BGH · V BLw 113/51
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In einem Pachtschutzverfahren auf Änderung des Pachtzinses ist grundsätzlich nicht zu prüfen, oh der zu Grunde liegende Pachtvertrag rechtswirksam ist. (Io Juli 1952) in der Rechtsbeschwerdeinstanz anhängiges Pachtschutzverfahren auf Änderung des Pachtzinses gilt nicht die Vorschrift des § 15 Abs 1 Buchst a daß die Voraussetzungen für eine Änderung des Pachte zinses sich nicht mehr nach § 5 RPO, sondern nach § lieh zu verzinsen1' sei (§ 10) <, Die auf dem Pachthof (mit Ausnahme der vom Antragsgegner zurückbehalienen Flächen) ruhenden öffentlichen Abgaben und Lasten hat "aus Gründen der Sonderbesteuerung von Saatgutbetrieben" die Antragstellerin zu tragen,, ebenso den Beitrag zur 3erufsgenessenschaft die Prämien für die .Schadensversicherung , während „den Reichs-nährstandsbeitrag beide .Parteien zur Hälfte.tragen wollten •(§ 1t). Im September 1946 erhob der Antragsgegner gegen die Antragstellerin Klage auf Feststellung der Nichtigkeit des Pachtvertrages vom 26. iHfesfell Der Antragsgegner hat um Zurückweisung des Antrages gebeten,, Er hat den Pachtvertrag wegen arglis t i g er,'l-äu~-schung und wegen Irrtums angef ochten,’ weil die Antragstellerin nach ihrem eigenen Vorbringen schon bei Vertragsschluß nicht den Willen gehabt.habe, den Vertrag zu. seien, könne das ebenfalls nur zu'lasten der Antragstellerin gehen- Er selbst habe die Schätzungen Drc S^0Pt gül für richtig gehaltene/Sie ' seien übrigens auch. Setzung-des Pachtzinses könne die Antragstellerin auf Grund von •§ 5"£P0 nur verlangen, wenn seit dem Vergleich vom"28« Das sei jedoch nicht der FallsDie Einwirkungen: derWährungsreform könnten nicht zur Begründung eines Antrages aus §5 RPO herangezogen,'"sondern nur' in einem .Vertragshilf everfah^ reu nach der 28» DVO zu dem UmstG geltend gemacht werdenj die landwirtschafts'gef ichte seien daher für die 'begehrte Herabsetzung des Pachtzinses nicht zuständig! nicht aus dem Pachtbetrieb, .sondern' aus den hohen Liz.enzehf die die Bauern ihr zuzahlen hätten Das Amtsgericht hat nach Anhörung eines Sachverständigen den Antrag der Antragstellerin als unbegründet zurück-gewiesen« Auf sofortige Beschwerde der Antragstellerin hat das Oberlandesgericht die Jahrespacht von insgesamt (20 000 + 10 000) = 50 000 RH = DM-vom 1« Juli 1948 ah auf 24 000 DM und für die Zeit vom 1„ Juli 1950 ab auf 25 000 DM festgesetzt . 1» Beide Vorinstanzen haben die Zuständigkeit der Landwirtschaft sgerichte für die von der Antragstellerin erstrebte Herabsetzung des Pachtzinses auf das volkswirtschaftlich gerechtfertigte Maß bejaht«. November -1959 (RGBl I, 2329), sodann von der Vertfagshilfebestimmung des § 21 Umst.G- (am 27» Juni 1948 in Kraft getreten; § 35 daselbst) und der sie mit Wirkung vom 1.„ Juli 1949 näher re-, gelnden 28c, DVO zu dem UmstG und schließlich auch von. . eine Sonderregelung .für das landwirtschaftliche Pachtrecht • die dazu bestimmt ist, eine den Bedürfnissen der Allgemeinheit auf diesem Gebiet Rechnung tragende und daher nach objektiven Gesichtspunkten ausgerichtete:Festsetzung von Pächt-leistungen zu ermöglichen ohne Rücksicht darauf, ob die wirtschaftliche Lage des eine Änderung der Pachtleistung verlangenden Vertragesteiles.eine Neufestsetzung erfordert oder auch nur nahelegt,:und:die nicht, wie die•Vertragshilfe, dazu dienen soll,, einem (durch Krieg' oder Wahrühgsilfcfffi) r,t notleidend gewordenen Schuldner durch:Stundung oder