BGH · VI ZR 289/95 vom 05.03.1996
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Groß und die Richter Bischoff, Dr. von Gerlach, Dr. Müller und Dr. Dressier am 5. & Cie. KG war, begehrt die Verurteilung der Beklagten, die Kommanditisten dieser KG sind, zur Unterlassung einer von ihm als Beschimpfung und Beleidigung empfundenen Äußerung. nach Einsicht in mehrere von ihnen mit einem gerichtlichen Verfahren erstrittene Unterlagen in Gesellschafterversammlungen und in Rundschreiben an die Gesellschafter der KG erklärt haben, es habe "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (eine) Kollusion der damaligen Geschäftsführer zu dem Fusionsvertrag 1972" geführt. Als Indiz dafür, daß eine Klage im wesentlichen auf wirtschaftliche Beeinträchtigungen (Wettbewerbsnachteile, Kreditschädigung, sonstige Nachteile für das wirtschaftliche Fortkommen) abstellt, kann u.a. von Bedeutung sein, ob der Kläger neben der Unterlassung zugleich auch den Ersatz von Vermögensschäden beansprucht oder jedenfalls die Feststellung der Schadensersatzpflicht für eingetretene oder erwartete wirtschaftlich nachteilige Auswirkungen des Verhaltens des Beklagten begehrt (Senatsurteil vom 28. Die bloße Geltendmachung einer rufschädigenden Wirkung oder das Vorbringen, daß der Kläger im Wirtschaftsleben stehe, reichen demgegenüber nicht aus, um den vermögensrechtlichen Charakter eines Rechtsstreits zu begründen; es müssen konkrete wirtschaftliche Nachteile dargelegt und in den Vordergrund gestellt werden (Senatsbeschlüsse vom 6. Er hat weder dargelegt, ob und in welcher Weise er sich nach seinem Ausscheiden als persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer der ^ & Cie. KG noch im Wirtschaftsleben betätigt, noch hat er geltend gemacht, daß ihm durch die Äußerung der Beklagten ein konkreter wirtschaftlicher Nachteil entstanden sei. Denn wie der Kläger vor dem Berufungsgericht selbst vorgetragen hat, haben die Beklagten entgegen einer früheren Ankündigung nach der Einsicht in die mit ihrer Auskunftsklage erstrittenen Unterlagen keine Schadensersatzklage gegen den Kläger oder die Organe der Gesellschaft erhoben (GA II 190, 259 f). Der Kläger hat auch nicht aufgezeigt, daß und aus welchen Gründen er bei der von den Beklagten lediglich als "wahrscheinlich" bezeichne-ten Kollusion ernsthaft mit der Erhebung einer solchen Schadensersatzklage rechnen müsse. Deshalb geht auch die Ansicht der Revision fehl, die vorliegende Unterlassungsklage habe bei wirtschaftlicher Betrachtung die Bedeutung einer negativen Feststellungsklage gegen eine (hypothetisch) im Wege der actio pro socio von den Beklagten erhobene Klage auf Feststellung einer Kollusion und einer daraus folgenden Schadensersatzverpflichtung des Klägers. 3. Auf der Grundlage des Sachvortrags des Klägers hat das Berufungsgericht die Streitigkeit mit Recht als nicht vermögensrechtlich angesehen.