BGH · V BLw 20/83 vom 19.01.1984
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Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des 10; Zivilsenats - Landwirtschaftssenat - des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 16. Juni 1983 wird auf Kosten des Beteiligten zu 2, der dem Beteiligten zu 1 die außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstatten hat, zurückgewi e s en. 01000 1963 geborene Beteiligte zu 1 ist der Sohn des Beteiligten zu 2 und dessen früherer Ehefrau Heidemarie B000 die Ehe der Eltern ist durch Urteil vom 0. schaftsgericht einen Erbschein mit Hoffolgezeugnis u.a. dahingehend erteilt, daß die Erblasserin bezüglich des höfefreien Vermögens von den Beteiligten zu 2, 3 und 4 beerbt worden ist und daß der Beteiligte zu 2 Hoferbe des im Grundbuch von D0H0B1 Band 0 Blatt eingetragenen Hofes geworden ist. Auf die Beschwerde des Beteiligten zu 1 hat das Oberlandesgericht diesen Beschluß aufgehoben und das Landwirtschaftsgericht angewiesen, den Erbschein mit Hoffolgezeugnis einzuziehen. Er beantragt, den Beschluß des Oberlandesgerichts aufzuheben und die Beschwerde des Beteiligten zu 1 gegen den Beschluß des Landwirtschaftsgerichts "zurückzuweisen", da der damals noch minderjährige Beteiligte zu 1 im Beschwerdeverfahren nicht rechtswirksam vertreten gewesen sei. Die nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 LwVG zulässige Rechtsbeschwerde ist unbegründet. Das Beschwerdegericht hat die Beschwerde des Beteiligten zu 1 gegen den die Einziehung des Erbscheins ablehnenden Beschluß des Landwirtschaftsgerichts zu Recht als zulässig angesehen. 1. Die Rechtsbeschwerde meint, im Hinblick auf das Vertretungsgebot nach §§ 1629 Abs. 2, 1795 Abs. 1 Nr. 3 BGB habe der Beteiligte zu 1 im Beschwerdeverfahren durch seine Mutter nicht gesetzlich vertreten werden können, so daß die Rechtsbeschwerde unzulässig gewesen sei. a) Nach § 1629 Abs. 2 BGB können der Vater und die Mutter das Kind insoweit nicht vertreten, als nach § 1795 BGB ein Vormund von der Vertretung ausgeschlossen ist. Dies ist nach § 1795 Abs. 1 Nr. 3 BGB bei einem Rechtsstreit zwischen dem Ehegatten des Vormunds und dem Mündel der Fall. Ein Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit ist kein Rechtsstreit im Sinne des § 1795 Abs. 1 Nr. 3 BGB (BGH Beschluß vom 27. Ob und inwieweit für die echten Streitverfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit etwas anderes gilt, kann hier dahingestellt bleiben, weil das vorliegende Verfahren auf Einziehung eines Erbscheins mit Hoffolgezeugnis entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde kein solches echtes Streitverfahren ist. sind wechte Streitverfähren” der freiwilligen Gerichtsbarkeit dadurch gekennzeichnet, daß einander zwei Beteiligte oder zwei Gruppen von Beteiligten mit entgegengesetzten Interessen gegenüberstehen und die Aufgabe des Gerichts darin besteht, über behauptete subjektive Rechte zwischen diesen zu entscheiden; Besonderheiten solcher Streitverfahren bestehen darin, daß die Beteiligten das gerichtliche Verfahren insofern beherrschen, als sie es durch Zurücknahme des Antrags, Anerkenntnis, Verzicht oder Vergleich in der Regel beenden oder beschränken können und insofern eine gewisse Dispositionsbefugnis haben (Keidel/ Kuntze/Winkler, Freiwillige Gerichtsbarkeit 11. Deshalb besteht keine Veranlassung, im Gegensatz zu dem Erbscheinseinziehungsverfahren das Verfahren auf Einziehung eines Hoffolgezeugnisses als eine Rechtsstreitigkeit im Sinne des § 1795 Abs. 1 Nr. 3 BGB anzusehen. Juni 1982 die Ehe zwischen der Mutter des Beteiligten zu 1 und dem Beteiligten zu 2 schon vor Einlegung der Beschwerde gegen den Beschluß des Landwirtschaftsgerichts rechtskräftig geschieden und in dem Scheidungsurteil die elterliche Sorge für den Beteiligten zu 1 auf die Mutter des Beteiligten zu 1 übertragen worden war. Diese Frage braucht hier jedoch nicht entschieden zu werden, weil der Beteiligte zu 1 aus den unter Nr. 1 dargelegten Gründen im Beschwerdeverfahren durch seine Mutter wirksam vertreten worden ist. Nach alledem hat das Beschwerdegericht die Beschwerde des Beteiligten zu 1 mit Recht als zulässig angesehen. Die Rechtsbeschwerde des Beteiligten zu 2 ist deshalb als unbegründet zurückzuweisen (vgl.