BGH · V BLw 14/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bio Rechtsboschwerde gegen den Beschluß des lo Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 24« Februar 1964 wird auf Kosten der Rechtsbcschwerdeführcr, die dem Rechtsbeschwerdegegner die außergerichtlichen Kosten dos Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstatten haben, als unzulässig verworfene Ber Geschäftswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird auf 4°000 BM festgesetzte Die Ehefrau Frieda (Beteiligte zu l) hat mit Zu- 1 Nr. 1 GrdstVG (ungesunde Verteilung des Grund und Bodens) j und auch dos § 9 Abs. 1 Nr. 2 GrdstVG (unwirtschaftliche Auf- i teilung eines Grundstücks) für gegeben. Den Versagungsgrund dos § 9 Abs. 1 Nr. 2 GrdstVG hält das Be-schwordegericht für gegeben, weil durch die Veräußerung Miteigentum gegründet werden solle und deshalb die Gefahr einer realen Aufteilung bestehe, die zu einer unwirtschaftlichen Teilung des ohnehin schon kleinen Grundstücks führe. Die Rechtsbeschwerde führt zur Begründung der Zulässigkeit des Rechtsmittels lediglich den Beschluß des Obcrlandes-gcrichts Karlsruhe von 29* Mai 1963 (RdL 1963? 266) an, in dom die Auffassung vertreten wird, daß die Genehmigung zur Veräußerung an oinen Nicht land v/irt nicht wegen ungesunder Bodenverteilung versagt werden könne, wenn kein Landwirt bereit sei, den vom Gericht als angemessen ermittelten Verkehrswert als Kaufpreis zu zahlen» Auf eine Abweichung von diesor Entscheidung kann die Zulässigkeit der Rocht obeschwer de jcdocl nicht gestützt werden«. Ist eine bestimmte Rechtsfrage boroits durch den Bundesgerichtshof entschieden, so kommt es allein auf eine Abweichung von seiner Entscheidung an (vgl» Beschluß des Senats vom 7» Dezember 1954, V BLw 48/54, RdL 1955, 75)» Nach der Rechtsprechung des Senats führt die Veräußerung einee landwirtschaftlichen Grundstücks an einen Nichtlandv/irt, wenn besonders triftige Gründe, die eine Hintansetzung der Intor-oeson der Landwirtschaft rechtfertigen, nicht vorliegcn, zu einer ungesunden Bodenverteilung, wenn Landwirte gewillt und in der Lage sind, das Grundstück zu angemessenen Bedingungen zu erwerben, d,h. Von dieser Rechtsauffassung geht auch das Beschwerdogericht aus, so daß eine Abwci^Jiuhgim Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG nicht vorliegt» Die Frage, ob die Feststellung des Besehwerdegcrichts, der sei bereit, das Grundstück zu einem volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preis zu erwerben, etwa rechtlich zu beanstanden sein würde, kann nur bei Zulässigkeit der Rechtobeschwerde geprüft werden.