BGH · V BLw 11/76
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
in der LandwirtschaftsSache betreffend die gerichtliche Zustimmung zu dem Testament der Eheleute Theodor BflBBHBPünd Anna geb. März 1976 wird auf Kosten der Beteiligten zu 1 bis 5» die der Beteiligten zu 6 die außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstatten haben, mit der Maßgabe als unbegründet zu-rückgewiesen, daß die Beschwerde gegen den Beschluß des Amtsgerichts - Landwirtschaftsgerichts - Recklinghausen vom 2k. Als Voreigentümer des Hofes war der - im Jahre 1952 verstorbene - Landwirt Theodor Heinrich geschlossen hatte. eingetragen, der im Jahre 1904 die Ehe mit Anna geborene (verstorben im Jahre 1958) Die Beteiligten zu 1 bis 5 widersprachen unter Berufung auf ein inzwischen aufgefundenes privatschriftliches Testament ihrer Eltern vom 2. In dem Testament hatten sich die Eltern gegenseitig zu Erben eingesetzt und zu Erben des Letztversterbenden die damals vorhandenen Kinder aus ihrer Ehe, die Beteiligte zu 1 bis 4, bestimmt. Im November 1973 beantragten die Beteiligten zu 1 bis 5 unter Hinweis auf das Testament die Einziehung des ihrem Bruder Theodor Heinrich erteilten Hoffolgezeugnisses. Die dagegen eingelegten sofortigen Beschwerden der Antragsteller wurden mangels Beschwerdeberechtigung der Beschwerdeführer zurückgewiesen, da das gemeinschaftliche Testament wegen Fehlens der landwirtschaftsgerichtlichen Genehmigung (§§ 7 Abs. 2, 16 HöfeO) außer Betracht bleiben müsse und nach gesetzlicher Erbfolge als Hoferben nicht die Beteiligten zu 1 bis 3, sondern Theodor Heinrich BflHHH (jun.) Die Rechtsbeschwerde der Beteiligten zu 1, 2 und 3 wurde, da die besonderen Zulässigkeitsvoraussetzungen dieses Rechtsmittels nicht gegeben waren, vom Bundesgerichtshof verworfen. Im vorliegenden Verfahren haben die Beteiligten zu 1 bis 5 die Zustimmung des Landwirtschaftsgerichts zu dem Testament ihrer Eltern beantragt• Das Amtsgericht hat die Zustimmung mit der Begründung versagt, daß das Testament von der Beteiligten zu 6 gemäß § 2079 BGB wirksam angefochten worden sei. Die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde der Beteiligten zu 1 bis 5 hat das Oberlandesgericht mangels Beschwerderechts als unzulässig verworfen. Gegen diesen Beschluß haben die Beteiligten zu 1 bis 5 Rechtsbeschwerde eingelegt, mit der sie ihr Begehren (Erteilung der gerichtlichen Zustimmung zu dem Testament der Eltern) weiter verfolgen. Das Oberlandesgericht hat die sofortige Beschwerde mit der Begründung verworfen, daß die Beteiligten zu 1 bis 5 nicht beschwerdeberechtigt seien (§§ 9 LwVG, 20 Abs. 1 FGG): Durch die Versagung der Zustimmung zu dem gemeinschaftlichen Testament der Eltern seien sie nicht beschwert, weil sie kein berechtigtes Interesse an der Entscheidung dargetan hätten (§38 Abs. 1 Satz 2 LVO) und daher nicht berechtigt gewesen seien, den Antrag auf Zustimmung zu dem Testament zu stellen. Die Beteiligten zu 1 bis 4 hätten, so führt das Oberlandesgericht aus, auch im Falle der Zustimmung den Hof nicht geerbt; vielmehr wäre die überlebende Mutter Hofvorerbin geworden, und nach ihrem Tode wäre, da Jeweils nur eine Person Hoferbe sein könne (§4 HöfeO) und die Erbeinsetzung der Beteiligten zu 1 bis 4 deshalb insoweit unwirksam sei, hinsichtlich des Hofes gesetzliche Erbfolge eingetreten. 2. Sachlich bleibt die Rechtsbeschwerde jedoch ohne Erfolg, denn weder für die Beteiligten zu 1 bis 4 noch für den Beteiligten zu 3 ist, wie das Beschwerdegericht zutreffend ausgeführt hat, ein rechtliches Interesse an der begehrten gerichtlichen Zustimmung zu dem gemeinschaftlichen Testament der Eltern ersichtlich. a) Für die Beteiligten zu 1 bis 4 fehlt das Rechts-schutzinteresse u.a., weil die testamentarische Erbeinsetzung mehrerer Personen (als weitere Hoferben) gemäß §§ 4 HöfeO, 134 BGB unwirksam ist. Die Rechtsbeschwerde versucht, das berechtigte Interesse des Beteiligten zu 3 daraus herzuleiten, daß im Falle der Wirksamkeit des Testaments die Einziehung des dem verstorbenen Bruder erteilten Hoffolgezeugnisses mit Erfolg betrieben und danach in einen erneuten Verfahren auf Erteilung eines Hoffolgezeugnisses für den weiteren Hoferben nach der Mutter zugunsten des Beteiligten zu 3 geltend gemacht werden könne, daß der verstorbene Bruder nicht wirtschaftsfähig gewesen sei. Dieser Umstand habe in dem ersten Verfahren auf Erteilung eines Hoffolgezeugnisses nicht geltend gemacht werden können, weil der Bruder Theodor Heinrich BHBHBi (jun.) Die Rechtsbeschwerde verkennt, daß der Beteiligte zu 3 hiernach seinem Ziel, zu seinen Gunsten ein Hoffolgezeugnis zu erlangen, durch die im vorliegenden Verfahren erstrebte gerichtliche Zustimmung zu dem Testament der Eltern nicht näher kommt. 3. Nach alledem ist die Rechtsbeschwerde der Beteiligten zu 1 bis 3 in vollem Umfang unbegründet. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß das Beschwerdegericht die - in der förmlichen Beschwer durch die Zuzückweisung des Antrages auf gerichtliche Entscheidung liegende - Beschwex'deberechtigung der Beteiligten zu 1 bis 5 verkannt und die sofortige Beschwerde daher zu Unrecht als unzulässig verworfen statt als un-begründet zurückgewiesen hat.