BGH · VII ZR 162/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 7o Zivilsenats des Oberlandesgerichts in München vom 19» Mai 1965- 7;U'2490/64 - aufgehobene Die Sache wird zur neuen Verhandlung'und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an den 14» Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen„ fördert und seit dem 1» September 1963 als Handelsvertreter für sie gearbeitet habe» Schon am 2» März 1963 habe er an einer Besprechung der von der Beklagten gekündigten Handelsvertreter mit einem Vertreter der Konkurrenzfirma teilgenommen, bei der bereits die Gründung der 21 o Juni 1963 mit einem Stammkapital von 5O0OOO DM gegründet worden; der Kläger habe sich daran mit einer Einlage von Io000 DH beteiligte Hit diesem Verhalten sei der Kläger über eine nicht zu beanstandende Tätigkeit für eine spätere Ausübung seines Berufes hinausgegangen und habe gegen seine vertraglichen Verpflichtungen verstoßen«, Dabei spiele es keine Holle, daß sich der hier in Hede stehende Vertrag auf den Vertrieb von anderen Erzeugnissen, nämlich von PVC-Pilzbodenbelägen bezogen habe» Der Kläger sei allgemein verpflichtet gewesen, alles zu unterlassen, was die Beklagte schädigen konnte«, Diese hätte wegen des Verhaltens des Klägers das Vertragsverhält-nis fristlos aus wichtigem Grunde kündigen können«. 1o) Es kann auf die Ausführungen des erkennenden Senats in dem heute gleichzeitig verkündetem Urteil in der anderen Sache der Parteien VII ZR 161/66 Bezug genommen werden«, Danach ist das vom Berufungsgericht bisher festgestellte Verhalten des Klägers weder als schuldhafter Verstoß gegen seine Vertragspflichten anzusehen, soweit es noch während der Vertragsdauer liegt, noch als Verletzung der Wettbewerbsabrede, soweit es in die Karenzzeit fällt, vielmehr als zulässige Vorbereitung einer ^ neuen Handelsvertretertätigkeit für die Zeit nach Ablauf der Karenzfristo 2 o) Die Ansprüche des Klägers sind auch nicht deshalb ausgeschlossen weil er während der Karenzzeit von 1 Jahr (31o Juli 1963 bis 30« Juni 1964), nämlich im September 1963j bereits die Vertretung der E^J^^ in Lacken übernommen hat» Unstreitig vertreibt diese Firma keine Filzfußbodenbeläge oder ähnliche Erzeugnisse, die eine Konkurrenz für die Beklagte darsteilen könnten« Seit dem Ende des Wettbewerbsverbots aus der Lack-vertrctung brauchte die Beklagte dem Kläger nur noch eine Entschädigung für die Enthaltung vom Wettbewerb in PVC-Erzeugniosen zu zahlen, deren Höhe sich nach dem vorjährigen Umsatz in diesen Erzeugnissen richtete« Das Berufungsgericht durfte daher die Wettbewerbsabrede in dem PVG-Vertrag nicht dahin auslegen, daß der Kläger bis zu dem 30o Juni 1964 auch den Vertrieb von Lacken für die Firma unterlassen mußte« Die Revision weist auch zutreffend darauf hin, daß dem Kläger nach der ausdrücklichen Bestimmung des § 11 Abs« 2 des Vertrages über die PVC-Vertretung während der Vertragsdauer nur die Übernahme von Vertretungen in gleichen oder ähnlichen Produkten ohne Genehmigung der Beklagten untersagt war« 1s kann daher nicht angenommen werden, daß das Wettbewerbsverbot nach Vertragsende einen weiteren Umfang haben sollte« Für die Kündigung des PVC-Vertiags durch die Beklagte kann hiernach auch kein den Ausgleichsanspruch abschließender wichtiger Grund aus schuldhaftem Verhalten des Klägers (§ 89 b Abs« 3 Satz 2 HGB) darin gesehen werden, daß er noch während der Vertragsdauer mit der Konkurrenz wegen einer Vertretung in Lacken Verbindung auf genommen hat« Gerade nach dem Willen der Beklagten bestanden zwei selbständige, voneinander unabhängige VertragsVerhältnisse zwischen den Parteien«