BGH · V BLw 23/59
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des 10« Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Hamm vom 23» Juni 1954 wird auf Kosten des Antragstellers, der dem Antragsgegner die außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstatten hat, als unzulässig verworfen« Das Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) hat den Antrag des Antragstellers festzustellen, daß er nach dem Tode der im Jahre 1931 verstorbenen Helene von Hoferbe des Rittergutes geworden sei, zurückgewie- Die Beteiligten schlossen darauf vor dem Beschwerdegericht einen Vergleich, durch den der Antragsgegner sich u.a. verpflichtete, für den Pall, daß er Hoferbe geworden sei, an den Antragsteller auf dessen Lebenszeit monatlich 750 DM zu zahlen«, Der Antragsteller nahm in dem Vergleich seine sofortige Beschwerde zurück« Das Oberlandesgericht hat sodann nach weiterer Verhandlung durch den angefochtenen Beschluß die Erbfolge des Antragsgegners festgesteilt« Dieser Beschluß ist dem Rechtsanwalt L^|, der den Antragsteller in erster Instanz und im Beschwerdeverfähren vertreten hatte, am 5, August 1954 zugestellt worden« Mit Schriftsatz vom 24« April 1959 - eingegangen beim Bundesgerichtshof am 29 o April 1959 - hat der Antragsteller gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Rechtsbeschwerde eingelegt mit dem Anträge, die Entscheidung des Beschwerdegerichts aufzuheben o Der Antragsgegner bittet um Zurückweisung des Rechtsmittels o Es mag dahingestellt bleiben, ob die Rechtsbeschwerdefrist, die nach §§ 25, 21 Abs» 2 LwVG einen Monat seit Zustellung des Beschlusses beträgt, bereits verstrichen ist oder überhaupt noch nicht in Lauf gesetzt wurde, weil der Antragsteller, wie er geltend macht, in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht nach Zurücknahme der sofortigen Beschwerde nicht mehr von Rechtsanwalt vertreten worden sei und die Entscheidung des Oberlandesgerichts deshalb dem Antragsteller persönlich hätte zugestellt werden müssen» Die Rechtsbeschwerde ist, auch wenn die Rechtsmittelfrist gewahrt sein sollte und eine Rechtsbeeinträchtigung des Rechtsbeschwerdeführers zu bejahen ist, nur unter den Voraussetzungen des § 24 LwVG zulässig» Die Rechtsbeschwerde ist vom Oberlandesgericht nicht zugelassen (§ 24 Abs. 1 LwVGr). sich um die «Unzulässigkeit des Verfahrens vor den ordentlichen Gerichten” handelt» Ein solcher Pall ist nur dann gegeben, wenn die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte, zu denen auch die Landwirtschaftsgerichte gehören (vgl* BGHZ 12, 254), in Zweifel gezogen wird, wenn also streitig ist, ob das Landwirtschaftsgericht zur Entscheidung berufen ist oder über den Streitfall eine andere Stelle - etwa ein Sondergericht, ein Verwaltungsgericht oder eine Verwaltungsbehörde - zu befinden hat (vgl» Beschlüsse des Senats vom 7- Pebruar 1955, V BLw 3/55, RdL 1955, 103 und 20o Dezember 1955, V BLw 66/55)c Der Antragsteller wendet sich jedoch überhaupt nicht gegen die Zuständigkeit des Landwirtschaftsgerichts- sondern hält das vom Beschwerdegericht eingeschlagene Verfahren für unzulässig. Die Rechtsbeschwerde mußte deshalb, ohne daß die Präge geprüft werden konnte, ob das Oberlandesgericht nach Zurücknahme der sofortigen Beschwerde noch über den Peststellungsantrag des Antragsgegners entscheiden durfte, als unzulässig verworfen werden»