BGH · VII ZR 288/56
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 4o April '957 unter Mitwirkung des Senat spräs identen (xlanzmann und der Bundesrichter Rietschel, Br6 Winkelmann, Erbel und H* Meyer für Recht erkannts Bie Revision der Klägerin gegen das Urteil des 2. Die Klägerin hat behauptet, der Beklagte selbst habe ihr den Bauauftrag erteilt, zu demindest sei er damit einverstanden gewesen, dass sie im Namen der Arbeitsgemeinschaft beauftragt wurde. Dabei hat es sich auf das Schreiben des Beklagten an die Klägerin vom 20- Juni 1953 gestützt, für das der Beklagte einen Briefbogen mit seinem Namen verwandt hat, sowie auf den Wortlaut dieses Schreibens Diese Verhandlungen haben zu keinem Ergebnis geführt. ebenfalls im eigenen Namen, mit der Klägerin verhandelt und ihr dann auch den Bauauftrag erteilte Weder der Beklagte noch B^JP seien demnach, so führt das Berufungsgericht aus, der Klägerin gegenüber für die Arbeitsgemeinschaft, in der eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (§ 705 BGB; zu erblicken sei, auf getreten«, habe auch nicht etwa die vom Beklagten im eigenen Namen geführten, erfolglos gebliebenen Verhandlungen namens der Arbeitsgemeinschaft zu Ende geführte Die Bekundungen B^|^ vor dem Landgericht und ebenso im Berufungsverfahren hätten jeden Zweifel beseitigt; dass er den Vertrag mit der Klägerin nur für sich habe ab~ schliessen wollen, weil der Beklagte und ebenso Heinrich K^P der Bauleiter der Arbeitsgemeinschaft, mit den Arbeiten nicht vorwärts gekommen seien und er, der amerikani- schen Dienststelle für Verzögerungen verantwortlich gewesen sei» Die Klägerin habe auch weder beim Abschluss noch bei der Erfüllung des Vertrags die Arbeitsgemeinschaft oder den Beklagten als Vertragsgegner angesehen« Das ergebe sich aus der unbestrittenen Tatsache, dass sie die Arbeiten nicht der Arbeitsgemeinschaft, sondern allein dem Auftraggeber in Rechnung gestellt habe« Die Klägerin habe somit den Beweis, dass den Vertrag mit ihr nicht für sich, sondern für die Arbeitsgemeinschaft abgeschlossen habe, auch im Berufungsverfahren nicht erbracht« Da die Auftragserteilung den Beklagten nur dann hätte als Gesellschafter verpflichten können, wenn B^J^ erkennbar im Namen der Arbeitsgemeinschaft gehandelt hätte, komme eine gesamtschuldnerische Haftung des Beklagten für eine von B^|^^ namens der Arbeits-gemeinschaft eingegangene Verbindlichkeit nicht in Fragen Auch diese Rüge kann keinen Erfolg haben« Die Klägerin hat lediglich das Schreiben des Beklagten vom 20« Juni 1953 ohne die darin erwähnte Anlage zu den Akten gereicht« Sie hat auch nicht behauptet, das als Anlage erwähnte Angebot sei etwa von der Arbeitsgemeinschaft ausgegangen« Zwar hat der Zeuge bekundet, in den Angebotsunterlagen sei von run- seren Preisen11 die Rede gewesen« Hiermit hat sich jedoch schon das Landgericht auseinandergesetzt und demgegenüber auf den eindeutigen Wortlaut des Schreibens des Beklagten vom 20 «Juni 1953 abgestellt« Wenn die Klägerin trotzdem aus der Anlage zu dem Schreiben ejnei für sie günstigeren Schluss gezogen wissen wollte3 so wäre es ihre Sache gewesen, das Angebot im Berufungsverfahren vorzulegen oder, falls sie es dem Beklagten zurückgegeben hatte, seine Vorlage durch den Beklagten zu veranlassen» Dem Berufungsgericht war der Wortlaut dieses Angebots nicht bekannt. 