Volltext der Entscheidung
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
VI ZR 196/91
in dem Rechtsstreit
des Klosters Maria e.V. als Träger des Krankenhauses St. Jin vertreten durch den Vorstand,
K^^-N^fl^-Straße 7, gemeinsam vertreten durch
die Vorstandsmitglieder Josef ine genannt Schwester
Maria Bernhardine H^i^, genannt Schwester
Cl
- Prozeßbevollmächtigte:
Beklagten zu 1) und Revisionsklägers,
Rechtsanwälte Prof. und v.
Dr.
gegen
Herrn Horst B^^,
Straße
31,
Kläger und Revisionsbeklagten,
- Prozeßbevollmächtigte:
Rechtsanwälte Dr. und Dr. v. flU
Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Steffen und die Richter Dr. Kullmann, Bischoff, Dr. v. Gerlach und Dr. Müller
am 12. November 1991 beschlossen:
Die Revision des Beklagten zu 1) gegen das Urteil des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 14. März 1991 wird nicht angenommen.
Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung. Die Revision hat im Endergebnis auch keine Aussicht auf Erfolg (vgl. § 554 b Abs. 1 ZPO in der Auslegung des Beschlusses des BVerfG vom 11. Juni 1980 - 1 PBvU 1/79 - NJW 1981, 39).
Zwar bestehen Bedenken gegen die Ansicht des Berufungsgerichts, daß die Dokumentations-mängel auch eine Beweislastumkehr zur Kausalität der nicht erkannten Krankheitserscheinungen für den jetzigen Gesundheitsschaden des Klägers rechtfertigen. Diese Beweislastverteilung wird jedoch von der Erwägung getragen, daß die wegen der Radierung auf der Ambulanzkarte für den 7. September 1983 als erkennbar zu unterstellenden Anzeichen für eine Sudeck'sehe Erkrankung eine sofortige
ärztliche Behandlung erforderten und daß deren völliges Unterlassen einen groben Behandlungsfehler darstellt. Diese Bewertung kann der Senat aufgrund des vom Berufungsgericht festgestellten Sachverhalts selbst vornehmen. Im übrigen enthält das Berufungsurteil keine Rechtsfehler.
Der Beklagte zu 1) trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 57.471 DM
Dr. Steffen
Dr. Kullmann Bischoff
Dr. v. Gerlach
Dr. Müller