BGH · V BLw 21/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Landwirtschaftsgericht hat festgestellt, daß die Beteiligte zu 2 Hoferbin geworden sei* ‘Die sofortige Beschwerde der Beteiligten zu 1 hatte keinen Erfolg* Gegen diese Entscheidung wendet sich die Beteiligte zu 1 mit der Rechtsbeschwerde, die rechtzeitig eingelegt und begründet worden ist« Sie ist aber, da das Rechtsmittel vom Beschwerdegericht nicht zugelassen worden ist, nur statthaft, wenn einer der Fälle des § 24 Abs« 2 LwVG gegeben ist* Die Rechts beschwerde trägt denn auch vor, der angefochtene Beschluß weiche von Entscheidungen des Senats vom 3* Juli 1962 (LM § 6 HöfeO Hr* 15) und vom 3- Februar 1959 (RdL 1959? zeiten ein erhebliches eigenes Interesse an der Wirtschaft des Hofes gehabt habe, seien schon im allgemeinen weniger strenge Anforderungen zu stellen als bei einem fremden Bewerber o Die Beweisaufnahme habe zudem ergeben, daß die Witwe nicht nur von bäuerlicher Herkunft sei, son- dern auch während ihrer rund 40 Jahre dauernden Ehe infolge Kriegsabwesenheit und Krankheit ihres Mannes oft die Hauptlast der Betriebsführung zu tragen gehabt habe und daß sie diese Aufgabe auch vollkommen meistern konnte« Bei ihr seien auch weder über eine normale Altersgebrechlieh-koit hinausgehonde körperliche Mängel noch geistige Gebrechen festzustelleno Für die Prüfung, ob das Beschwerdegericht damit von den genannten Beschlüssen des Senats abgewichen ist, ist auszugehen von den tatsächlichen Feststellungen des Beschwerdegerichts« Ws# die Rechtsbeschwerde als Ergebnis der Beweisaufnahme vorträgt, stellt eine eigene tatsächliche Würdigung des Beweisstoffes dar und kann daher vom Senat nicht beachtet werden« Die Rechtsbeschwerde sieht eine Abweichung im Fehlen der Feststellung, daß die Beteiligte zu 2 in der Lage sei, einen Wirtschaftsplan aufzustellen und durchzuführen« Es handelt sich jedoch im vorliegenden Falle um einen Hof in einer Größe von knapp 13 ha Land« Für einen Hof dieser Größenordnung hat der Senat in beiden Entscheidungen nicht'ausgesprochen, daß die Witwe eines Bauern, wenn sie den Hof erben wolle, in der Lage sein müsse * einen Y/irtschaftsplan selbständig aufzustellen« In den beiden Vergleichsfällen handelt es sich um Höfe größerer Ordnung« Bei der Prüfung der Wirtschaftsfähigkeit kommt es aber wesentlich auf die gegebenen Umstände des einzelnen Falles an« Daß die Beteiligte zu 2 auf ihrem elterlichen bäuerlichen Hof aufgewachsen ist, hat das Beschwerdegericht nicht allein für maßgebend angesehen.. Es liegt daher auch keine Abweichung von dem Beschluß des Senats vom 3« Juli 1962 vor, wo der Grundsatz aufgestellt ist, daß dieser Umstand nicht allein maßgebend sein könne« Ist ein Pall der Abweichung nicht gegeben, so muß das Rechtsmittel als unzulässig verv/orfen werden; zu den sachlichen Bedenken der Rechtsbeschwerde kann daher nicht Stellung genommen werden« Die Kostenentschoidung beruht auf §§ 35, 44 LwVGr« Für die Berechnung des Beschwerdewerts war der Einheitswert des Hofes maßgebend«