die Rechtsbeschwerde ist, da sie vom Oberlandesge-rieht nicht zugelassen ist (§ 24 Abs» 1 LwVG) und auch keiner der Fälle des § 24 Abs» 2 Nr« 2 IwVG- vorliegt. BrMilRegVO Nr* 84 kann, wenn eine einen Miterben nach den Regeln der Hefeordnung übertragen und dabei die von dem Erwerber an die Miterben zu .zahlenden feordnung gebunden sei, diese aber zu dem Ausgangspunkt zu nehmen nabe, und daß eine Abweichung nur dann geboten sei, ‘wenn die Anwendung der Regeln der Höfeordnung dem Willen des Erblassers widersprechen oder bei den besonderen Verhältnissen des Halles zu einem unbilligen Ergebnis führen würde0 Nach de?? Auffassung des Beschwerdegerichts liegt kein Grund vor, der eine Abweichung von der Hoferbenordnung rechtfertigen würdeö Der Erblasser hat, wie das Oberlandesgericht feststellt, kurz vor seinem Tode sich zwar nicht unmittelbar über die Vererbung der Besitzung geäußert, jedoch zu dem Ausdruck gebracht, daß er die Stelle seinem damals immerhin schon 2? Abfindungen festsetzeno Bas Oberlandesgericht geht bei der Auslegung dieser Vorschrift davon aus, daß das Gericht bei der Auswahl des Erwerbers nicht an die FolgeOrdnung der Hö- unbillig wäre, daß a iJ 0 r e ~ne so ..one Uuu—-~S~ keib in Verhältnis des A nt r a g s g Q g51 e - s sur Antrags ue.L^erm nicht fest-gestellt werden könneo Es seien weder Verdienste des Vaters der Antragstellerin ersieht__ch geworden, die ihr eine Rechtsstellung verleihen konnten? 155) angeschlossen, wonach das Gericht i111 Zuweisungsverfahren bei der Auswahl des Erwerbers nicht .an die aus der gesetzlichen Hoferbenordnung sich ergebende Reihenfolge gebunden ist, vielmehr bei der' Auswahl des Mil-C-uhen auch den wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Bruj.assers berücksichtigen kann« An dieser Auffassung hat d&r Senat in dem von der Rechtsbeschwerde angeführten Bes Abweichung begründeie dann., wenn die Abweic unvernünfügen Willen Anwendung der Regeln Verhältnissen des Pal r Anlaß bestellt, so insbesondere hung dem festgestellten und nicht des Erblassers entsprechen oder die der HöfeOrdnung bei den besonderen les su einem unbilligen Ergebnis füh- landesgericht von diesen Grundsätzen abgewichen sein so_.._0 Das Beschwerdegericht hat sich vielmehr der Rechtsauffas— sung des Senats angesehlossen, indem es bei der Auswahl des Erwerbers von der Hoferbenordnung ausgeht, jedoch unter bestimmten Voraussetzungen eine Abweichung hiervon für geboten hält» Die Begründung des Oberlandesgerichts weicht lediglich in der Formulierung teilweise von der Begründung des Beschlusses vom 120 Juni 1951 ab0 Während das Beschwer- ds sei/3u desha_b voraus, daß das Beschwerdegericht eine Rechi.-sj.rdge andeis oeanfewor ^ei», mi vor._regenden Pali die Vorschrift des Art* VI Nr* 17 BrMilRegVO Nr* 84 anders aus-gelegt i-&tj a_s d^-es um Beschruß des Senats vom 12* Juni 1951 geschehen ist* Das ist, wie bereits ä v.s ge führt, nicht der Pau.^.o ch lediglich gegen die Beweiswürdigung wie überhaupt die Würdigung des Sachverhalts durch das Oberlandes-t richtet, kann deshalb nicht eingegangen werden* Die ob diese Würdigung etwa rechtlich zu beanstanden wä~