BGH · VI ZR 124/58 vom 02.06.1959
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Juni 1954 wieder verfällt, mit Schot ter abgedeckt und diesen festgewalzt; die Asphaltierung des aufgerissenen Straßenteils erfolgte erst am 13« Juli 1954 Der Kläger erlitt eine Gehirnerschütterung, einen Knöchel bruch und sonstige Verletzungen und befand sich zunächst bis zu dem 25« August., und dann wieder vom 4« September bis zu dem 5o Oktober 1954 in stationäter Krankenhausbehendlung» Er kann seinen Beruf als Bergmann nicht mehr ausüben und hat die Beklagte auf Schadensersatz in Anspruch genommen, weil sie nach Abschluß der Arbeiten nicht für einen ord nungsmäßigen Zustand der Fahrbahn gesorgt habe Br erhob im April 1956 Klage auf Zahlung von Schmerzensgeld, Ersatz von Sachschaden und Aufwendungen für eine Ersatzkraft zur Bearbeitung seines Siedlergrundstücks, die vom Landgericht durch Urteil vom 11. und Anschrift zu ersehen waren« Auf diese Beschriftung hat der Kläger aber möglicherweise vor dem Unfall nicht geach nach dem Unfall nicht mehr achten können. weil wegen des Unfalls gegen den Verantwortlichen ein Zivilprozeß ange strengt werden solle« Namen und Anschrift der Beklagten will der Kläger erst durch das Schreiben der Stadt an Rechtsanwalt vom 13o Dezember 1954 erfah ren haben Gleichwohl hat der Lauf der Verjährung für den Kläger nach Ansicht des Berufungsgerichts spätestens am 13» Oktober 1954 begonnen. In gleicher Weise habe er durch Vorsprache bei der Polizei die Kenntnis von N&men und Anschrift der Baufirma erlangen können*»Matto^er^n Krttnkenhause am 12« August 1954 ausgesagt und zugleich Strafantrag “gegen den für den Unterhalt der Fahrbahn Verantwortlichen11 gestellt. Die Polizei hatte schon am folgenden Tage Namen und Anschrift der Beklagten von Tiefbauamt erfahren. daß sie das Verfahren gegen den mit Namen und Anschrift bezeichneten Bauführer der Beklagten eingestellt habe« Die Auffassung des Berufungsgerichts, daß der Lauf der Verjährungsfrist spätestens am 15« Oktober 1954 begon nen habe, ist jedenfalls in ihren rechtlichen Ergebnis nicht zu beanstanden« Nach der Rechtsprechung des erkennenden Se nates kann eine die Verjährung in Lauf setzende Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen nicht bereits deshalb verneint werden, weil den Verletzten weder Name noch An: schrift des Schädigers bekannt sind, wenn er sie ohne v/ei teres und in zu demutbarer Weise erfahren konnte; zur Kenntnis der Person des Ersatzpflichtigen im Sinne von § 852 BGB TZ 1001)• Das war hier nach den Feststellungen schon vor dem 15« Oktober 1954 der Fall Denn der Kläger wußte lange*vor diesen Zeitpunkt, daß die Beklagte die Baufirma war, die in Juni 1954 für die Stadt der LflBBIstraße Kanalisationsarbeiten ausgeführt hatte« Damit war deren Person ebenso bestimmt, wie etwa der Kraftfahrzeughalter durch das amtliche Kennzeichen, oder der Straßenbahnführcr durch Linie, TTagennummen sowie Ort und Zeit des Unfalls; denn diese Umstände genügten bereits, sie zu identifizieren und ihre Firma nebst ihrer Anschrift kosten- und mühelos ohne weiteres fcstzustellen« Diese Kenntnis lag denn auch nicht nur beim Tiefbauamt, sondern insbesondre auf Grund des von ihm am 12« August 1954 beantragten Ermittlungsverfahrens auch bei der Polizei greifbar für ihn bereit« Der Revision ist zwar darin beizutreten, daß für den Kläger keine Rechtspflicht bestand, selbst in dieser Hinsicht tätig zu werden, - wozu er nach der Auskunft des chirurgischen Chefarztes am Bflimt-Hospital vom 25« August 1954 ab in der Lage war -, sondern daß es ihm freistand, sich dazu der Hilfe eines Anwaltes zu bedienen. Soweit die Revision geltendmacht, die Inanspruchnahme eines Anwalts sei schon deshalb zweckmäßig gewesen, weil es für den Kläger nicht offenkundig gelegen habe, ob er die Stadt oder die Baufirma in Anspruch nehmen solle, handelt es sich nicht um die Kenntnis der die Schadenersatzpflicht begründenden Tatsachen, sondern um deren (keine besonderen Schwierigkeiten bietende und daher für den Beginn der.Verjährung unerhebliche) rechtliche Wertung (vgl. Rechtsirrig ist nämlich die Auffassung der Revision, daß die Einreichung des klägerischen Schriftsatzes von 11* Oktober 1957 die Verjährung unterbrochen habe« 35er Schriftsatz sagt mit klaren Worten, daß der Kläger "beabsichtigt”, die Klage zu erweitern, für diese Klageerweiterung die Bewilligung des Armcrrechts beantragt, und mit der Klageerweiterung zusätzlich einen in folgenden formulierten Feststellungeanspruch geltendmachen wolle« "Zur Begründung dieses Arcenrechtsantrags" wird sodann vorge— tragen, daß zwar die auf die Ecrufsgenoccencchaft übergegangenen Schadenersatzansprüche niedriger seien, als die Rente des Klägers, daß aber mit einer Herabsetzung oder völligem Fortfall der Rente gerechnet werden müsse« Zum Schluß wird der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß "das Rechtsschutzinteresce für den beabsichtigten Feststellungs— antrag des Klägers" sicherlich gegeben sei«