Herabsetz seiner Verbindlichkeiten die wirtschaftliche Existenz zu erhalten. Für den vom Antragsteller auf §'5 RPQ gestützten.Antrag sind also die Landwirtschaf tsgericlrfce zuständig (§ 1 Buchst e IVO) o'Ob und in. für die nicht rechtzeitig nach § 4,: Abs 3 und 4 LVO ein Pachtschutzantrag gestellt ist, oder wei hat das Amts er Per- -n (Pritsch benso auch die objektiven Umständen zu entnehmenden Voraussetzungen für eine Herabsetzung nach § 5 RPO nicht gegeben sind, der Pachtzinsschuldner aber wegen der Auswirkung der Währungsreform eine wirtschaftliche Erleichterung.haben muß, der Weg der Vertragshilfe offen steht? 2, Mit der Präge der Anfechtung des Pachtverti wegen arglistiger Täuschung, oder wegen Irrtums gericht sich nicht befaßt» Las Beschwerdegericht n Anfechtung für unbegründet erachtet (und ebenso auch fristlose Kündigung, die der Antragsgegner gemäß Sc satz im Beschwerdeverfahren vom 3» Mai 1950 zugleich Anfechtung erblicken will)» Die Rechtsbeschwerde rügt Beschwerdegericht habe zur Präge der Anfechtung seine den Sachverhalt von Amts wegen aufzuklären, verletzt den Vertrag des Antragsgegners nur unvollständig g es habe auch gegen Lenkgesetze verstoßen» Auf dies . Es wird zwar allgemein die Auffassung vertreten eine Vertragsänderung auf Grund von $ 5 RrO einen reo samen Vertrag voraussetze; nur wenn eine Vertragsänd gelehnt werde, könne die Frage, ob ein rechtswirksame trag bestehe oder noch bestehe, dahingestellt bleiben Pachtnotreclit S 58, Bemerkung B I, 2 a zu § 5 RPO; ebe Lange-Wulff, landpachtrecht S 47 zu § 7 LPG)„ Einigkeit Gesteht andererseits darüber, daß, wenn das Landwirtschaftsge-richt auf Grund ’eigener Prüfung des Sachverhalts zu dem Ergebnis gekommen ist, ein rechtswirksamer Pachtvertrag bestehe, und daraufhin eine Pachtschutzmaßnahme. getroffen hat, die Präge eines re chtswirksamen Bestandes des Pachtvertrages damit nicht rechtskräftig fürdie Beteiligten erledigt ist, vielmehr die Gerichte in einem späteren Verfahren die gegenteijj ligen PestStellungen treffen können, womit der Pachtschutzmaßnahme dann der Boden entzogen w.ird (Pritsch aaO § 39/4-0, Bern E I zu § 3 RPO; Bange-Wulff aaO; Reineke DR 1941, 1874)» Eine Herabsetzung des Pachtzinses auf Grund von § 5 RPO gilt nach § 8 RPO als (neuer) Vertragsinlialt, sie hat also dieselbe Wirkung, als wenn die Vertragsteile eine entsprechende Vereinbarung getroffen hätten. Eine Pachtschutzanordnung kann nur die ihr vom Gesetz beigelegte Wirkung haben? also sich nur auf die ungeordnete Vertragsändefurg selbst beschränken und nicht über ihren Inhalt hinaus die Wirkung einer Bestätigung haben; der von einem Beteiligten im Pachtschutzverfahren vertretene Standnunkiv der Vertrag se Das Bestrittensein eines Anspruchs steht' auch sonst nicht im Wege 5 hinsichtlich des Anspruchs rechtsgestaltende Regelungen im Wege.der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu treffen (vgl KG- JW 195'' ; 3220; .Moll BR 194.1.1 2604 zu Anm 6) , 'Auch der Gesetzgebet hat: im Vertragshilferecht., j i vn Kl ‘ \ J j DVO zu dem UmstG), die Gewährung von Vertragshilfe bei Ansprüchen für.zulässig erklärt, die nicht nur dem Grunde nach bestritten sind (§ 11 Abs 1 u 2 des Vertrage hilf eges et zes vom 26. Es sind keine grundsätzlichen Bedenken ersichtlich, die auf Zweckmäßigkeitser-wägungen beruhenden Regelungen des Vertragshilfegesetzes auch in einem Verfahren auf- Neufestsetzung.von Pachtleistungen hach § 5 RPO aus den obigen Erwägungen gelten zu lassen, da