BGH · VI ZR 41/81 vom 12.01.1982
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ZPO § 136; BGB § 823 Aa Wird im Arzthaftungsprozeß ein Sachverständiger zu schwierigen medizinischen Fragen nur mündlich, aber sehr ausführlich gehört, dann muß eine medizinisch nicht sachkundige Partei Gelegenheit haben, nach Vorliegen des Vernehmungsprotokolls - ggf.nach sachverständiger Beratung - nochmals Stellung zu nehmen. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dunz, Scheffen, Dr. Steffen, Dr. Kullmann und Dr.Ankermann am 12. Januar 1982 gemäß § 554 b Abs. 1 ZPO in der Auslegung durch das Bundesverfassungsgericht (Beschluß vom 11. Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 1. Wenn, wie im Streitfall, ein Sachverständiger, ohne daß er vorher ein den Parteien zur kritischen Würdigung zugängliches schriftliches Gutachten erstattet hat, in der mündlichen Verhandlung zu schwierigen medizinischen Sachfragen ausführlich (hier 81 Protokollseiten) gehört wird, muß jede Partei, soll ihr das rechtliche Gehör nicht verkürzt werden, Gelegenheit erhalten, nach Vorliegen des Vernehmungsprotokolls zu dem Beweisergebnis Stellung zu nehmen (vgl. Dem kann nicht mit der Erwägung begegnet werden, die Partei habe maßgebliche medizinische Daten schon vor der Verhandlung gekannt und hätte daher vor dem Termin die erforderlichen Informationen einholen können, um dem Sachverständigen entsprechende Fragen zu stellen. Von der nicht medizinisch gebildeten Partei kann nicht der Vortrag speziellen medizinischen Fachwissens gefordert werden, ohne daß sie weiß, wie die Stellungnahme des gerichtlichen Sachverständigen ausfällt, insbesondere welche fachlichen Ansichten er vertritt und wie er sie begründet. Es kann aber im Streitfall dahinstehen, ob der Verfahrensfehler des Berufungsgerichts zu einer Verkürzung der Rechte der Klägerin geführt hat, vor allem auch, ob das Berufungsgericht die ausreichende medizinische Sachkunde hatte, die Einwendungen der Klägerin gegen das Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen in ihren nicht nachgelassenen Schriftsätzen selbst zu würdigen. Die Klägerin kann dann den ihr obliegenden Beweis dafür, daß die Verzögerung der Relaparatomie für den weiteren Krankheitsverlauf ursächlich geworden ist, nicht führen, wie das Berufungsgericht insoweit ohne Verfahrensverstoß festgestellt hat.