BGH · V BLw 16/63
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
April 1962 veräußerte sie das Grundstück zu dem Preis von 25 000 DM an die Beteiligte zu 1 und ließ es auf.Das Grundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet und grenzt an den landwirtschaftlichen Besitz der Beteiligten zu 3 unmittelbar an. Kein Vertragsteil kann solche Versagungsgründe mit der Beschwerde verfolgen; das gilt ebenso für Privatpersonen, die nicht am Vertrage beteiligt sind» Bas Interesse der Beteiligten zu 3 am Erwerb des im Streit stehenden Grundstücks steht nicht einem Hecht gleich, das durch die Erteilung der Genehmigung beeinträchtigt sein könnte; es ist. . noch nicht einmal eine Anwartschaft auf Erwerb dieses Grundstücks gegeben« Ohne daß es daher auf die Beantwortung der Präge ankommt, ob das Rechtsmittel nach § 24 Abs« 2 Lv;VG zulässig ist (die Rechtoboschwerdcführerin meint, der angefochtene Beschluß weiche von einen Beschluß des beschließenden Senats ab) und ob ihre sachlichen Bedenken gerechtfertigt sind, muß die Rcchtsbeschwerde dieser Beteiligten schon aus dem Grunde der mangelnden Beschwerdeberechtigung als unzulässig verworfen werden«, 2. Was das Rechtsmittel der Landv/irtschaftskammer anlangt, so ist es nur zulässig, wenn (da das Beschwerdegericht dio Zulassung nicht ausgesprochen hat) der angefochtene Beschluß von dom in der Rechtsbeschwerdebegründung angeführten Beschluß des Senats vom 12« Pobruar 1963 abweicht und auf dieser Abweichung auch beruht (§ 24 Abs«, 2 I»wVG), Das trifft indessen nicht zu. Das Beschwcrdcgericht führt aus: Eine ungesunde Verteilung von Grund und Boden (§9 Abs. 1 Nr« 2 GrdstVG) liege in der Regel dann vor, wenn die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur v/iderspräche« Das sei im allgemeinen dann der Pall, wenn ein land- oder forstwirtschaftliches Grundstück an einen Nichtlandwirt oder Nichtforstwirt veräußert werde« Der land- und forstwirtschaftliche Besitz solle in erster Linie den Berufslandwirten und Berufs-forstwirton als Grundlage für ihre Existenz Vorbehalten bleiben; solche Grundstücke sollten grundsätzlich nur an solche Personen veräußert werden, die sie auch selbst bewirtschaften und an der bisherigen Nutzung nichts ändern wollten, Pas schließe aber nicht aus, daß in Ausnähmefällen auch Nichtlandwirte landwirtschaftlichen Grundbesitz erwerben könnten, wenn wichtige Gründe dafür Vorlagen« Hier seien nun besondere Verhältnisse gegeben« Pas Grundstück, dessen Ertragswert außerordentlich niedrig sei, habe einen sehr hohen Verkehrswert o Pie Beteiligte zu 1 rechne damit, daß für dieses Grundstück demnächst eine Baugenehmigung erteilt werde; dieser Gedanke sei nicht abwegig. In unmittelbarer Nähe des Grundstücks seien bereits mehrere Wohnhäuser erbaut, in der nächsten Umgebung 9833 qm in Bauplätze umgewandelt und weitere 10 Morgen Land als Bauland veräußert worden, Pie Gemeinde Telgte beabsichtige, unmittelbar neben dem verkauften Grundstück ein Freibad zu errichten« In seiner Nähe befänden sich seit 1928 Tennis- und Sportplätze (1,5 ha), Pie Versagung der Genehmigung würde eine unzu demutbare Härte für die Verkäuferin bedeuten» Mit 40 000 BM, welchen Betrag die Käuferin nunmehr zu zahlen bereit und willens sei, sei der innere Wert des Grundstücks ausgedrückt« Pie Verkäuferin könne nicht gezwungen werden, das Grundstück zu einem Kaufpreis abzugeben, der ihn lediglich als forstwirtschaftlich genutztes Grundstück zukomnco Ihr Wunsch, das Grundstück zw veräußern und den Erlös an ihre Kinder zu dem Zwecke der Auseinandersetzung zu verteilen, müsse berücksichtigt wci*den» Allerdings seien sowohl die Beteiligte zu 3 wie auch eine Berufslandv/irtin bereit, den Kaufpreis von 40 000 DM zu zahlen« Pann könne aber darüber kein Zweifel bestehen, daß sie das Grundstück zu