BGH · VI ZB 14/92 vom 14.07.1992
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Steffen und die Richter Dr. Kullmann, Dr. Lepa, Bischoff und Dr. Dressier am 14. Die sofortige Beschwerde des Klägers gegen den Beschluß des 13. März 1992 Berufung eingelegt und zugleich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist beantragt. Mit dem angefochtenen Beschluß hat das Berufungsgericht den Wiedereinsetzungsantrag zurückgewiesen und die Berufung als unzulässig verworfen. 1. Das Berufungsgericht hat das Wiedereinsetzungsgesuch scheitern lassen, weil der Kläger nicht dargetan habe, daß und wann er den Auftrag zur Berufungseinlegung erteilt und was seine erstinstanzliche Prozeßbevollmächtigte auf seine Anweisung hin veranlaßt habe. Wenn das Berufungsgericht zu diesem Punkt, hinsichtlich dessen der Kläger nicht ohne weiteres damit rechnen mußte, daß ausdrücklicher Vortrag verlangt werde, das Wiedereinsetzungsgesuch für unklar oder ergänzungsbedürftig hielt, lag es nahe, durch Hinweis gemäß § 139 ZPO für die gewünschte Klarstellung zu sorgen (vgl. Der Kläger hat nicht hinreichend dargetan und glaubhaft gemacht, daß er ohne Verschulden verhindert gewesen sei, die Berufungsfrist einzuhalten (§ 233 ZPO). Es ist nicht glaubhaft vorgetragen, daß und weshalb es nicht auf einer fehlerhaften Büroorganisation der erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten des Klägers beruhte, wenn diese erst vier Wochen nach Ablauf der Berufungsfrist durch einen Telefonanruf der Ehefrau des Klägers auf die Unterlassung einer rechtzeitigen Berufungseinlegung aufmerksam gemacht wurde. - VII ZB 9/89 - NJW 1990, 187 und vom 28. Der Rechtsanwalt muß dafür sorgen, daß die Erledigung der fristgebundenen Sachen am Abend eines jeden Arbeitstages anhand des Fristenkalenders von einer dazu beauftragten Bürokraft überprüft wird (vgl. Insoweit ist in der anwaltlichen Versicherung vom 18.3.1992 lediglich ausgeführt: "Wenn der Anwalt die Berufungsfrist erledigt hat, wird die entsprechende Frist im Fristenkalender durchgestrichen. Daraus ergibt sich nicht, daß die am Abend eines jeden Arbeitstages erforderliche Endkontrolle des rechtzeitigen Abgangs aller fristwahrenden Schriftsätze anhand des Fristenkalenders von der Prozeßbevollmächtigten wie geboten angeordnet worden ist. Es kann nicht davon ausgegangen werden, daß die Berufungsfrist auch dann versäumt worden wäre, wenn in der Kanzlei der erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten des Klägers eine derartige Ausgangskontrolle fristwahrender Maßnahmen ordnungsgemäß sichergestellt worden wäre. 3. Da das Berufungsgericht dem Kläger im Ergebnis die Wiedereinsetzung zu Recht versagt und die Berufung als unzulässig verworfen hat, war die Beschwerde mit der Kostenfolge des § 97 Abs. 1 ZPO zurückzuweisen.