BGH · VI ZR 130/54
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
len«, Während der Bauausführung wurde der ursprüngliche Bauplan in einzelnen Punkten abgeändert„ Als das Bauvorhaben zu etwa drei Vierteln vollendet war, kündigte der Kläger auf Grund entstandener Unstimmigkeiten am 26«, November 1949 den Bauvertrag * Der Bau wurde von einer anderen Firma fertiggestellto Der Beklagte stellte dem Kläger für seine Leistungen einen Betrag von 38 244,85 DM in Rechnung«, Von dieser angeblichen Forderung trat der Beklagte in der Zeit väm November 1949 bis Februar 1950 Insgesamt 21 295*65 DM an seine Gläubiger ab« Der Kläger bezahlte für die vom Beklagten ausgeführten Arbeiten an diesen selbst 15 595 DM und auf Grund von Abtretungen des Beklagten an dessen Gläubiger 5 601,54 DM? Der Beklagte ist der Ansicht, daß die in seiner Schlußabrechnung gestellte Schlußforderung berechtigt sei, und hat um Abweisung der Klage gebeten» Der ursprüngliche Kostenanschlag habe, so führt er aus* nicht ein Pauschal sondern nur ein Teilangebot enthaltene Nachdem der Kläger* in mehreren Punkten eine Abweichung von dem ursprünglichen Bauplan verlangt habe, seien sich die Parteien einig geworden, daß in Änderung des Vertrages eine Abrechnung "nach Regie” stattfinden solle« Eine Bindung an die in dem Angebot vom 2» August 1949 genannten Preise sei damit entfallen« Der I&äger habe auch nachträglich anerkannt, 1© Das Berufungsgericht ist der Auffassung, daß der Bauvertrag vom 2« August 1949 Grundlage der Abrechnung über die Leistungen des Beklagten sein müsse« Zwar habe der Beklagte infolge einzelner Änderungen des ursprünglichen Bauplanes Mehrleistungen erbracht, die er dem Kläger in Rechnung stellen dürfe« Der Bauvertrag sei daher insoweit geändert worden, als der genannte Pauschalbetrag von 18 600 DM eben wegen der Mehrleistungen habe überschritten werden dürfen« Nur in diesem Sinne sei die unter Beweis gestellte Aufhebung der Pauschalvereinbarung zu verstehen gewesen* Schon nach der Lebenserfahrung sei es ganz unwahrscheinlich, daß sich der Kläger darauf eingelassen habe, daß die ihm günstigen Prei3vereinbarungen des Bauvertrages in Wegfall kämen und durch eine Regieab-rechnung ersetzt würden« Im übrigen habe der Beklagte aber auch selbst in seinen Abrechnungen und Kostenaufstellungen vom 5« November 1949 genau zwischen den im ursprünglichen Bauplan vorgesehenen Leistungen und den zusätzlichen Arbeiten unterschieden und nur für die letzteren Zeit- und Materialaufwand spezifiziert angegeben« Die Art dieser Berechnung spreche entscheidend gegen die Behauptung des Beklagten, er habe alle Arbeiten als Regiearbeiten durchführen dürfen* baut« Die Revision übersieht, daß der Baumeister als Zeuge darüber vernommen worden ist, welche Leistungen der Beklagte bis zur Kündigung des Vertrages auf Grund des ersten Bauplanes und welche er über diesen hinaus erbracht hatteo Wenn seine bekundeten Wahr-* (W y #—> gebaut ist# Mit Recht hat das Berufungsgericht auch aus-, geführt, es sei Sache des Beklagten gewesen, im einzelnen darzulegen, in welchen punkten nach seiner Ansicht der Sachverständige von einem nicht zutreffenden Sachverhalt ausgegangen sei» Die Gelegenheit hierzu war sowohl in den Besprechungen mit dem Sachverstähdigen wie in den nach Erstattung des Gutachtens eingereichten Schriftsätzen gegeben» Spätestens im Berufungsrechtszug mußte sich der Beklagte darüber im klaren sein, daß die endgültige Abrechnung möglicherweise auf Grund der vom Kläger vertretenen und vom Landgericht gebilligten Rechtsauffassung vorgenommen wurde» Er durfte sich daher nicht darauf beschränken, eine Abrechnung unter Würdigung seiner Kostenaufstellungen (ausschließliche Regieabrechnung) zu verlangen* sondern mußte hilfsweise auch zu den tatsächlichen Grundlagen substantiiert Stellung nehmen, die bei anderer Rechtsbetrachtung offenbar von Bedeutung waren» An einer solchen Stellungnahme fehlt es aber durchaus# Der Vorwurf* das Berufungsgericht habe den Sachverhalt unter Verletzung verfahrensrechtlicher Vorschriften festgestellt und die Beweislast verkannt, kann nicht als berechtigt anerkannt werden# Das vom Berufungsgericht bestätigte Urteil des Landgerichts hat die Feststellung darauf erstreckt, daß nach dem 25« November 1949 keine abtretbare Forderung des Beklagten au3 dem Bauvertrag bestanden habe« Wenn das .Urteil auch keine Rechtskraft im Verhältnis zu den Abtretungsempfän-gern des Beklagten schaffen kann, so ist doch das rechtliche Interesse des Klägers im Sinne des § 256 ZPO zu bejahen,daß seine Rechtsbeziehungen zu dem Beklagten, wie sie im Zeitpunkt der Kündigung des Vertrages bestanden, durch Urteil festgestellt werden (vgl St ein-J onas-Schönke, ZPO-Komm, 18« Aufl, II 3 zu § 256)«