BGH · VI ZR 312/62
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der VI„ Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 9» Juli 1963 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten VTo Engels und der Bundesrichter Hanebeck, Dr* Bode, Heinrich Meyer und Dr„ Pfretzschner für Recht erkannt; Am 25» September 1956 wurden die Eheleute in eine Klinik eingeliefert» Dort starb Berta PflHBl am 7» Oktober 1956, Sie wurde von ihrem Ehemann beerbt» Dieser starb am 12» Oktober 1956» Nach seinem Tode trat die gesetzliche Erbfolge ein» Der Kläger gehört nicht zu den gesetzlichen Erben» Er macht die Beklagten dafür verantwortlich, daß er nicht in den Besitz dos Nachlasses gekommen ist, zu dem u»a» ein Y/ohnhaus in &■■■ (Anwesen KHm^straßc0) gehört» In dem jetzigen Rechtsstreit verlangt der Kläger von den Beklagten 75»000 DM Schadensersatz und 4- # Zinsen seit Klage-Zustellung» Er wiederholt die Vorwürfe, die SIHHB in dem früheren Prozeß gegen den Notarvertreter erhoben hat» Dieser habe daraus, daß Anton PBBBl seine Unterschrift zittrig und langsam geleistet habe, nicht auf Zweifel an der Tostierfähig-keit dieses Erblassers schließen dürfen» Die Fragen, die er an Anton PflHÜB gestellt habe, seien nicht geeignet gewesen, diese Zweifel zu beheben» PMIIBP sei schwerhörig gewesen und habe die Fragen zun Teil nicht richtig verstanden» K^Bphabe diese Schwerhörigkeit Anton ■■^■s nicht berücksichtigt* aber auch nicht beachtet, daß selbst ein Geistesschwacher ein Testament errichten könne» Er habe die Beurkundung nicht ab- Die Beklagten haben Abweisung der Klage beantragt und geltend gemacht: Kflü habe sich wegen des Eindrucks, den Anton auf ihn gemacht habe, veranlaßt gesehen, dessen Testierfähigkeit durch einige Fragen zu prüfen« Anton PflH^habc die Fragen so gut wie völlig falsch beantwortet« Er sei zeitlich und örtlich desorientiert gewesen» Hieran sei nicht die Schwerhörigkeit, sondern die geistige Verfassung des schuld gewesen« Vlegen seiner Zweifel an der Testierfähigkeit Anton P0HVs sei verpflichtet gewesen, einen Vermerk über die- Er habe Frau Pfl^^^über seine Bedenken und die Notwendigkeit des Vermerks unterrichtet» Da Frau FflHH sich einer Beurkundung mit diesem Vermerk wider-sotzt habe, habe Kader es mit Recht abgelehnt, die Urkunde ab-suschließen« Er habe sich aber bereit erklärt, das nachzuholen, sobald er benachrichtigt werde, daß sich der Gesundheitszustand de3 Anton gebessert habe. Entscheidungsgründe s Das Berufungsgericht hält die Klage für unbegründet, weil nicht dargctan sei, dai3 der Beklagte Kader schuldhaft seine Amtspflichten verletzt hat (§§ 21, 35 HNotO), Zu diesem Ergebnis ist es aus den gleichen Erwägungen gekommen, die schon in dem oben erwähnten Vorprozeß des Rainer SflU zu der Abweisung der Klage geführt und die Billigung des Bundeogerichtshofß gefunden haben« Bas jetzt angefochtenc Urteil des Berufungsgerichts entscheidet über denselben Sachverhalt und ist ebenfalls aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden« Mit der Revision wiederholen die Beklagten - weitgehend mit demselben Wortlaut -die Bedenken, die sie schon gegen das Berufungsurteil des Vorprozesses erhoben haben«, Ihre Rügen können auch jetzt keinen Erfolg haben und zwar aus den gleichen Gründen, die der Bundesgerichtshof schon in seinem Urteil vom 10«, Juli 1961 - III ZR 99/60 - dargelegt hat» Auf diese in VersR 1961 Seite 921 abgedruckte Entscheidung kann daher verv/iesen werden»