BGH · VII ZR 193/68 vom 06.03.1969
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
1.; Gestützt auf eine vertragliche Unterlassungspflicht des Beklagten für die Zeit vom 19* September 1967 bis 18. September 1968 (das sogenannte "Auslaufjahr" nach Vertragsende,, hat die Klägerin mit im Juli 1967 erhobener Klage beim Oberlandesgericht am 14. September 1968 zu unterlassen, Kunden der Klägerin, die sich als solche durch Vorlage ihres F: _ -Einkaufsausweises legitimieren, ohne Eintra- Per Beklagte hat gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Revision eingelegt mit dem Ziele der Klagabweisung. Es muß auch sein v/eiteres Interesse berücksichtigt v/erden, die "Eeststollungsv/irkung" zu beseitigen, v/elche ein Urteil auf Unterlassung im allge TH einen von der Rechtshängigkeit ab, in diesem besonderen Pall aber von dem später liegenden Zeitpunkt des Beginns des Auslaufjahres ab, hat. Pas ist hier die Zeit vom 19* September 1967 bis zu dem Tage vor Einlegung der Revision gegen das oberlandesgerichtliche Urteil (4. Pie ’’Peststellungsv/irkung" des Unterlassungsurteils besagt, daß über die Präge des Bestehens oder Nichtbestohons der vertraglichen Unteriassungspflicht des Beklagten gegenüber der Klägerin zwischen den Parteien nach Rechtskraft des Unterlassungsurteils nicht mehr anders entschieden v/erden kann, auch nicht als Vorfrage in Prozessen mit anderem Streitgegenstand {BGHZ 42, 340, 348 ff; dazu Besprechungen: Bock LM Nr. 54 a zu § 322 ZPO Ernst Reimer GRUR 1965, 331 f; Zeuner ■ JuS 1966, 147; ferner: Pastor, Der Wettbewerbsprozeß (i960; S. Bas Interesse des Beklagten, durch seine Revision diese "Feststellungswirkung" des oherlandesgerichtlichen Urteils für die Zeit vom 19* September 1967 bis zu dem 4. 3.) In seinem Schriftsatz vom 29* Januar 1969 hat der Beklagte - von der Klägerin unwidersprochen - vorgetragen, die Klägerin habe wegen ihres "Gewinnanteils" für das Auslaufjahr eine neue Klage gegen ihn erhoben. Für den Streitwert der Revision muß das Interesse des Beklagten jedoch etwas höher angesetzt werden; denn die Klägerin hat, wie die Beklagte weiter unbestritten vorträgt, die von ihr vorgenommene Berechnung (mit 9 $ des Umsatzes) in ihrer Klage als eine "sehr großzügige Rechnung zu Gunsten des Beklagten" bezeichnet. Baraus ergibt sich, daß dem Interesse des Beklagten an der Beseitigung der Peststellungswirkung im Zeitpunkt der Revisionseinlegung nicht ohne weiteres die nachträgliche Selbstbeschränkung der Klägerin in der späteren Klage zu Dann ergibt sich ein Betrag von rund 18.600 DM als angeblicher "Gewinnanteil" der Klägerin im Auslaufjahr. Dieser Betrag kann jedoch nicht voll als Streitwert eingesetzt werden, sondern, soweit es sich um die Beseitigung der "Feststellungswirkung" des Unterlassungsurteils 'für die Zeit vor Revisionseinlegung) handelt, nur mit 80 wie auch sonst bei Feststellungsklagen.