BGH · VII ZR 202/59
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Beklagte beruft sich darauf, daß für Streitigkeiten aus dem Vertrage die ausschließliche Zuständigkeit des türkischen Gerichts in Istanbul vereinbart worden sei. Pas vom Kläger angerufene- Landgericht in Frankfurt/Main hat die Klage wegen Unzuständigkeit abgewiesen. Pas Oberlandesgericht hat auf - die Berufung des Klägers ”die Einrede der mangelnden deutschen Gerichtsbarkeit verworfen” /Nach seiner Ansicht enthäut der Vertrag der Parteien keine Vereinbarung eines ausschließlichen ausländischen Gerichtsstandes} der Kläger könne, da sich im Bezirk des Landgerichts Frankfurt/Main Vermögen des Beklagten befinde, nach § 23 ZPO auch bei- diesem Gericht klagen. Nach § 549 Abs« 2 ZPO kann in Rechtsstreitigkeiten über verraögensrechtliche Ansprüche die Revision nicht darauf gestützt werden, daß das Gericht seine örtliche Zuständigkeit mit Unrecht angenommen hat» Pas gilt nicht nur', wenn streitig ist, welches von mehreren deutschen Gerichten örtlich zuständig ist« Pie Vorschrift ist vielmehr auch dann anzuwenden« wenn geltend gemacht wird, daß überhaupt kein deutsches, sondern ein..ausländisches Gericht zuständig sei, Pas Reichsgericht hat diese Fälle der sogenannten internationalen Zuständigkeit in ständiger Rechtsprechung als von § 549 Abs, 2 ZPO erfaßt behandelt, und der Bundesgerichtshof ist dieser Rechtsprechung gefolgt (NiW 1953? Wenn auch im angefochtenen Urteil von der Einrede der mangelnden deutschen Gerichtsbarkeit die Rede ist, so macht der Beklagte doch nur geltend, daß nicht das vom Kläger angerufene Gericht, sondern das Gericht in Istanbul örtlich zuständig sei. 392); in Wahrheit hat das Oberlandesgericht nicht die Einrede der mangeln-