BGH · VI ZR 235/57
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Klägerin mit seinem Mercedes Personenkraftwagen (2213 ccm) über die BundesStraße Auf der Strecke zwischen PfBHBHl und K^HHHHMHl fuhr er zunächst mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/st in einer Entfernung von 150 - 200 m hinter einem Jeep her« Als dieser langsamer fuhr, näherte sich der Mercedes etwas dem voranfahrenden Jeep, setzte aber daraufhin, auch seine Geschwindigkeit herab* Zur gleichen Zeit fuhr der Beklagte mit seinem DKW (684 ccm) Meisterklasse in entgegengesetzter Richtung über die Bundesstraße Er fuhr durch hinter einem von dem Fahrer HMHMIf gesteuerten schwer beladenen Lastzug her« Dann setzte er zu dem Oberholen an« Bevor er den Lastzug, der mit 40 kn/st fuhr* vollständig überholt hatte, kamen ihm auf der dort 7>30 m*~ breiten übersichtlichen und hindernisfreieii ßundes-straße der Jeep und dahinter der Mercedes des Ehemannes der Klägerin entgegen« Der Beklagte kam noch an demuersten Fahr zeug vorbei« Dagegen erfaßte er den t L dahinter befindlichen Mercedeskraftwagen, in dem sich auch die Klägerin befand, an der linken Vorderseite« Durch den Anprall wurden beide Fahrzeuge herumgerissen und stellten sich quer zur Fahrbahn» Der Lastzug überrollte beide Wagen, wobei er den Mercedes ungefähr an den Vorderrädern erfaßte« Bei diesem Zusammenstoß wurde auch die Klägerin verletzt» Die Revision des Beklagten kann keinen Erfolg haben Über den Hergang des Unfalls hat das Oberlandesgericht folgendes festgestellt: Dem Beklagten kamen nur zwei Kraftfahrzeuge, nämlich ein amerikanischer Jeep und dahinter der Mercedes entgegen» Der Beklagte befand sich erst in Höhe des Führerhauses des Lastkraftwagens, den er überholen wollte, als der Jeep an ihm vorbeifuhr» Als der Beklagte sich etwa 10 m vor dem Lastzug befand, stieß sein Wagen mit dem Mercedes zu- sammen» Der Beklagte fuhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 kn/st, als er den Lastzug überholte; ob der Mercedes im Augenblick des Zusammenstoßes bereits vollständig angehalten hatte, ist offen geblieben» Ebenso hat das Berufungsgericht effengelassen, ob der Mercedes sich in diesem Zeitpunkte etwa auf der Fahrbahnmitte gehalten hat oder beim Bremsen gar über diese hinaus- geraten sein kann» Es ist jedoch davon überzeugt gewesen, daß der Wagen des Beklagten (DKW) im Augenblick des Zusammenstoßes noch nicht wieder auf der für ihn rechten Fahrbahnseite gewesen ist,' sondern sich mindestens noch teilweise auf der Straßenmitte befunden hat» werden, ob die Kratzspuren und sonstigen Gegenstände' auf der Straße eine Folge deh Zuefg^enstoßes mit : -dem DKW des Beklagten oder des Auff stoens des" Lastzuges waren« Dies ist auch keine * unbegründeteAnnaJbme des Gerichts, wie die Revision verträgt;: sondern die Wieder gäbe der insoweit eindeutigen Angabe des als; Zeugen vor nomenen Hauptwachtmeisters; ZflHN^der Lankespolizei Hier war aber eine solche Gefährdung nicht ausgeschlossen« Zwar läßt sich keine allgemeine Regel dafür auf stellen, welcher Seitenabstand beim Vorbeifahren an einem anderen Verkehrsteilnehmer einzuhalten ist« Im allgemeinen wird ein Seitenabstand von 1 m genügen (BGH VHS 8, 248, 249)- Im vorliegenden Falle war aber kein ausreichender, die Fahrer nicht gefährdender Abstand gegeben« Die .'Fahrbahnbreite betrug 7,30 m« Zwar wäre bei dieser Breite theoretisch ein Nebeneinanderfahren von'drei Fahrzeugen (Lastzug 2,35 m und zwei PKW von insgesamt über 3 m) möglich« Es blieben dann aber für den Abstand der Fahrzeuge voneinander^md zu dem Strassenrand insgesamt nicht einmal 2 m, d«h* der Jeweilige Abstand würde- selbst.. bei gleichmässiger Verteilung des restlichen Raumes auf die Fahrzeuge jeweils weniger als 50 cm betragen« Solche geringen Abstände und Zwischenräume sind aber bei Üb erhol Vorgängen und Begegnungen mit nicht unerheblichen Geschwindigkeiten nicht ausreichend« Sie können leicht bei einem Fahrer ein Unsicherheitsgefühl erwecken und die sonst sichere Führweise, beeinträch—* tigen und somit den Verkehr gefährden« Der Beklagte*. Gegenverkehr-damit in dieser Weise gefährdete, was zweifellos bei dem Jeep der Fall war« Die nicht zu billigende Fahrweise des Beklagten wirkte sich aber, auch für den Mercedes aus« Dieser Wagen konnte eben-. setzen, da der Wagen des Beklagten ’beim Überholen die linke Fahrbahn beanspruchte und damit den Fahrer des Mercedes zwang, scharf zu .bremsen und fast oder ganz anzuhalten« Die schuldhaft verkehrswidrige Fahrweise des Beklagten wäre daher nicht nur - wie die Revision meint - für einen Unfall des Jeep adaequat ursächlich gewesen, sie war es auch für den Zusammenstoß mit dem Mercedes, dies selbst dann, wenn dieser Wagen etwas über die Straßenmitte hinaus gekommen sein sollte, als der Wagen des Beklagten, der mindestens noch zu dem feil auf der StraBenmitte war, gegen ihn prallte« Daß dies 10 m vor dem Lastzug geschah, ändert an der Beurteilung nichts« Auch die durch das Auffahren des Lastzuges hervor— gerufenen Schäden sind ohne Rech^sirrtum als eine adaeqtuat kausale Folge der Fahrweise des Beklagten angesehen worden, für die der Beklagte einstehen > muB« ' • • „ *. Auch die Rügen, mit denen die Revision sich gegen die Bemessung der Höhe des Schmerzensgeldes wendet, können keinen Erfolg haben* Es ist zwar richtig, daß der Gradldes Verschuldens des Verpflichteten hei der Bemessung des Schmerzensgeldes zu berücksichtigen ist* Das wird oft eine Prüfung des Verhaltens des Geschädigten oder eines anderen Verkehrsteilnehmers erfordern* Im vorliegenden Palle hat das Gericht zwar offengelassen, ob der Ehemann der Klägerin sich im Zeitpunkt des Unfalls ganz auf der für ihn rechten Straßenhälfte befunden hat oder ob er diese geringfügig überfahren hatte* Diese Prüfung war hier zur Beurteilung des Grades des Verschuldens des Beklagten nicht er-foi&jsglJLch«» Jjegaen. Verfehlt ist auch der Hinweis der Revision auf eine angeblich schuldhaft unrichtige Pahrwcise des ' Ehemannes der Klägerin» Selbst wenn unterstellt wird, eine solche habe Vorgelegen, so berührt diese Tatsache nicht die Höhe des gegen den Beklagten erhobenen Schmerzensgeldanspruchs» Auch d$s.