BGH · VII ZR 134/64 vom 08.12.1966
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Der Beklagte wird verurteilts 6«800 DM auf das von der Klägerin bei dem Bankhaus NjHHB & Co0 in HHHBI eingerichtete Abwicklung Skonto Fe^Bstraße ■ Nr«, 20032/3 einzuzahlen und zwar Zug um Zug gegen Vorlage der Oesamtab-rechnung der Klägerin über den Neubau des Mehrfamilienwohnhauses auf dem Grundstück Pe^HBstrc B in HBI^B-Ha^BHh Er wird weiter verurteilts 3o643?91 DM nebst 8 $6 Zinsen seit dem 10 April 1962 an die Klägerin zu zahleno Die weitergehende Klage v/ird abgewiesen0 Zu den laukosten, die zu dem überwiegenden Teil durch Fremdmittel beschafft wurden, hatte der Beklagte nach dem aufgesteilten Pinanzierungsplan, der "Gegenstand des Vertrages” war (§ 4 Als« ^), 6,800 DM Eigenkapital beizutragen» Nach § 8 des Vertrages war er verpflichtet, das Eigenkapital auf Anforderung der Klägerin zur Verfügung zu stellen» Gemäß § 2 Nr» 5 wurde für die Zahlungen an die Bauhandwerkerj> deren Beauftragung Sache der Klägerin war, ein Sonderkonto bei dem Bankhaus NflHH & Co, in HfBHB eingerichtet, über das die Klägerin verfügungsberechtigt war« Jedoch war die Bank angewiesen, die Verfügung nur nach Vorlage der Unterlagen oder Rechnungen, die durch den Beklagten gegengezeichnet waren, anzuerkenneno Nach § 10 war von der Klägerin eine Gesamtabrechnung aufzusteilen» § 4 Abs» 4 bestimmte, aaß vom Beklagten gewünschte Änderungen in der Art der Ausführung oder Ausstattung in der angefallenen Höhe nach vorheriger Angebotsabgabe an ihn besonders abgerechnet werden sollten» Der Beklagte trägt vor, er könne erst aus der Gesamt-abrechnung ersehen, ob die Klägerin noch Ansprüche gegen ihn habe» Er brauche deshalb nicht zu zahlen, bevor diese erteilt sei«. Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten im wesentlichen zurückgewiesen, jedoch entsprechend dein in der Berufungsinstanz gestellten Antrag der Klägerin entschieden, daß der Betrag von 6«800 DM auf das bei dem Bankhaus NfHHM & Co« eingerichtete Konto zu zahlen ist, und hat den Anspruch auf Zinsen von diesem Eetrag aberkannt« Ent s chei dungsgründ Io Das Berufungsgericht führt aus, die nach dem Vertrag vom 23o März I960 geschuldete Einzahlung des Eigenkapitals könne der Beklagte nicht zurückhalten, bis die Gooamtabreclinung erteilt sei« Er sei vorleistungspflichtig« Denn er habe nach § 8 des Vertrages 11 auf Anforderung” der Klägerin zu leisten; diese aber schulde die Gesamtabrechnung erst nach der Gebrauchsabnahme o Es komme nicht darauf an, ob die Klägerin die Gesamtabrechnung verzögere und ob ihre Forderungen durch die bisherigen Zahlungen bereits gedeckt seien,, Der Beklagte sei genügend dadurch geschützt* daß die Klägerin Uber die auf das Sonderkonto einzuzahlenden 6„800 DM nur bei Vorlage von Unterlagen«, die der Beklagte gegengezeichnet habe* verfügen könneo Für den gesetzlichen Anspruch aus § 669 BGB wird allerdings die Auffassung vertreten* er sei nicht einklagbar (z*B* Palandt* EGB* § 669 Anm* 2)* Zur Begründung wird angeführt* der Beauftragte habe kein Recht auf Ausführung des Auftrags* da der Auftraggeber den Auftrag jederzeit nach § 671 Abs* 1 BGB widerrufen könne* vif ft auf den vorliegenden Fall nicht zu* Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Anspruch aus unentgeltlichem Auftrago Vielmehr hat der Beklagte vertraglich eine besondere Verpflichtung zur Zahlung der 6*800 DM Eigenkapital übernommen; und auf den Vertrag der Parteien* der auch nach der Ansicht der Revision ein Geschäftsbesorgungsvertrag ist* findet* wie sich aus § 675 BGB ergibt* § 671 Abs* 1 IGB keine Anwendung* 4°) Andererseits kann der Eeklagte nicht mit seiner Ansicht durchdringenp er brauche die 6<>800 DM nur und erst zu zahlen, wenn sich nach Vorlage der Gesamtabrechnung ergebe, daß noch nicht alle Baukosten gedeckt seien«. Nach der insoweit nicht zu beanstandenden Auslegung des Berufungsgerichts sollte die Pflicht zur Einzahlung des Eigenkapitals nur von der Anforderung durch die Klägerin und nicht von weiteren Nachweisen abhängig sein0 Das Eigenkap#:-tal sollte zusammen mit den Fremdmitteln auf dem Sonderkonto zur Verfügung stehen,, um die Bauforderungen* zu begleichen., 5o) Nach allem ist die Verurteilung zur Zahlung der 608OO DM mit der Einschränkung zu bestätigen, daß der Beklagte Zug um Zug gegen Vorlage der Gesamtabrechnung zu zahlen hat o Die Vergütung für diese Sonderleistungen könne er nicht bis zur Erteilung der