BGH · VII ZR 225/63
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Durch schriftliche Erklärung vom 9° Februar 1955 trat er aus seiner "bestehenden und noch zu erwartenden Forderung" einen Betrag von 12»409,78 DM an die Klägerin ab» In der Erklärung bat er den Beklagten, der Klägerin "unter tlngabc des Zahlungstermins zu bestätigen, daß der oben genannto Betrag an diese zur Auszahlung gebracht wird"» Mit der Klago macht die Klägerin die ihr abgetretene Forderung geltend und beantragt, den Beklagten zur Zahlung von 12o409,78 DM nebst Zinsen zu verurteilen. Zur Zeit der Abtretung habe iflHHB keine fällige Forderung gegen ihn gehabte Was nach der Abtretung noch gezahlt worden sei, sei auf Grund einer am 18«> Februar 1955 mit DflHH| und Rechtsanwalt Dr. VV^HIHi getroffenen Verein-* barung an den letzteren geleistet worden, der die für die Entlohnung der Arbeiter und die Bezahlung der Lieferanten benötigten Beträge als Treuhänder erhalten und an die Arbeiter und Lieferanten weitergeleitet habe„ Er habe diese Beträge freiwillig vorausgezahlt; DflHHIB habe keinen Anspruch auf : sie gehabt» Hach Nr«, 28 dos Pauschalvertrages vom 10» Juli 1954 können Forderungen des Auftragnehmers nicht an dritte Personen abgotreten werden«, Das Berufungsgericht führt aus, die Abtretung sei gleichwohl wirksam, weil der Beklagte ihr mit dem am .-37° Februar 1955 auf die Abtretungs-erklärung gesetzten Vermerk zugostimmt habe« lo) Abgetreten ist nach Ansicht des Berufungsgerichts infolge des vom Beklagten gemachten Zusatzes “falls Forderungen entstehen“ nur ein künftig fällig werdender Teil der Forderung„ Die Abmachung des Beklagten mit Dansmann und Rechtsanwalt Dr» vom 18» Februar 1955 enthält nichts, was zu einer anderen Auslegung zwänge» Die Revision vertritt in anderem Zusammenhang selbst die Auffassung, daß dieses Abkommen, weil die Klägerin an ihm nicht beteiligt gewesen sei, für den Inhalt der Abtretung nicht maßgebend sei» Die Abtretungserklärung vom 9<> Februar 1955 spricht allerdings auch von der ‘•bestehenden’* Forderung» Die Abtretung war aber wegen des Abtretungsverbots nur insoweit wirksam, als der Beklagte ihr zustimmte» Nach der das Revisionsgericht bindenden Feststellung des Berufungsgerichts hat der Beklagte mit dem Zusatz “falls Forderungen entstehen“ zu dem Ausdruck gebracht, daß seine Genehmigung sich nur auf künftig fällig werdende Teile der Forderung bezog» 2») Das Berufungsgericht legt ferner die Abtretung dahin aus, daß der letzte Teil der Pouschalforderung von 122»640 DM abgetreten sei, also die 12»409,78 DM, die nach Zahlung von 110»230,22 DM noch verblieben» Be führt aus, die gesamten Umstände ergäben, daß D0HHI und der Beklagte, •PflHHH hat den Beklagten in der Abtretungserklärung aufgefordert, die nach dem Pauschalvertrag ausgeschlossene Abtretung durch seine Zustimmung wirksam zu machen. Februar 1955 und die ihr vorausgegangenen Verhandlungen für die Auslegung nur dann bedeutsam sein, wenn sie der Klägerin bekannt gewesen wären. Darüber ist bisher nichts festgestellto Damit ist der Auslegung des Berufungsgerichts, das seine Auffassung, der letzte Teil der Forderung sei abgetreten, allein auf die Abmachung vom 18. daß der Beklagte der Klägerin unter Angabe des Zahlungstermins bestätigen: sollte, der abgetretene Betrag werde an sie zur Auszahlung gebrachte Nach der Sachlage sei die Angabe eines Zahlungstermins nur für die nächste Rate in Betracht gekommene» 4o) Eine neue tatrichterliche Würdigung kann ergeben, daß weder für eine Abtretung der letzten noch für eine Abtretung der nächsten Rate genügend Anhaltspunkte gefunden werdeno Dann ist davon auszugehen, daß der abgetretene und der dem Zedenten verbleibende Teil der Forderung gleichen Rang habeno Das Berufungsgericht führt die