es hierzu an einer einschlägigen ausdrücklichen Regelung für das Pachtschutzverfahren fehlt, für das die allgemeinen Vorschriften der. La keiner der Beteiligten im gegenwärtigen Verfahren einen besonderen Antrag zur Feststellung der Nichtigkeit (oder des Nicht-mehr-Bestehens infolge Kündigung) oder Gültigkeit des Pachtvertrages gestellt hat, erübrigt sich hiernach eine Stellungnahme zu dieser Frage durch das .Rechtsbeschwerdegericht <, Im übrigen würde für die Frage einer Anfechtung und Kündigung des Vertrages über die Stellungnahme der Beteiligten und die Y/ürdigung des Beschwerdegerichts hinaus noch felgendes zu beachten seins Aus den Erklärungen des Geschäftsführers Fr» 3MH der Antragstellerin gegenüber der Genehmigungsbehörde dürfte der Antragsgegner keinen Anfechtungs-grund herleiten können,:da, soweit ersichtlich, die Erklärungen Dr. SMMs (im Schreiben vom 27» Oktober 1945 an den Landrat) nach Abschluß des Pachtvertrages vom 26» September 1945 liegen. Zudem handelt es sich bei diesen Angaben Fr. S(H|s auch nicht um Erklärungen, denen im Verhältnis der Vertragsteiie untereinander rechtsgeschäftliche Bedeutung zukommt„Soweit etwa vor Abschluß des Pachtvertrages von Dr. ;■ :fi nicht ohne weiteres mit der Antragstellerin gleich-gesetzt werden kann, da die Antragstellerin außer von Dr» SMi noch von zwei weiteren Geschäftsführern geleitet und vertreten wurde (vgl RGZ 143, 429 /A-30/3J) „■ mar daraus mit dem Rochtsbosohwerdeiuii;-er der; Schluß ziehen, daß imbstscoi vlznaßrahimr ernst für die Zero:: veno Rechtskraft der Enioohcci.durg ab getroffen werden konnrerg so würde das darin führen, daß die Irstanzgoriohoc den Ze:b-punkt, von wann ab' eine Yeibragsärdorurg wi.rkssm werden e:b..i; überhaupt rieht mit Rechtskraft der Entscheidung F.echtswirkungen beigelegt werden, beruht also auf Erwägungen; wie sie der Regelung bei Gestaltungsklagen und der des § 894 ZPO zugrunde liegen» Ohne die Bestimmung des § 21 Abs 5 Satz 2 IVO wäre jede Pachtschutzmaßnahme als eine Angelegenheit der freiwilligen Gerichtsbarkeit (§ 12 LVO in Verb mit § 16 Abs 1 EGG) sofort mit der Bekanntmachung (Zustellung) wirksam; das würde wie bei den mit den Anordnungen in Pachtschutzsachen nahe verwandten Gestaltungsklagen (Stein-Jonas-Schenke', Vcrbem II, 3 d-vor § 253)und auch bei der Verurteilung zur Abgabe einer Willenserklärung (§ 894 ZPO) zu Unerträglichkeiten führen. 30, November 1939, RGBl I, 2029 und jetzt im § 16,Abs i des Vertragshilfegesetzes vom 26, März 1952) EGB1 I, 198) bestimmt, daß die Beschlüsse des Pachtamts erst mit der Rechtskraft wirksam werden. Von wann ab eine Regelung durch Pachtschutzmaßnahmen-lässig war, war im verfahrensrechtlichen (III) Abschnitt der Reichspachtschutzordnung (Antragsfristen, § 21 RPO) geregelt und ist jetzt entsprechend in den Vorschriften über die ■Antragsfristen des § 41 IVO bestimmt. 4, Die Rechtsbeschwerde rügt weiter, das Beschwerdegericht habe den Begriff "volkswirtschaftlich gerechtfertigt" im Sinne von § 5 RPO verkannt, Art und Zweck des Vertrages und die bei seinem Abschluß verfolgten Zwecke müßten berücksichtigt werden. jemanden, der wie die,An-tragstellerin in -spekulativer Absicht einen Vertrag geschlcs' sen habe,, an den von ihm eingegangenen Verpflichtungen festzuhalten; denn wenn man ihm das Risiko abnehme, ermuntere man ihn noch zu solchen Versuchen und vermindere die. aüs'Mberwibgeiiden:Mahl - der Pachte"chutzsäcliS^ erhöht worden ist» Das "zeigt, "daß mit''seiner Hilfe'die' Iah