BGH · VII ZR 235/56
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Klägerin behauptet, ihr Vater habe die noch von ihm selbst* und aus seinen Mitteln an die S(^m^ geleistete Zahlung von 7000 »- DM versehentlich nicht im Kassenbuch eingetragen« Der Beleg über diese Zahlung sei erst nach seinem Tode aufgefunden wordene Die Beklagten bestreiten, daß der Betrag von 7000o- DM aus Mitteln des Vaters der Klägerin stamme„ Vielmehr habe er mit diesen an die Südberlin gezahlten 7000»- DM Zahlungen an Subunternehmer abgegolten, die die SUHBB vorgelegt habe» Diese Zahlungen an die Subunternehmer seien bereits in der Aufstellung der vom Vater der Klägerin bewirkten Zahlungen aufgeführt o Deshalb habe er diean die gezahlten Das Landgericht hat der Klägerin 227,76 DM zugesprochen und sie im übrigen mit der Klage abgewiesen, weil nicht bewiesen sei, daß ihr Vater die 7000t- DM an die Südberlin aus eigenen Mitteln geleistet habe» In der Berufungsinstanz hat die Klägerin vorgebracht, daß es nicht allein darauf ankomme, ob gerade die am 31o Januar 1952 der SUHR gezahlten 7000»- DM aus Mitteln ihres Vaters stammten, sondern darauf, daß dieser im Endergebnis für den Wiederaufbau des Hauses der Beklagten über die zugesprochenen 227,76 DU hinaus weitere 7000'»- DM aus seinen Mitteln aufgebracht habe» Dies werde sich bei der von ihr beantragten Nachprüfung sämtlicher Ausgabenbelege durch einen Sachverständigen ergebene Das Berufungsgericht hat diesen von der Klägerin angetretenen Beweis nicht erhoben und die Berufung der Klägerin zurückgewiesen» Io Die Klägerin hatte ihren Anspruch auf Zahlung von 7000c- DM zunächst nur damit begründet, daß ihr Erblasser gerade die am 316 Januar 1932 an die gezahlten 7000«- DM aus eigenen Mitteln aufgewandt habe«» Wenn das Berufungsgericht anführt, diese Behauptung der Klägerin sei unbewiesen geblieben, so läßt diese Feststellung keinen Rechtsverstoß erkennen« Dies nimmt wohl auch die Revision an, da sie erklärt, die Richtigkeit dieser Feststellung könne dahingestellt bleiben« Die Revision weist aber mit Recht darauf hin, daß ein Anspruch auf Zahlung von 7000.- DM auch schon dann besteht, wenn der Vater der Klägerin für de# Wiederaufbau des Hauses der Beklagten insgesamt 7000.- DM mehr aufgewendet hat; als ihm von den Beklagten zur Verfügung gestellt worden ist. Wenn der Vergleich der gesamten Ausgaben und Einnahmen einen Überschuß der Ausgaben ergibt, so kann dieser Überschuß nur aus Mitteln des Vaters der Klägerin aufgebracht worden sein. Das Berufungsgericht hat auch nicht verkannt, daß schon ein solcher Abrechnungsülierschuß aus der gesamten Tätigkeit des Vaters der Klägerin einen Anspruch der Klägerin begründen würde. rechnungsdifferenz von 7 227,76 DM zu Gunsten der Klägerin zugestanden hätten0 Denn die Beklagten haben zwar nicht bestritten, daß der Vater der Klägerin Ausgaben in der in seiner Aufstellung angegebenen Höhe von 208 470,21 DM geleistet habe« Aber sie haben bestritten, daß darüber hinaus weitere 7000DM ausgegeben worden seien, und behauptet, die am 31p Januar.1952 quittierte Ausgabe von 7000*- DM sei in anderen Posten der mit 208 470,21 DM abschließenden Aufstellung der Ausgaben schon enthalteno Es trifft nicht zu, daß es sich hei dem Verlangen der Klägerin, diese Nachprüfung anhand der Belege mit Hilfe eines Sachverständigen vorzunehmen, um einen unzulässigen Beweisermittlungsantrag handle« Von Anträgen auf Beweisermittlung spricht man einmal hei solchen Be-weisantritten, denen die Bestimmtheit der zu ermittelnden Tatsachen oder der zu benutzenden Beweismittel fehlt« Ferner ist ein Beweisantritt unbeachtlich, wenn es sich hei den Behauptungen einer Partei um bloße Vermutungen handelt, tatsächliche Unterlagen dafür also nicht vorhanden sind, und wenn die Partei durch die Beweisaufnahme erst die Grundlage für neue Behauptungen gewinnen will (vgl Stein-Jonas ZPO 17« Aufl § 282 III 1)» Zunächst sind nämlich beide Parteien davon ausgegangen, daß der Vater der Klägerin, wie in der Aufstellung angegeben, 208 470,21 DM verauslagt habe» Als dann die Klägerin unter Hinweis auf die Quittung vom 31»Januar 1952 eine weitere Ausgabe von 7 000«- DM behauptete, die in der Aufstellung nicht enthalten war, haben die Beklagten zunächst bestritten, daß diese Zahlung geleistet worden sei» Erst nachdem die Zahlung bewiesen war, haben die Beklagten geltend gemacht, daß der Erblasser der Klägerin mit der Zahlung der 7 000 c- DM an die Südberlin nur von dieser vorgelegte Beträge erstattet habe, die schon in der Ausgabensumme von 208 470,21 DM enthalten seien» Diese Behauptung der Beklagten findet allerdings eine gewisse Stütze in dem Schreiben der vom i5<» Februar 1932, Ein weiterer Anhaltspunkt für die Berechtigung des Beweisantritts der Klägerin liegt darin, daß ihr Vater tatsächlich mehrfach Geld für die Beklagten vorgelegt hat* Wenn die Parteien auch darüber streiten, ob solche Vorlagen nur das Konto der Hausverwaltung oder auch das Baukonto betrafen, so bestand jedenfalls auch bei dem Baukonto schon-in Höhe der zugesprochenen 227,76 DM ein Überschuß der Ausgaben über die Einnahmen» Schließlich aber bietet, wenn am Ende einer umfangreichen, mit Einnahmen und Ausgaben verbundenen Verwaltung Unklarheit darüber besteht, zu wessen Gunsten sich ein Überschuß ergibt, der Vergleich der Einnahmen und Ausgaben anhand sämtlicher Belege die aus der Natur der Rechtsbeziehung gegebene Möglichkeit der Aufklärung, die sich als zweckmäßig geradezu aufdrängt» Die Beklagten selbst haben für ihre Behauptung, der.Vater der Klägerin habe nur insgesamt 208 470,21 DM ausgegeben, diese Art der Nachprüfung mehrfach angeregt und auch beantragt, einen Buchsachverständigen mit der Erstattung eines Gutachtens zu beauftragen (S 2 des Schriftsatzes vom 19* Juli 1954» Das Berufungsgericht hat daher die Beweiserhebung mit unzutreffender Begründung abgelehnt * Ob es allerdings die Belege durch einen Sachverständigen nachprü-fen läßt oder zunächst nur auf den Antrag der Klägerin die Vorlage der Belege durch die Beklagten anordnet und die Aufklärung durch eigene Nachprüfung versucht, bleibt seinem Ermessen Überlasseno Scheffler Heimann-Trosien Dr«Winkelmann Erbel Meyer