Entscheidung des Reichsgerichts in JW 1914, 528 an, nach der der Zedent regelmäßig dem Zessionär kein Vorrecht vor dem ihm vex*-bleibenden Rest oinräumen will (vgl® auch RGZ 149, 96, 98) o Diese Rechtsprechung besagt aber nicht, daß umgekehrt der beim Zedenten verbleibende Rest der Forderung Vorrang habe» Vielmehr ist gleicher Rang der Forderungsteile anzunehmen, und das bedeutet, daß eine Teilzahlung dem Zedenten und dem Zessionär im Verhältnis der ihnen zustehenden Forderungsteile gebührt (vglo RG V/arneyer 1911 Hr0 192) o Jedenfalls ist der Revision zuzugestehen daß das Oberlandesgericht die Höhe der Forderung unter den Gesichtspunkt geprüft hat, daß die letzte Rate der Pauschalvergütung abgetreten sei, und deshalb die Frage nicht entschieden hat, ob eine 110.230,22 DM übersteigende Forderung DflHHB entstanden ist. Ob noch weitere Leistungen muß dem Tatrichter überlassen werden; hingewiesen sei noch auf den mit Schriftsatz der Klägerin vom 24» Mai 1957 überreichten Kontoauszüge Vor allem hat aber das Berufungsgericht infolge seiner Auslegung, die letzte Rate sei abgetreten, sich nicht damit befaßt, ob die Klage nicht deshalb Erfolg haben kann, weil der Beklagte nach der Abtretung noch Zahlungen an DflHHB statt an die Klägerin geleistet hat» Nach So 14 BU hat er vorgetragen, auf Grund des Abkommens vom 18« Februar 1955 an Rechtsanwalt Dr0 WflHBfl2o850 DM gezahlt zu habeno Im Urteil des Landgerichts (Bio 129) heißt es, der Beklagte habe nach der Abtretung noch 8»403>26 DM "an 4HHHPcr~ sönlich” gezahlte Ob dieser Betrag in den 12o850 DM enthalten ist oder über sie hinaus, geleistet worden ist, ist nicht geklärto Wenn aber der an die Klägerin abgetretene Forderungsteil Vorrang vor dem Rest der Forderungen hatte, gebührten diese Zahlungen ihr, und wenn die beiden Forderungsteile gleichrangig waren, gebührte ihr von den Zahlungen des Beklagten die sich aus dem Verhältnis der beiden Forderungs-teile ergebende Quote0 Insoweit ist der Beklagte durch Zahlung an nicht befreit worden» § 407 Abs» 1 BGB soweit der Beklagte nicht unmittelbar an sondern an Hechtsanwalt Dr0 gezahlt hat» Denn auch diese Zahlungen dienten der Begleichung von Bauleistungen DflHIHiB aus dem mit dem Beklagten geschlossenen Werkvertrag, wurden also auf eine Forderung geleistet, die in Höhe von 12o409,78 DM an die Klägerin abgetreten war« Das Abkommen vom 18o Februar 1955 braucht dio Klägerin, die an ihn nicht beteiligt war, nicht gegen sich gelten zu lassen, wenn die Abtretung an sie mit Vorrang oder gleichen Rang für sie geschehen isto Bo hat, wie unter I 2 ausgeführt, allenfalls Bedeutung für die Frage, ob dio Abtretung dahin ausgelegt werden kann, daß ihr die letzte Rate abgetreten isto IVo Sollte sich aus den unter den zu II und III angeführten Gesichtspunkten ergeben, daß das Bestehen der abgetretenen Forderung ganz oder teilweise zu bejahen ist, so wird das Berufungsgericht noch auf die vom Beklagten geltend gemachten Gegenforderungen einzugehen haben» Neben einem Vertragsstrafenanspruch und ilinderungsansprüchen hat er der Klageforderung einen Anspruch wegen Überzahlung in Höhe von 29*797,99 DU (So 13 BU) entgegengesetzto Letzteren begründet er zu dem wesentlichen Teil damit, daß er Aufwendungen für die Arbeiten anderer Handwerker gehabt hat, die den Bau nach der Auflösung seines Vertrags mit Bansmann vollendet haben (vgl» So 14 BU und die Aufstellung des Beklagten vom 13» November 1956, Bio 234 d.A.)» Wenn für den Beklagten hierwegen ein Schadensersatzanspruch gegen DflHHB entstanden ist, so kann er diesen Anspruch wie andere aus dem Bauvertrag herrührende Ansprüche der Klägerin entgegenhalten; dem steht nicht entgegen, daß der Schaden erst nach der Abtretung entstanden ist (BGIIZ 25, 27, 29; BGH LI.1 Nr» 3 zu § 326 (Ka) BGB) o