BGH · VI ZR 137/57 vom 18.03.1958
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Juni 1954- um *i7 Uhr mit ihrem vom Erstkläger gesteuerten Personenkraftwagen Mercedes 170 S die in oiner engen Linkskurve etwas ansteigende Auffahrt zur Bundesautobahn in Buisdorf in Richtung Köln» Auf der durch einen weißen Trennungsstrich abgegrenzten Gegenfahrbahn, der Autobahnausfahrt aus Richtung Frankfurt, kam ihnen der Beklagte am Steuer seines Personenwagens Studebaker Champicn entgegen; neben ihm saß Leutnant während Major den linken, und Frau Leni den rechten Rücksitz innehatten» Die Kläger behaupten, der Kraftwagen des Beklagten sei wegen seiner zu hohen Geschwindigkeit auf dem nassen Kopfsteinpflaster ins Rutschen gekommen und dadurch in ihre Fahrbahn geraten;, sie beanspruchen Ersatz des ihnen entstandenen Vermögensschadens und Schmerzensgeld» Der Beklagte bestreitet ein Verschulden und gibt folgende Sachdarstellung: Der Wagen des Klägers habe sich kurz vor dem Zusammenstoß auf der Fahrbahn der Autobahnausfahrt befunden, weil er ein anderes Fahrzeug.überholt habe. Das Landgericht hat nach Beiziehung der polizeilichen Ermittlungsakten und Zeugenvernehmung des Majors sowie des Fuhrunternehmers B^HHW* der mit kurzem Abstand hinter dem Wagen der Kläger herfuhr, dio bezifferten Ansprüche auf Ersatz des Vermögensschadens; soweit sie nicht auf öffentliche Versieherungsträger ttbergegangen sind, sowie die Scbmcrzensgeldansprüohe dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt* Die Berufung des Beklagten blieb erfolglos. 1» Die Zeugenvernehmung der Frau Leni deren Unterlassung die Revision rügt, ist vom Beklagten nicht beantragt worden* Zwar hatte der Beklagte vor dem Landgericht geltend gemacht (Schriftsätze vom 9. Zeuge benannte Leutnant nicht vernommen worden sei, der bereits in die Vereinigten Staaten zurückge-kehrt war und dessen dortige Anschrift der Beklagte mit Schriftsatz vom 24* Juli 1956 angab* Der Beklagce hat den Zeugen unter wörtlicher Anführung seiner Aussage vor der amerikanischen Militärpolizei zu deren Bekräftigung benannt; daß mehr aus sagen könne, hat der Beklagte nicht behauptet« Das Berufungsgericht bezeichnet eine weitere Vernehmung dieses Zeugen als nicht erforderlich, weil er keine —beweiskräftige Bekundung zu macnen vermöge, und begründet das wie folgt: Wie sich aus dem Vernehmungsprotokoll der Militärpolizei ergebe, habe die Fahxv/eise der beiden Fahrzeuge nicht vom Beginn ihrer Begegnungen an beobachtet, denn er habe erst unmittelbar "vor den Unfall von seiner Zeitung aufgeschaut, die er gerade las; außerdem habe er schmerzhafte Verletzungen davongetragen, weshalb er nach dem Unfall wenig auf die Zeugen und den Zu-stand des Fahrzeugs geachtet habe: dies habe er ebenfalls bei seiner Vernehmung vor der Militärpolizei bekundet« Da die zulässige Anordnung nach § ?64 Abs- 2 ZPO arch nur zur Vorlage eines weiteren Protokolls führen konnte; und der Beklagte ausweislich seiner bereits angeführten Schriftsätze selbst nicht behauptete, daß der Zeuge mehr zu seinen Gunsten auszusagen vermöge, als in dem schon beigebrachten Protokoll niedergelcgt war, bedeutete es keinen zu dem Nachteil des Beklagten wirkenden Verfahrensmange], wenn das Berufungsgericht, statt dem Beklagten die Beibringung eines weiteren Vernehmungsprotokclls aufzugeben, das bereits beigebrachte würdigte» 3* Baß das Berufungsgericht der Bekundung des Zeugen Hfl», der Mercedeswagen sei an einem anderen Wagen vorbeigefehren und unmittelbar auf sie zugekommen- - eine Bekundung, die es keineswegs übersieht, sondern im Gegenteil würdigt, - keinen Beweiswert gegenüber dem*eindeutigen gegenteiligen Ergebnis der sonstigen Beweisaufnahme beimißt, begründet es rechtlich einwandfrei mit der mangelhaften Aufmerksamkeit des Zeugen, wie sie sich aus seiner eigenen Aussage ergibt« 4» Bas Berufungsgericht erachteü den Unfall angesichts des zweifelsfreien Beweisergebnisses für geklärt: Ber Beklagte habe seine Fahrweise und seine Geschwindigkeit nicht so eingerichtet, daß er sein Fahrzeug in der Hand •behielt, und hebe deshalb nicht verhindern können, daß sein Kraftwagen auf der abschüssigen und nassen Fahrbahn, deren Kopfsteinpflaster rutschig war, ins Schleudern geriet und aus der Kurve heraus in die Gegenfahrbahn getragen wurde, auf der der Wagen der Kläger, der kein anderes Fahrzeug überholt hatte, geblieben war« Hierauf 5* Rechtlich bedenkenfrei ist es bei der festgestellten Sachlage schließlich, wenn das Berufungsgericht die allein unfallursächliche plötzliche Schleuderbewegung des Fahrzeugs des Beklagten als unabwendbares Ereignis im Sinne von § 7 StVG für die Kläger wertet* Denn diese konnten den Zusammenstoß auch bei Anwendung äußerster nach den Umständen möglicher Sorgfalt nicht vermeiden«. Da der Umstand, daß sich die linken Räder des Mercedeswagens der Kläger auf den Trennungsstrich befunden haben mögen, nach der Oberzeugung des Tatrichters für den Ablauf des Unfallgeschehens bedeutungslos war, ist auch insoweit für eine Abwägung von Schuld oder Botriebs-gefahr kein Raum*