Gesamtabrechnung zurückbehaltcno Das sei vertraglich ausgeschlossene Aus dem Vertrag ergebe sich, daß die Sonderleistungen besonders abzurechnen und ohne Rücksicht auf die im Vertrag vom 23» März I960 erfaßten Leistungen zu begleichen seien« Diese Regelung sei auch sinnvoll« Denn die Kosten für die Arbeiten nach dem Vertrage vom 23» März I960 seien im Finanzierungsplan berücksichtigt und ihre Bezahlung sei durch die auf dem Sonderkonto bereitgestellten Mittel gesichert gewesen« Für die Sonderleistungen treffe das nicht zu« * a) Der Eeklagte meint, seinen Einwand, die Sonderleistungen seien bezahlt, habe das Berufungsgericht nicht mit der Begründung zurückweisen dürfen, daß er hierfür keinen Beweis angetreten habe« Für diese Auffassung führt die Revision an, die gesamte Finanzierung, auch die ihrer eigenen Bau~ leistungon, habe in den Händen der Klägerin gelegen® Deshalb müsse sie beweisen, daß sie die ihr zur Verfügung gestellten Mittel nicht zur Begleichung ihrer Forderungefür die Sonderleistungen verwandt habe und diese Mittel nicht zur Begleichung ihrer Forderungen ausreichten® Die Klägerin könne sich jedenfalls nicht auf eine Beweislast des Beklagten berufen, solange sie ihrer Auskunftspflicht nicht nachgekommen sei® b) Der Eeklagte rügt, das Berufungsgericht habe nicht berücksichtigt, daß er in der Berufungsbegründung (S® 10) mit den Ansprüchen aufgerechnet habe, die er wegen der Mängel am Neubau habe® Er macht geltend, er habe einen aufrechenbaren Anspruch wegen Unebenheit der Fußböden im Wohnhaus® Er meint, das Berufungsurteil verstoße gegen § 551 Nr® 7 ZPO, weil es hierauf - wie auf die arideren Mängel am Haus - nicht eingehe® begründung überhaupt eine genügend bestimmte Aufrechnungaer-klärung enthält, mag dahinstehen« Jedenfalls ist das dortige Vorbringen vom Berufungsgericht beschieden worden« Es führt aus: daß der Eeklagte wegen Mängel, die an dem Wohnhaus selbst bestehen und nicht die Sonderleistungen betreffen, kein Zurückbehaltungsrecht habe« Damit meint es, daß überhaupt irgendwelche Rechte aus Mängeln des Neubaus nicht dem Anspruch auf Vergütung der Sönderleistungen entgegengehalton werden können« Dementsprechend geht es auf solche Mängel gar nicht ein, sondern befaßt sich nur mit dem Mangol an den Garagen, die Gegenstand einer Sonderleistung waren« Die Sonderleistungen sollten nach der Auslegung des Berufungsgerichts mit den nach dem Vertrag vom 23* Marz I960 geschuldeten und im zugehörigen Finanzierungsplan berücksichtigten Leistungen überhaupt nichts zu tun haben, und von Einwendungen, die diese Leistungen betrafen, sollte der Anspruch auf Vergütung der Sönderleistungen nicht beeinträchtigt werden« Auch insoweit handelt es sich um eine rechtlich vertretbare und das Revisionsgericht bindende Auslegung« d) Einwendungen gegen diesen Anspruch könnten wohl aus Mängeln der Sonderleiotungen hergeleitet werden« Insoweit hat sich der -Beklagte auf Mängel an einer Garage berufen« Das Berufungsgericht hat ihm auch hierfür weder ein Zurückbehal-tung9- noch ein Minderungsrecht zugestanden, letzteres deshalb nicht, weil er keine Frist zur Beseitigung des Mangels gesetzt habe und die Voraussetzungen, unter denen eine Fristsetzung entbehrlich sei, nicht gegeben seien« Das Vorbringen hat keinen Erfolg« Die Klägerin hat die Garage nicht nur geplant, sondern auch errichtet0 Dem Beklagten steht deshalb insoweit ein Anspruch auf Beseitigung eines Mangels des Bauwerks selbst zu« Die Unmöglichkeit dieser Leistung kann nicht schon damit dargelegt werden, daß der Mangel dos Bauwerks auf eine unrichtige Planung zurückgehe; es ist durchaus denkbar, daß die Auswirkungen eines Planungsfehlers durch Nachbesserung am Bauwerk völlig behoben werden« Eine Unmöglichkeit der Nachbesserung hat der Beklagte auch in den Tatsacheninstanzen nicht behauptet« In der Klageantwort ist er vielmehr davon ausgegangen, daß sie möglich sei« Nach dem Berufungsgericht hat die Klägerin auch eine bestimmte Art der Nachbesserung angeboten; die Revision legt nicht dar, daß diese undurchführbar sei« Beklagte die 6„800 EM nur Zug um Zug gegen Vorlage der Ge-3amtabrechnung zu leisten hat* Insoweit i3t seine Verurteilung abzuändern0 Im übrigen ist die Revision zurückzuv/eiseno Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 91, 92, 97 ZPO; bei ihr ist auch die von der Revision hervorgehobene Tatsache berücksichtigt, daß die Klägerin im zweiten Rechtszug ihren Antrag eingeschränkt hat«