pachten in gesunder Meise der Entwicklung der1 wirtschaftli chen Verhältnisse, insbesondere auch der Belastung der Ver Pächter mit 'Soforthilfeabgaben angepaßt werden können (vgl Beschl des erkennenden Senats■von"17, Geneigtheit der Eigentümer zur Verpachtung zu fördern; durch ein starres Festhalten an den vor Jahren vereinbar-, ten Pachtsätzen Für die ganze Dauer des abgeschlossenen Vertrages würde diese Neigung erheblich beeinträchtigt» Darüber hinaus der Entwicklung auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Pachtwesens Rechnung.tragende Maßnahmen zu treffen, muß dem Gesetzgeber überlassen bleiben," der im Landpachtgesetz vom 25« Juni 1952 (§ 7 daselbst) denn auch eine von der des § 5 RPO abweichende... Regelung getroffen hat (vgl dazu bereits den genannten Beschl des erkennenden Senats \rom 17« Juni 1952 und weiter unten Nr 5)» Ist hiernach das Beschwerdegericht von einem zutreffenden Begriff des ■■volkswirtschaftlich gerechtfertigten ■ Pachtpreises aus gegangen und'- hat es die für seine Bemessung entscheidenden Gesichtspunkte in den Kreis seiner Erwägungen einbezogen, so ist das von ihm gefundene Ergebnis der Nachprüfung durch das Rechtsbeschwerdegepicht grundsätzlich entzogen » Denn welcher Pachtpreis auf dieser Grundlage aus dem Zusammenwirken der zu berücksichtigenden Umstände im einzelnen Fall als volkswirtschaftlich gerechtfertigt sich ergibt., ist Sache der tatrichterlichen Würdigung» Eine solche ist einer Nachprüfung durch das Rechtsbeschwerdegericht nur zugänglich, wenn sie auf einem Rechtsverstoß beruht .(§ 4 Abs 1 LVR), also wenn der Begriff des volkswirtschaftlich gerechtfertigten Pachtpreises verkannt ist oder wesentliche Umstände,.; Spätere Gesetzesändeiungen müssen grundsätzlich unberücksichtigt bleiben (so die ständige Rechtspre-, chung des Reichsgerichts zu dem entsprechenden § 549 Abs 1 ZPO, z.B. RGZ 45, 98 u 421; 77, 9; 154, 138/9; ebenso auch OGHZ 4, 237)» Sie sind jedoch zu berücksichtigen, wenn nach dem zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Entscheidung geltenden Recht auf Aufhebung und Zurückverweisüng zu erkennen wäre, eine Aufhebung und Zurückverweisung sich aber bei Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen Gesetzesänderungen erübrigen würde (Beschl des erkennenden Senats vom 8, Juli 1952, V BLw 41/52; und entsprechend für das Revisionsverfahren BGHZ 2,324 //2S/) , Dieser Pall ist hier nicht gegeben. Juli 1952 in Kraft getretenen Landpachtgesetzes (§ 20 Abs 1 daselbst) 'ist nun bestimmt, daß für anhängige Pachtschutzsachen nach § 5 RPO die Vorschriften des § 7 LPG (wie auch für Pachtschutzverfahren nach § 3 RPO. Damit hat sich das Gesetz selbst rückwirkende •Kraft beigelegt, indem in anhängigen Pachtschützverfahren, nicht mehr die Vorschrift des § 5 RPO, sondern die des § 7 LPG anzuwenden ist; es kommt für die Zulässigkeit einer Änderung des Pachtzinses somit nicht' mehr auf die Präge des volkswirtschaftlich gerechtfertigten Pachtpreises an, der auf einen entsprechenden Antrag ohne Rücksicht darauf,- ob seit dem VertragsSchluß oder der letzten Festsetzung des Pachtzinses die Verhältnisse sich geändert haben oder nicht, festzusetzen ist (vgl II 3 des Besohl des Senats vom 17,0 Juni 1952, ,7 Biw 110/5S RechtdLandw 1952., 208), sondern darauf, ob während des Laufes eines Pachtvertrages eine wesentlich/: Änderung derjenigen Verhältnisse eingetreten ist, die für die Festsetzung des Vertragsinhalts maßgebend waren, und ob infolgedessen