BGH · V BLw 19/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des 100 Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 4= April 1966 wird auf Kosten des Antragstellers zuruckgewieseno Der Geschäftswert wird für das Rechtsbeschwerdeverfahren auf 14 610 DE festgesetzte Gründe ; Obwohl kein erwerbswilliger Landwirt vorhanden sei, der das Land in eigene Nutzung nehmen wolle, sei die Veräußerung an den Antragsteller als ungesund im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr, 1 GrdstVG zu beurteilen» Die Bedenken, daß 3ich in der Feldmark nichtbäuerliche Eigentümer niederließen, die möglicherweise ihr Land einzäunen oder verunkrauten liei3en, die die Flurbereinigung erschwerten oder die Preise hochtrieben, blieben bestehen o Die Voraussetzungen des § 9 Abs.7 GrdstVG lägen nicht vor. tfert auf den Verkauf gelegt hätteno Eie hätten aus dem Erlös die Anteile der Miterben auszahlen wollen« wenn der Bevollmächtigte der Erben vor dem Beschwerdegericht erklärt habe, er sei an der Veräußerung an den Antragsteller nicht mehr interessiert, düxrfe diese Ginnes-wandlung nicht berücksichtigt werden® Der Antragsteller wolle das Grundstück aus Liebe zur Landwirtschaft erwerben und würde es ordnungsgemäß bewirtschaften« Er sei in Ungarn auf dem landwirtschaftlichen Besitz des Vaters aufgewachsen« Der Vater, der mit dem Antragsteller zusammenlebe, und nur von seinem Gohn beerbt werde, möchte bei der Bewirtschaftung des KaufgrundStücks mitarbeiten® Mit dem Beschwerdegericht ist davon auszugehen, daß der Kall des § 4 Nr® 3 GrdstVG, wonach die Genehmigung nicht notwendig ist, nicht gegeben ist« Lie Eeehtsbe-sehwerde greift den Beschwerdebeschluß insoweit auch nicht an. Weiterhin ist der Antragsteller als Nichtlandwirt anzusehen, der die gekaufte Parzelle gärtnerisch nutzen will« Schließlich steht fest, daß ein hauptberuflicher Landwirt am Erwerb interessiert ist, der mit Hilfe des Landes eine Aussiedlung erreichen und im Zuge dieses Vorhabens die Parzelle gegen ein bei seinem Aussiedlerhof liegendes Grundstück eines Nichtlandwirts eintauschen will« Bei der Versteigerung hat das Gebot des Interessenten $0 DM untex" dem des Antragstellers gelegen® Wie der Senat in seinem Beschluß vom 28® Oktober 1965 - V BLw 25/65 (RdL 1966, 16, 17) in Übereinstimmung mit seiner ständigen Rechtsprechung dargetan hat, soll landwirtschaftlich genutzter Boden in den Händen von Landwirten verbleiben und nur ausnahmsweise an Nichtlandwirte fallen» Deshalb setzt die Erteilung der Genehmigung zunächst voraus, daß für den Erwerb durch den Eichtlandwirt ein triftiger Grund vorliegt (vgl» BGHZ 45, 279, 282)» Wenn ein derartiger Grund gegeben ist, bleibt weiter zu erwägen, ob sich hauptberufliche Landwirte für den Erwerb interessieren» Ist dies der Fall, hat der Tatrichter festzustellen, ob den Interessen des Käufers oder denen des Landwirts der Vorrang gebührt (vgl» Wöhrmann GrdstVG $ 9 Rdn» 52). Danach kommt es im vorliegenden Fall zunächst darauf an, ob überhaupt ein begründeter Anlaß besteht, von der oben erwähnten Hegel, daß landwirtschaftliche Grundstücke nur Landwirten zukommen sollen, abzugeheno Diese Frage hat das Beschwerdegericht ersicntlich verneint» Ls hat nicht etwa die Auffassung geäußert, daß ausnahmslos jeder Lrwerb von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken durch einen Eichtlandwirt oder üichtforstwirt ungesund sei (vgl» hierzu den Bericht des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 30» Harz 1961, Deutscher Bundestag 3» Wahlperiode, Drucksache 2365 zu § 9) o Das Oberlandesgericht bat die Lage des Antragstellers, der das Grundstück gärtnerisch nutzen will, gewürdigt» Damit entfällt bereits die weitere Prüfung, ob hier angesichts der Tauschabsicht des interessierten Landwirts im Zeitpunkt der Entscheidung über die Genehmigung in der Tatsacheninstanz (vgl» Beschluß des Senats vom 28» Oktober 1965 - V BLw 19/65 j RdL 1966, 17, 20) ein Bewerber vorhanden gewesen ist, dessen Interessen denen des Antrag-