3c) Eine Haftung des Beklagten für die Klageforderung auf Grund eines von ihm veranlassten Rechtsscheins hat das Berufungsgericht .abgelehnt j weil B^|^ nicht im Namen der Arbeitsgemeinschaft, sondern im eigenen Namen der Klägerin den Auftrag erteilt habe« Auch hiergegen wendet sich die Revision zu Unrecht, Es ist zwar in der Rechtsprechung anerkannt, dass sich der Geschäftsgegner des Vertretenen auf den Rechtsschein der Vollmacht in solchen Fällen berufen kann, in denen er nach Treu und Glauben annehmen darf, der Vertretene dulde das Verhalten des fiii* ihn auf tretenden Vertreters (BGHZ 5, 111) * des Vertretenen auf tritt 0 Dass B^f^ weder für den Beklagten noch für die Arbeitsgemeinschaft den Vertrag mit der Klägerin abgeschlossen hat, ist im angefochtenen Urteil festge-stellt« Zwar macht es nach § l6*f Abs 1 Satz ? BGB keinen Unterschied, ob die Erklärung ausdrücklich im Hamen des Vertretenen erfolgt oder ob die Umstände ergeben, dass sie in dessen Namen erfolgen soll« Das hat das Berufungsgericht aber nicht übersehen, sondern festgestellt, dass auch die Umstände nicht die Annahme rechtfertigten, B^J^ habe, als er etwa am 25« Juni 1953 die Klägerin mit den Strassenbauarbeiten beauftragte, im'Nanien der Arbeitsgemeinschaft verhandelt und den Vertrag abgeschlossene Es hat daher mit Recht dahingestellt gelassen, ob mit Duldung des Beklagten ständig im geschäftlichen Verkehr im Namen der Arbeitsgemeinschaft aufgetreten ist« Aus dem gleichen Grunde kommt es auch nicht darauf an, ob B^lft auf Grund des Vertrages über die Gründung der Arbeitsgemeinschaft dem Beklagten gegenüber befugt war, für die Arbeitsgemeinschaft die Strassenbauarbeiten zu ver- * gebene Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts meint die Revision, aus den Umständen habe sich dennoch ergeben, dass im Namen der Arbeitsgemeinschaft den Vertrag abgeschlossen habe« Die Beurteilung dieser Frage gehört dem Gebiet der tatsächlichen Würdigung an« Dass das Berufungsgerichb dabei wesentliche Punkte unberücksichtigt gelassen hätte, kann der Revision nicht zugegeben werden« Ihre Meinung, der Beklagte sei verpflichtet gewesen, bei'seinen erfolglos verlaufenen Verhandlungen mit der Klägerin ausdrücklich hervorzuheben, dass er nur für sich persönlich auftrete, ist schon deshalb unbegründet, weil, wie die Revision selbst betont, ‘die Klägerin bei diesen Verhandlungen von dem Bestehen der Arbeitsgemeinschaft noch keine Kenntnis hatte« Ebensowenig kann die Rede davon sein, der Beklagte habe sich in Verhandlungen mit der Klägerin "eingeschaltet”« Die von dem Zeugen bekundete Unterhaltung des Beklagten mit dem Bauingenieur Sch^J^^h in der der Beklagte geäussert haben soll, seine Firma führe zur Zeit in Arbeitsgemeinschaft mit einer Firma BUB am Uüterbahnhof in ein Bauprojekt durch, hat das Berufungsgericht als Privatgespräch des Beklagten mit einem Bekannten aus der Studienzeit gewertet, das in keiner Beziehung zu seinen Verhandlungen mit der Klägerin gestanden habe« Der Vortrag der Revision, die Klägerin habe auf Grund der vom Beklagten seinem Schreiben vom 20, Juni 1953 beigefügten Unterlagen auch mit dem von der Arbeitsgemeinschaft angesteilten Bauleiter Heinrich K^^^ verhandelt, stellt eine im Revisionsverfahren unbeachtliche neue Tatsachenbehauptung dar«, Der Angriff gegen die Feststellung des Berufungsgerichts, der Beklagte habe am 1,Juli 1953 bei Arbeitsbeginn der Klägerin für diese erkennbar die Baustelle bereits geräumt gehabt, richtet sich gegen die tatrichterliche freie Beweiswürdigung und kann deshalb