die gegenseitigen Verpflichtun : gen der Vertragsteile unter Berücksichtigung der ganzen tragsdauer in ein grobes Mißverhältnis geraten sind» darf keiner weiteren Begründung, daß damit in den voj Amtsgerichten und den Beschwerdegerichten anhängigen fahren vom Inkrafttreten des Landpachtgesetzes ab Pac änderungen nur mehr unter den genannten Voraussetzungen des § 7 LPG angeordnet werden können (vgl Fischer-Wöhrmann, Pachtgesetz, § 15 Bern I, 1) „ Es erhebt sich aber die Frage ob das auch, wie die Rechtsbeschwerde meint, für das 2 'beschwerdeverfahren gilt. Denn man kann nicht sagen, daß es sich bei dem Landpachtgesetz um rein mäterie rechtliche Regelungen handle,-für die der im materiellen Recht allgemein anerkannte' Grundsatz gelten müßte, daß sie ohne eine die Rückwirkung anordnende Regelung durch den Ge setzgeber nur für die Zukunft wirken könnten (EGZ 55, 254 fuhr, Allgemeiner .Teil des Deutschen Bürgerlichen Rechts 1, 185 Rosenberg, Lehrbuch des Deutschen Zivilprozeßrech 5? § 6 S 23)c Die materiellrechtliche Hatur der Regelungen im Landpachtgesetz läßt sich nämlich vom Verfahrens rechtlichen nicht trennen, sie ergeben erst mit den verf rensrechtliehen Vorschriften im engeren Sinne zusammen das Gestaltungsrecht der Gerichte auf dem Gebiete des Pachtsc •r g( Y rac it <ii mi in ihm enthaltene, für die Tatsacheninstanz selbstverständliche .Regelung der Rückwirkung auch für das Rechtsbeschwerdeverfahren gelten soll, für das sie eins Abweichung von einer ständigen höchstrichterlichen .Rechtsprechung dar-stellen würdeo Auch aus der Tendenz des Landpachtgeseizes, das nur die aus der Veränderung der wirt'sehäftspoiitischen Verhältnisse sich ergebenden Folgerungen zieht (Fischer-Wöhrmann aaO S 7/8; Lange-Wulff aaO S 8), also nicht auf völlig veränderten Anschauungen beruht (hei Grundstücksveräußerungsgeschäften verbleibt es z..B« noch bei dem "volkswirtschaftlich gerechtfertigten Kaufpreis"; Art III Nr 5 c, BrMil’EegVO OGH vom 9« November 1949, KechtdLandw 1950', 66)«, Mit der Erschöpfung der Tatsacheninstanz findet das Rechtsgesfal-tende in Pachtschutzsaclien (vorbehaltlich einer Aufhebung und Zurückverweisung in die Tatsacheninstanz durch das Rechts/ beschwerdegerichtwenn die angefoehtene Entscheidung auf einer Verletzung des Gesetzes beruht) sein Ende, und die in der Tatsacheninstanz vorgenommene Rechtsgestaltung gehört dem materiellen.Recht an.wie Vereinbarungen der Vertragsteile (§ 8 Abs 1 RPO; § 11 Abs 2 LPG)« Liegt also bereits eine in der Tatsacheninstanz abgeschlossene Gestaltungsan-ordnung vor und kann sich die Nachprüfung durch das Rechtsbeschwerdegericht grundsätzlich nur darauf erstrecken, ob bei'; der Gestaltungsanordnung das Gesetz richtig angewandt ist / •• so kann der oben entwickelte Grundsatz der Untrennbarkeit von materiellem und reinem Verfahrensrecht in Pachtschutz-sachten nicht mehr gelten und es muß dieser Zustand im Hinblick auf die Frage der Rückwirkung grundsätzlich wie ein dem materiellen Recht angehörendes Ergebnis behandelt , also einer rückwirkenden Einwirkung durch Gesetzesänderungen entzogen sein« Hätte der Gesetzgeber für das Rechtsbeschwerdeverfahren die von dem bisherigen Rechtszustand im Pachtschutzrecht erheblich abweichenden Bestimmungen des landpachtgesetzes auch auf vor seinem Inkrafttreten liegende Entscheidungen der obersten Tatsacheninstanz angewandt wissen wollen,' so würde das zu dem unerwünschten Brgebnis führen, daß wahrscheinlich eine'Reihe der im Rechtsb es