Spekulations-zwccken und nicht etwa zur forstwirtschaftlichen Nutzung erwerben wollten« Sei das aber der Fall, so führe die Veräußerung an die Beteiligte zu 1 nicht zu einer ungesunden Verteilung von Grund und Boden» Penn Sinn und Zweck des Grundstüclc-vcrkchrsgcsctzes sei nicht, landwirtschaftlichen Grund und Boden Berufslandwirton zu belassen, die ihn nicht landwirtschaftlich nutzen wollten, sondern als Spekulationsobjekt betrachteten« Seine Entscheidung beruht letztlich auf der.Besonderheit des gegebenen Palles, die nach den Ausführungen des Beachv/crdcgorichts darin liegt, daß auch Berufslandwirte und Berufoforstwirto, die sich für das Grundstück interessieren, dieses zu Spekulationszwecken und nicht zur Fortsetzung der forstwirtschaftlichen Nutzung erwerben wollten; denn sonst würden sie, wie das Boschv/erdegericht meint, den hohen Anschaffungspreis nicht der Verkäuferin zukommen lassen. Nach Ansicht des Besohwerdegerichto liegt unter solchen Umständen, wo das Grundstück Landwirten wie Wichtlandwirten bei einen Ankauf nur als Kapitalanlage dienen würde, keine ungesunde Verteilung von Grund und Boden vor, v/enn das Grundstück an einen Richtlandwirt oder Hichtforotwirt übertragen wird. besondere nicht ausgesprochen hat, eine ungesunde Verteilung von Grund und Boden liege bei einem Ankauf durch einen Nichtlandwirt zu dem Zwecke der Kapitalanlage selbst dann vor, wenn auch Landwirte das Grundstück nur zu Spekulationszwecken erwerben wollten» Mithin weicht der angefoehtene Beschluß nicht von den Ausführungen do3 Senats im Beschluß vom 12» Februar 1963 ab» Der Senat hat in der genannten Entscheidung entgegen der Meinung der Rechtsboschwerde nicht ausgesprochen, der Erwerb von land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücken zu dem Zwecke der Kapitalanlage führe immer und ausnahmslos zu einer ungesunden Verteilung von Grund und Boden im Sinne des § 9 Abs» 1 Nr» 1 GrdotVGo Eine Abwbichung liegt auch nicht darin, daß die Genehmigung einer Nichtlandwirtin erteilt worden ist» Denn der Senat hat in dem erwähnten Beschluß nicht ausgeführt, daß die Erteilung der Genehmigung für Nichtlandwirte schlechthin ausgeschlossen sei» Das gilt auch für die Meinung der Rechtsbe-schv/ordc, eine Abweichung liege darin, daß das Grundstück anderen Landwirten vorenthalten werde, die bereit und in der Lago seien, es zu angemessenen Bedingungen zu erwerben» Das Bcschwcrdcgcricht hat das nicht übersehen, aber aus den besonderen Gründen des gegebenen Falles die Genehmigungsertei-lung für gerechtfertigt angesehen. Dabei ist es auch nicht, wie die Rechtsbcschwerde meint, von der Auffassung ausgegangen, die Käuferin habe vorrangige Gründe für den Erv/erb des Grundstücks» Handelt es sich sonach bei der Auffassung des Beschwerde-gcrichts nicht um eine Abweichung von dem erwähnten Beschluß des Senats, sondern um die Beurteilung einer besonderen Sachlage, für die das Beschwerdegoricht eine ungesunde Verteilung von landwirtschaftlichen Grund und Boden verneint, so fehlt es an der Zulässigkeit des Rechtsmittels; auf die sachlich-rechtlichen Bedenken der Landwirtschaftskammer kann daher, 3» Bio Gcrichtckoston für das Rechtsbeschv/erdeverf ähren troffen die Ehefrau Osthucs; eine Beteiligung der Landwirtschaf ts3rammcr scheidet auf Grund des § 42 Abs, 2 I»y/VG aus; die den Rcchtsbcschwerdcgegncrinnen im Rechtsbeschwerdever-fahren erwachsenen außergerichtlichen Kosten müssen dagegen auch von der Landwirtschaftskammer, und zwar zur Hälfte erstattet werden;.! 9 ff) den Ersatz der außergerichtlichen Kosten nicht atiQo Bie andere Hälfte hat die Ehefrau Osthues gemäß § 45 Ab3, 1 LwVG zu erstatten, Ber Geochaf tsv/ert für das Rechtsbeschv/erdeverfahren ergibt sich aus dem notariell vereinbarten Kaufpreis des Grundstücks, Br» Tasche Br, Augustin Br» Piepenbrock