BGH · VI ZR 116/82 vom 01.02.1983
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zur nichtvermögensrechtlichen Natur der Unterlassungs und Widerrufsklage einer religiösen Sekte gegen Äußerungen, die sich gegen ihre missionarische Arbeit richten. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hiddemann und die Richter Dunz, Dr. Steffen, Dr. Ankermann und Dr. Lepa am 1. Die Revision des klagenden Vereins gegen das Urteil des 12. Die Kosten der Revision fallen dem Kläger zur Last. Der klagende Verein ist der deutsche Zweig der V^m^HMBkirche, die nach ihrem Gründer und geistigen Vater, dem Süd-Koreaner San Myung M^, auch Sekte genannt wird. Die Beklagten, Pfarrer der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, nahmen vermehrte Aktivitäten von Mitgliedern des Klägers in ihrem Gemeindegebiet zu dem Anlaß für eine Mitte Juni 1980 abgehaltene Presse- Mit seiner Unterlassungs- und Widerrufsklage hat sich der klagende Verein gegen Äußerungen der Beklagten gewendet, die diesen Presseberichten zugrunde liegen und durch die sich der Kläger in seinem Ruf verletzt und in seiner Religionsausübung beeinträchtigt fühlt. Mit seiner Berufung hat der Kläger seine Klage erweitert. Die Revision ist zu verwerfen, da sie gegen das angefochtene Berufungsurteil nicht zulässig ist (§ 554 a ZPO). Nach § 546 Abs. 1 ZPO findet die Revision nur statt, wenn das Oberlandesgericht sie in seinem Urteil zugelassen hat oder wenn in Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche der Wert der Beschwer 40.000 Deutsche Mark übersteigt. Da das Berufungsgericht die Revision nicht zugelassen hat, ist sie deshalb nur zulässig, wenn die von dem klagenden Verein verfolgten Widerrufs- und Unterlassungsansprüche vermögensrechtlicher Natur sind. oder nicht, ist das Rechtsverhältnis, aus dem der geltend gemachte Anspruch hergeleitet wird, und der Inhalt, mit dem er in der Klage prozessual zur Wirkung gebracht ist (Senatsurteil vom 16. Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats sind Widerrufs- und Unterlassvingsansprüche, welche den sozialen Geltungsanspruch des Betroffenen in der Öffentlichkeit schützen sollen, grundsätzlich nichtvermögensrechtlicher Natur, sofern sich nicht aus dem Klagevorbringen oder offenkundigen Umständen ergibt, daß das Rechtsschutzbegehren in wesentlicher Weise auch der Wahrung wirtschaftlicher Belange dienen soll (Senatsurteile vom 30. Entscheidend ist, daß die bekämpften Vorwürfe nicht auf die wirtschaftliche Seite des klagenden Vereins zielen, sondern sich mit dem geistigen Einfluß auseinandersetzen, den die Vereinigungskirche nach Ansicht der Beklagten durch ihre Lehre und die Methoden ihrer Verbreitung auf die Psyche ihrer Anhänger, insbesondere auf junge Menschen ausübt. des klagenden Vereins, nicht gegen seine Aktivitäten auf wirtschaftlichem Gebiet; die beklagten Pfarrer haben ihre Kritik in den Rahmen ihrer seelsorgerischen Aufgaben gestellt, um durch Aufklärung der Öffentlichkeit Bemühungen von Vereinsmitgliedem entgegenzutreten, mit Menschen ihrer Gemeinde in Kontakt zu treten und sie für die Lehre der Vfli^HBBBikirche zu gewinnen. Mögliche wirtschaftliche Nachteile der Kritik für den Kläger - etwa nachteilige Auswirkungen auf seine Einnahmen aus Spenden, auf die er nach den Ausführungen der Revision in erheblichem Umfang angewiesen ist - sind im Streitfall lediglich Reflexwirkungen, die für die Natur des Rechtsstreits außer Betracht zu bleiben haben (vgl. Eine jenem Urteil vergleichbare Fallgestaltung, bei der wegen der engen, untrennbaren Verzahnung zwischen ideellen und wirtschaftlichen Belangen des Klageziels in wesentlicher Weise auch vermögensrechtliche Belange Gegenstand der Klage sind, liegt hier nicht vor.