BGH · VI ZR 13/62 vom 01.02.1963
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Kammergericht in Berlin als Berufungsgericht hat durch rechtskräftiges Urteil vom 9« November 1944 die Schadensersatzpflicht der Beklagten wegen fehlsamer Fußbehandlung ausgesprochen 0 Durch Schiußurteil vom 13* November 1961 sind die Ansprüche des Klägers auf Ersatz der ihm entstandenen Arztkosten für die Behandlung seiner thrombotischen Erkrankung in den Jahren 1953 bis 1955 in Höhe der aufgewendeten 3ol?lo- DM sowie auf Leistung einer lebenslänglichen Bente zur Abgeltung der Behandlungskosten dieser thrombotischen Erkrankung, abgewiesen worden. Gegen dieses Urteil wendet der Kläger sich mit der Revision, um den Ansprüchen zu dem Erfolge zu verhelfen, die auf die thrombotische Erkrankung gestützt werdenö Die Beklagten beantragen, die Revision zurückzuweisen« EntscheidungsgrUndes Die Revision des Klägers kann keinen Erfolg haben0 Das Berufungsgericht hat ausgeführt, auch unter Berücksichtigung der ihm nach § 287 ZPO eingeräumten freien Stellung bei der Schadensermittlung vermöge es sich nicht davon zu überzeugen, daü chle Fehlbehahdluhg im Jahre 1941 die thrombotische Erkrankung mitverursacht habe* Für diese Würdigung sei mitentscheiden daß eine beginnende Thrombophlebitis am linken Bein des Klägers im September nicht feststellbar sei. Dezember I960, hat das Berufungsgericht zur thrombotischen Erkrankung im Jahre 1944 Beweis erhoben und den sachverständigen Zeugen Prof, Dr, Paul Gohrbandt vernehmen lassen. Es ist auch revisionsrechtlich nicht zü beanstanden, daß das Berufungsgericht, nach dieser Aussage sich nicht in der Bage gesehen hat, bei seiner Beweiswürdigung über den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Unfall und der späteren thrombotischen Erkrankung des Klägers, eine bereits 1944 beginnende Thrombophlebitis mit zugrunde zu legen. Es ist jedoch aus den Rügen der Revision nicht ersichtlich, daß das Gericht für die Tatsache einer Thrombophlebitis im Jahre 1944 einen Beweisantritt Übergängen hätte. vom 19- Dezember 1959 hatte das Kammergericht darauf hingewiesen, daß der Kläger die Behauptung Uber die thrombotische Erkrankung im Jahre 1944 allein auf den schriftlichen Befundbericht von Prof» Paul Gohrbandt vom 18» September 1944 gestützt hatte«, Hinzu kommt, daß Prof6 Erwin Gohrbandt als Sachverständiger eine thrombotische Erkrankung des Klägers im Jahre 1944 ohne jede Einschränkung verneinte., In dem rechtskräftigen Teilurteil vom 8» Mai 1961 hat das Kammergericht sich ebenfalls eingehend mit den Fragen befaßt, welche Folgen auf die fehlsame Behandlung zurückzufUhren seien« Auch hieraus ist nicht ersichtlich, daß der Kläger die erwähnte streitige Tatsache unter Beweis gestellt hätte, der nicht beschießen wurde * Schließlich ergeben auch die Ausführungen in den Schriftsätzen vom 25o April 1961 und vom 2« November 1961 nichls für eine prozeßordnungswidrige Übergehung der Behauptung einer thrombotischen Erkrankung im Jahre 1944» Zu einem klaren und unmißverständlichen Beweisantritt bestand aber umsoeher Anlaß, als der erkennende Senat nur wegen der NichtVernehmung von Prof« Paul Gohrbandt zu dieser Erkrankung im Jahre 1944«>die Sache zurückverwiesen hatte«,