BGH · VI ZR 86/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Kläger hat behauptet; Dr* BPPhabe ihn über die Operation nach Elliot nicht belehrt und habe den Eingriff auch nicht fachgerecht vorgenommen* In Wahrheit sei das erkrankte Auge schon damals nicht mehr zu retten gewesen* Bei erschöpfender Belehrung hätte Dr* Ipp ihm raten müssen, das Auge entfernen zu lassen* Er würde sich einem solchen Rat nicht verschlossen und die baldige Enukleation gewählt haben* Dadurch wären ihm jedenfalls die Folgekosten bis zur endgültigen Enukleation durch Dr* Me^l^in Höhe von 1*301;27 DM erspart geblieben* Daneben habe er als Folge der von Dr* vorgenommenen Operation nach Elliot einen Dauerschaden davongetragen* der sich in einer starken Beeinträchtigung seiner Sohfahigkeit* einer Beeinflussung des Allgemeinbefindens und in einer erheblichen Erwerbsminderung äußere* gen Entfernung des Auges entschlossen und daher Kosten in dieser Höhe erspart, wenn er von Dr<> L^^ über die Operation nach Elliot erschöpfend belehrt worden wäre<> Diese Behauptung ist nach der Überzeugung des Berufungsgericht nicht nur unbewiesen geblieben, sondern sogar widerlegt0 Das Berufungsgericht entnimmt dem Obergutachten des Direktors der Universität saugenklinik in Freibui’g Professor Dr«, Wegner und seines Oberarztes Professor Dr<> Doden, daß die Operation nach Elliot zwar keine sehr große, aber doch eine gewisse'Chance geboten habe, den schmerzhaften Augendruck auf •_rn erträgliches Maß zu senken und den Augapfel zu erhaltene Es ist auf Grund der Einstellung, die der Kläger nach dem Eingriff gezeigt hat, überzeugt, daß er diese Chance wahrgenommen und nicht auf einer sofortigen Entfernung des Auges bestanden hätte Soweit der Kläger eine Rente von monatlich SO,— M beansprucht9 stellt das Berufungsgericht auf Grund der ärztlichen Gutachten fest., daß die behaupteten Beeinträehti gungen im Sehvermögen und im allgemeinen Wohlbefinden des Klägers keine Folgen der Operation nach Elliot, sondern Folgen der endgültigen Entfernung d.es erkrankt gewesenen Auges sindo Übereinstimmend mit dem Obergutachten der Professoren Dr® Wegner und Dr® Boden hält es mit Sicherheit für ausgeschlossen, daß die endgültige Entfernung des Auges durch die von Dr<> vorgenommene Operation nach Elliot notwendig ge - mit der die Revision geltend machte das Berufungsgericht habe die Ober gutachter vernehmen oder eine Ergänzung des Obergutachtens herbeiführen müssen* wie es vom Kläger in seinem Schrift • satz vom 6» November 1963 beantragt worden seic Der Kläger hatte zur Begründung seines Antrages geltend gemacht, in dem Obergutachten sei der im Vorprozeß eingereichte Schriftsatz des Dr» 1^^ vom 5» Januar 1956 nicht richtig zitiert, denn es sei nicht erwähnt, daß Dr» Lübs in seinem Schriftsatz auch erklärt habe, am 5o April hätten keine entzündlichen Ausschwitzungen in der Kammer bestanden, bei völlig reizloser Regenbogenhaut» Offenbar habe der Sachverständige diese wichtige Einlassung des Dr» aus &eT sieb ergebe, daß die Entzündung der Regenbogenhaut am 5» April nicht mehr bestanden habe, nicht berücksichtigt» Das Berufungsgericht konnte eine v/eitere Aufklärung dieser Frage für entbehrlich halten? weil sich schon aus den ärztlichen Gutachten deutlich ergab, daß die Sachverständigen das Abklingen der RegenbogenhautentZündung nicht übersehen haben» Professor MflHHIK hat in seinem Gutachten ausdrücklich erwähnt, daß am 4o Behandlungstag (5o April 1955} eine leichte Besserung der Entzündung eintrat, so daß der vordere Augenabschnitt genauer habe untersucht werden können«» Dabei habe festgestellt werden können, daß im Bereich des vorderen Augenabschnitts entzündliche Erscheinungon nennenswerten Grades nicht mehr bestanden und die Regenbogenhaut reizlos war» Aus diesem Abklingen der Regenbogenhautent-' Zündung kann entgegen der Meinung der Revision nicht gefolgert werden, daß die Operation nach Elliot nicht erforderlich gewesen sei» Vielmehr ist0 wie Professor hervorhebt, das Glaukom erst jetzt in seiner ganzen Schwere zu Tage getreten» Dabei ist von Bedeutung, daß dieses Glaukom nicht nur auf der Re genbogenhautentzündung, sondern vor allem auf einer Venenthrotu-böse in der Netzhaut beruhte, die zu Veränderungen der Blutgefäße der Netzhaut, insbesondere der Veneninnenwände führt» Entscheidend war, wie sich aus allen Gutachten ergibt daß infolge des sekundären Glaukoms die Sehschärfe schlecht blieb und auch der krankhaft erhöhte Augendruck weiterbest a ndo Wenn das Berufungsgericht hiernach weder eine Ergänzung des Obergutachtens noch eine Vernehmung der Sachverständigen für erforderlich hielt,» so ist das verfahrensrechtlich nicht zu beanstanden., 2<> Soweit die Revision behauptet, es habe ursprünglich überhaupt kein grüner Star bestanden, setzt sie sich in Widerspruch zu den Feststellungen des Berufungsgerichtso Nach dem Tatbestand des Berufungsurteils war es in der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht unstreitig, daß der Kläger an grünem Star in der erschwerten sekundären Form litt, als er sich im Krankenhaus der Beklagten durch Dr<> Lfp behandeln ließo Biese Biagnose ist, wie ebenfalls außer Streit ist, nicht nur von Br» sondern auch von dem Augenarzt Dr«. Im übrigen steht die Behauptung der Revision, der Kläger habe ursprünglich nicht an grünem Star gelitten, so daß eine Operation gar nicht nötig gewesen sei, auch im Widerspruch zu der Klagebegründung, mit der der Kläger geltend gemacht hat, das Auge sei schon damals nicht zu retten gewesen und hätte sogleich entfernt werden müssen® 3° Bas Berufungsgericht hat sich eingehend mit den Bedenken auseinandergesetzt, die der Kläger gegen den Be-* weiswert der Tonometerkurve erhoben hato Es hält diese Bedenken für unbegründet® Zu Unrecht rügt die Revision, das Berufungsgericht habe in diesem Zusammenhang Beweisangebote des Klägers übergangen» Es war nicht erforderlich, das Gutachten eines Schrift sachverständigen einzuholen, denn das 4o Schließlich bemängelt die Revision, daß die Zeugin nicht vereidigt worden ist0 Auch diese Rüge greift nicht durcho Es steht im Ermessen des Tatsachengerichts, ob es die Vereidigung eines Zeugen wegen der Bedeutung seiner Aussage oder zur Herbeiführung einer wahren Aussage für geboten hält (§ 391 ZPO)o Dieses Ermessen ist vom Revisionsgericht nur daraufhin nachzuprüfen, ob das Gericht die Grenzen seines Ermessens verkannt oder mißbräuchlich außer acht gelassen hato Es besteht jedoch kein Grund