BGH · VII ZB 5/77
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der VII« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Vogt sowie die Richter Dr« Girisch, Meise, Doerry und Bliesener am 22« September 1977 Auf die sofortige Beschwerde der Klägerin wird der Beschluß des 5* Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Koblenz vom 29« April 1977 aufgehoben« Zivilkammer des Landgerichts Koblenz das Rechtsmittel der ein. Die dagegen frist- und formgerecht eingelegte Be*** schwerde der Klägerin ist begründet. 1. Zur ordnungsmäßigen Einlegung der Berufung gehört gemäß § 518 Abs« 2 ZPO die Bezeichnung des Urteils, gegen das die Berufung gerichtet wird« Der diesen Vorschriften über den wesentlichen Inhalt der Berufungsschrift zugrunde liegende Gedanke der Rechtssicherheit gebietet es ferner, daß hinreichend zu dem Ausdruck kommt, für wen und gegen wen die Berufung eingelegt wird (vgl • u. a) Für den Beklagten als Rechtsmittelgegner konnte es nicht zweifelhaft sein, daß die Angaben in der Berufungsschrift, Kläger und Berufungskläger sei "Herr" cflBund die Berufung werde "namens des Klägers" eingelegt, ein Versehen waren und das Rechtsmittel in Wahrheit für Frau CflB, die allein Klägerin in dem Rechtsstreit war, eingelegt werden sollte und wurde« Fehl geht sein Hinweis, es sei für ihn nicht ausgeschlossen gewesen, daß Herr durch grundsätzlich möglichen Partei- wechsel oder nach möglicher Streitverkündung als Streithelfer Berufung eingelegt habe« Für eine solche Annahme des Parteiwechsels oder der Streitverkündung und Streithilfe fehlt hier jeder Anhalt« Insbesondere enthält die Berufungsschrift in dieser Richtung keinen Hinweis« b) Aber auch für das Berufungsgericht war bereits aus der Berufungsschrift klar ersichtlich, daß die Berufung für die Klagepartei CfHIund gegen die beklagte Partei Hauschild eingelegt werden sollte« Der Umstand, daß die Klagepartei, deren Familienname und Anschrift richtig angegeben worden sind, in der Berufungsschrift fälschlich nicht als eine Frau, sondern als ein Mann bezeichnet worden ist, war für das Berufungsgericht ohne Bedeutung• Die Rechtssicherheit wurde durch diese unrichtige Angabe nicht berührt« Es bestand keine Gefahr einer Verwechslung (vgl. Da die Berufung auch sonst ordnungsmäßig eingelegt und begründet worden ist, ist der angefochtene Beschluß somit aufzüheben«