BGH · V BLw 27/52
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bie Rechtsbeschwerde wird auf Kosten des Antragstellers als unzulässig verworfen. dereien und eine Scheune gepachtet, wegen schlechter Wirtschaftsführung wurde sein landwirtschaftlicher Betrieb, der aus 8,11 ha Eigenland und etwa 15 ha Pachtland he-stand, im Jahre 1945 unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Februar 1955 verpachtet; von der Pachtung Severin wurden ihm.nur die Scheune und 2,8321 ha Pachtlän- Am 25 September 1951 hat der Antragsteller beim Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) beantragt, die am 31» Oktober 1951 ablaufende Pachtzeit für die Heidkoppel und die Scheune auf angemessene Weit zu verlängern. Dezember 1951 hat der Antragsteller nach Inhalt des Sitzungs-Protokolls seinen Pachtverlängerungsantrag hinsichtlich der Scheune und Ileidkoppel nurückgenommen und statt des- Das Amtsgericht hat hinsichtlich der Heidkoppel Vollstreckungsschutz in der Leise gewährt, dass der Antragsteller diese Loppel bis zu dem 31* Oktober 1952 an den Antragsgegner zu 1 hereiazugeben habe • Nachdem der Anträgs-gegner zu 1 rechtzeitig sofortige Beschwerde gegen die Gewährung von ^ollstrecküngsschutz eingelegt hatte, hat sich der Antragsteller nach Ablauf der Beschwerdefrist auf den Standpunkt gestellt, er habe in der Verhandlung vor dem Amtsgericht seinen Pachtverlängerungsantrag hinsichtlich der Scheune nicht zurückgenommen, das habe er nur hinsichtlich der Heidkoppel getan und mit Bezug auf diese um Vollstreckungsschütz gebeten; er hat deswegen um Aufhebung des Beschlucses des Amtsgerichts und Zurückverweisung der Sache gebeten. Das Oberlandesgericht Lat die verspätet eingelegte sofortige Beschwerde des Antragstellers als unzulässig verworfen und auf die sofortige Beschwerde des Antragsgegners zu 1 unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses den Vollstreclcungsschutzantrag Hals nicht in den Zuständigkeitsbereich der Landwirtschafts-gerichte gehörig zuräckgewiesen.M . Lit der Rechtsbeschwerde beantragt der Antragstellers in erster Linie: ihm unter Abänderung des angefochtenen Beschlusses sowohl hinsichtlich der ileidkoppel als auch hinsichtlich der Scheune Vollstreckun^sschutz mindestens bis zu dem 31* Oktober 1952 zu gewähren; in zweiter Dinies den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zur'lckzuverweisen; in dritter Linie s die Sache gemäss § .3 Abs 5 LVO in Verbindung mit § 276 ZPO an das Amtsgericht - Vollstreckungsgericht - zu verweisen. Soweit die Landwirtschaftsgerichte auf dem Gebiet der Zwangsvoll strec3:ung Entscheidungen erlassen, ist, ausser in den hier nicht vorliegenden Fällen, der Festsetzung des hächstzulässigen Gebots und der Bietgenehmigung (§53 LYO), eine Rechtsbeschwerde nicht zulässig Februar 1952, V BLw 8/52; vgl aüch'OGHZ 3, 164/6 und Lange-Y/ulff, Ilöfeordnung, 3* Aufl Anm 707)« Ob die Landwirtschaftsgerichte dabei, ihre Zuständigkeit zu Unrecht verneint oder bejaht haben., ist ohne Bedeutung; dieser Gesichtspunkt kann auch nicht entsprechend der Auffassung der Rechtsbeschv.erde jaus der Be-stimaung des § 2 Abs 3 LVR die Zulüssigkeit der Aechtsbe-schwerde rechtfertigen, weil es sich im Verhältnis der Zuständigkeit von LandwirtscLaftsgericht und vollstreckun0s-gericht nicht um eine Frage der Zulässigkeit des Verfahrens vor den ordentlichen Gerichten handelt; Landwirtschaftsgericht und Vollstreckungsgericht sind beide Abteilungen der ordentlichen Gerichte (Beschluss des erkennenden Senats vom Beschwerdegericht die sofortige Beschwerde des Antragstellers wegen Verspätung mit AecJ.tals unzulässig verworfen hat. Die Pwechtsbj schwer de des Antragstellers war hiernach ‘ auf seine Kosten als unzulässig zu verwerfen und ihm auch die Erstattung der den Antragsgegnern ausserhalb des Kechts-beschwerdeVerfahrens .entstandenen Kosten aufzuerlegen (§ 10 XjVR in Verbindung mit $§ 42, 43, 50, 51 LVO).