chwerdeverfahreh anhängigen Pachts chut zs ächen ohne weiteres einer Aufhebung und Zurückverweisung oder auch einer Aufhebung und Abweisung des Pachtschutzantrages verfallen müßte, weil die Entscheidungen auf einer wesentlich anderen Rechtsgrundlage beruhen, als sie im Landpachtgesetz enthalten ist. Außerdem soll das Landpachtgesets für das ganze Bundesgebiet die Rechtseinheit auf dem Gebiete des Landpachtrechts hersteilen (Fischer-Wöhrmann aaO S 6/7; Lange-Wulff aaO S 8), und zwar, wie es in der Natur der Sache liegt, möglichst vom Tage seines Inkrafttretens ab. Es würde aber einen sehr uneinheitlichen Rechtszustand bedeuten, wenn für das Gebiet der amerikanischen und französischen Zone die bis zu dem 50? Juni 1952 nach Erschöpfung der Tatsacheninstanz ergangenen Pachtschutzanordnungen nach dem bisherigen Recht der Reichs-pachtschutzoränung endgültig wären, weil es dort eine Rechtsbeschwerdeinstanz bisher nicht gibt, in der britischen Zone aber, soweit Rechtsbeschwerde eingelegt und über sie bis zu dem 30» Juni 1952 noch nicht entschieden worden ist, diese nach dem neuen Landpachtgesetz zu Ende zu führen wären, obwohl sie zürn Teil vor mehr als einem Jahr nach dem damals geltenden Recht zutreffend entschieden worden sind.Für das Gebiet der britischen Zone würde dem Landpachtgesetz also ohne zwingenden Anlaß eine weitergehende Rückwirkung verliehen als im übrigen Bundesgebiet; daß diese weitergehende Rückwirkung im Bereich der britischen Zone bei Fällen, in denen auf Aufhebung und Zurückverweisung zu erkennen und daher von der erneut mit der Sache befaßten Tatsachen-Instanz das neue Recht anzuwenden iststattfindet, ist eine nicht vermeidbare Folge einer Neueröffnung der Tat-Sachenprüfung und gerichtlichen Gestaltungsbefugnis nach einer Aufhebung und Zurückverweisung und kann im Interesse der erstrebten Rechtseinheit nicht eine weitergehende Rückwirkung rechtfertigen. Schließlich ist auch nicht außer acht zu lassen, daß die Besonderheit des Rechtszustandes in der britischen Zone, nämlich die Möglichkeit einer Rechts Beschwerde, bei den Erwägungen des Gesetzgebers, wie sie. und Begründung dazu; vgl weiter auch Nonhoff, RechtdLandw 1952, 228) erkennbar sind, nicht hervorgetreten ist und daher auch keine besondere Berücksichtigung gefunden hat und daß weiter mit der Einrichtung der Rechtsbeschwerde, wie auch der Revision, in erster Linie das Ziel erstrebt wird, eine einheitliche Rechtsanwendung sicherzustellen (X Abs 3 der AmtlBegr zur Rechtsbeschv;erdeverordnung; ZentrJBl BrZ 1949, 48) und nach dieser Richtung die Entscheidungen der Tatsachengerichte zu überprüfen. Nach alledem muß es in dem hier in Frage stehenden Bach schutzverfahren bei dem Grundsatz bleiben, daß die arge- ■ fochtene Entscheidung nur daraufhin überprüft werden kann, ob das Beschwerdegericht das zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Entscheidung geltende Recht richtig angewandt hato Das ist aber, wie bereits ausgeführt, der Dali, Ob für Genehmigungsverfahren (etwa weil die Genehmigung. dem..; öffentlichen Recht angehört oder die für das Pachtschutzver-.fahren charakteristische Unterscheidung zwischen rechtsgestaltender Entscheidung in der Tatsacheninstanz ..und einer;hh nur die Rechtsanwendung überprüfenden in der Rechtsbeschwerdeinstanz entfällt oder auch aus der, Tendenz des Uanüpachtgesetzes heraus) die Rechtslage anders zu beur- n teilen ist (§ 16 Abs 2 Satz 2 ü 3 in Verb mit §§ 5, 6 LPG), , bedarf hier keiner Entscheidung*