BGH · VII ZR 181/60 vom 18.01.1962
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Fliegerhorst Wertheim-Keinhardshof stand als Wehr-machtsvermögen ira Eigentum des Deutschen Keichs» Im Jahre 1945 wurde seine Verwaltung von der amerikanischen Militärregierung dem damaligen Land Württemberg-Baden übertragen» Dieses verpachtete das Flugplatzgelände am 9» September 1946 an den Landkreis Tauberbischofsheim• Nach § 4 Ziff» 4 dieses Vertrags sollten sämtliche vom Pächter geschaffenen Einbauten dem Eigentum am Grundstück folgen, ohne daß der Pächter eine besondere Entschädigung erhalten sollte» Im Zuge der Flüchtlings- und Industrieansied-lung überließ die Landkreisselbstverwaltung Tauberbischof sheim der Firma S'flHBBXG, ^a0rl^ für GlasVerformung, auf deren Antrag die auf dem Flugplatz befindliche stark zerstörte Halle 6 zur Einrichtung von Fabrikationsräumen» Ein schriftlicher Vertrag wurde nicht gefertigt» In der Folgezeit nahm die Firma SflHBKG Aufräumungsarbeiten vor und baute die Halle 6 als Fabrikgebäude wieder auf» Dieser fordert von der beklagten Bundesrepublik als jetziger Eigentümerin des’Flugplatzgeländes Ersatz der Aufwendungen der Firma SflHB KG bei der Käumung und dem Wiederaufbau der Halle 6 in Höhe von 10»000 DM» Er hat dazu vorgetragen, die Beklagte sei durch die Arbeiten und Einbauten der Firma ßflülB KG ohne Hechtsgrund bereichert» Die von der Landkreisselbstverwaltung Tauberbischofsheim hierfür beigesteuerten Beträge und Materialien 4 des mit dem Kreis geschlossenen Vertrags nicht verpflichtet sei, den Kläger zu entschädigen. Pie Firma SflliHl KG habe die Arbeiten und JSinbauten überdies auf Grund eigener vertraglicher Pflichten gegenüber dem Kreis vorgenommen. sich zu den Aufbauarbeiten verpflichtet hat; er meint, ihr sei von dem Landkreis nur gestattet worden, die Aufräumungs- und Aufbauarbeiten vorzunehmen» Zwar seien sich die Beteiligten darüber einig gewesen, daß etwaige Ersatzansprüche der Firma für ihre Aufwen- dungen später vertraglich geregelt werden sollten» Jedoch sei ein Vertrag zwischen dem Kreis und der Firma sflB KG überhaupt nicht zustande gekommen; weder sei der von dieser angestrebte Mietvertrag abgeschlossen noch sei über die Entschädigung für ihre Aufwendungen eine Einigung erzielt worden» Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts waren sich die Beteiligten über das, was sie im Augenblick regeln wollten, einig; nur die Vergütung der gegenseitigen Leistungen war absichtlich offen gelassen worden und sollte einerspäteren Regelung Vorbehalten bleiben« Das Vorhandensein solcher rechtswirksamen mit Rechten und Pflichten verbundenen vertraglichen Beziehungen kann.auch nicht dadurch wieder ausgeräumt werden, daß es zwischen dem Kreis und der Firma S es zwischen dem Kreis und der Firma S samer vertraglicher Beziehungen mit dem Landkreis (Streithelfer) die von ihr behaupteten Leistungen erbracht, so fehlt es an der Grundlage eines Bereicherungsanspruchs des Klägers gegen die beklagte Eigentümerin nach § 951 und §812 BGB; denn wer eine bewegliche Sache auf Grund eines rechtswirksamen Vertrages auf einem Grundstück einbaut und hierbei das Eigentum an der eingebauten Sache verliert, hat auch dann keinen Anspruch aus § 812 und § 951 BGB gegen den Grundstückseigentümer, wenn er den Vertrag nicht mit diesem, sondern mit einem Dritten (hier dem Streithel“ fer) geschlossen hat0 Dasselbe gilt auch für die sonstigen Aufwendungen, die nicht unter § 812 BGB fallen« Es fehlt insoweit an einer grundlosen unmittelbaren Vermögensverschiebung (RGZ 130, 310, 312; iGH Urteil vom 30„10o1952 - IV ZR 89/52 - in LM Nr« 14 zu § 812 BGB und Urteil des Senats in BGHZ 36, 30)« Der Kläger kann seinen Bereicherungsanspruch auch nicht darauf stützen, daß die Firma KG oder er das Eigentum an dem Grundstück nicht erworben haben» Das mag die Firma S^B KG gehofft haben; Grundlage der vertraglichen Abmachungen zwischen ihr und dem Kreis ist es aber nicht gewesen; die Beteiligten waren sich vielmehr, wie das. 3) Die Revision des Klägers ist deshalb als unbegründet zurüekzuwei s en, ohne daß noch untersucht zu werden braucht, ob die Klage nicht schon deshalb als unbegründet abzuweisen wäre, weil sie der Höhe nach nicht hinreichend substantiiert worden ist* Ebenso ist hier nicht zu prüfen, ob und welche Ansprüche dem Kläger gegen den Streithelfer zustehen=