BGH · VI ZB 1/80 vom 25.03.1980
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Die sofortige Beschwerde der Klägerin gegen den Beschluß des 10. August 1979 beim Oberlandesgericht ein, weshalb die Klägerin Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der Berufungsfrist beantragte. Mit dem angefochtenen BeschluB hat das Oberlandesgericht den Wiedereinsetzungsantrag zurückgewiesen und die Berufung der Klägerin als unzulässig verworfen. Das Berufungsgericht hat im Ergebnis mit Recht angenommen, die Klägerin habe nicht dargetan, daß ihre Anwälte ohne Verschulden verhindert waren, die Berufungsfrist einzuhalten. 1. Das Oberlandesgericht hat den Vortrag der Klägerin dahin verstanden, daß der "Ubermittlungsfehler" anläßlich des Auftrages zur Einlegung der Berufung im Bereich des erstinstanzlichen Anwaltes entstanden ist. Sie hat demgegenüber weder dargetan, noch glaubhaft gemacht, worauf der angebliche Fehler zurückzuführen und weshalb er nicht von ihrem erstinstanzlichen Anwalt verschuldet worden sein soll; sie ist noch nicht einmal der Behauptung der Beklagten entgegengetreten, ihr erstinstanzlicher Anwalt habe die Frist falsch berechnet und deshalb ein falsches Datum an ihre zweitinstanzliche Anwältin weitergegeben. Zwar kann im Einzelfall ein Ubermittlungsfehler, der bei einem telefonischen Auftrag zur Berufungseinlegung eingetreten ist, auch auf einem Kanzleiversehen beruhen, das dem Rechtsanwalt und der von ihm vertretenen Partei nicht als Verschulden zugerechnet werden darf.Jedoch bedarf es jedenfalls bei der Entgegennahme telefonischer Anrufe von Bedeutung, noch dazu bei drohendem Fristablauf» vorsorglicher Anweisungen des Anwaltes an seine Büroangestellten, wie zu verfahren ist, um mögliche Mißverständnisse zu vermeiden* Dazu gehört z.B. mindestens die Wiederholung des durchgegebenen wesentlichen Inhaltes der Berufungsschrift und der einzelnen Daten durch den Gesprächspartner (vgl. Die Darstellung der Klägerin in ihrer Beschwerdeschrift, die wiederum nicht erkennen läßt, wie im einzelnen es zu der Notierung der unrichtigen Frist gekommen ist, könnte auch dahin verstanden werden, daß der "übermittlungsfehl er" in der Kanzlei ihrer zweitinstanzlichen Anwältin bei Entgegennahme des telefonischen Berufungsauftrages entstanden ist. Für ein Verschulden ihrer zweitinstanzlichen Anwältin an der Fristversäumung hat die Klägerin nämlich ebenfalls nach §§ 233, 85 Abs. 2 ZPO einzustehen.