BGH · VII ZB 3/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die sofortige Beschwerde der Beklagten gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Karlsruhe, 5® Zivilsenat in Freiburg vom 15- Januar 1963 wird zurückgewiesena Die Beklagte hat die Kosten der Beschwerde zu tragen0 Io Die Prozeßbevollmächtigten der Klägerin haben dem Prozeßbevollmächtigten, der Beklagten eine abgekürzte Ausfertigung des Urteils am 21» November 1962 gemäß dem § 198 ZPO zugestellt-o_ __ Zwar ist das Empfangsbekenntnis des Prozeßbevollmächtigten der Beklagten ungenau« Er hat bescheinigt, eine beglaubigte Abschrift des Urteils erhalten zu haben, während es sich in Wirklichkeit um eine Ausfertigung handelte« Dadurch wird aber die Wirksamkeit der Zustellung nicht beeinträchtigt (vgl« das zur Veröffentlichung bestimmte Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12« Februar 1963 I a ZR 112/63)« Das Oberlandesgericht hat die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand abgelehnt, weil den Verkehrsanwalt der Beklagten, Rechtsanwalt in ein Verschulden an der Versäumung der Prist, treffe« 2o Per Prozeßbevollmächtigte der Beklagten hatte ber 1962 mitgeteilt, daß das Urteil am 20o November -962 zugestellt worden sei« Darauf verfügte Rechtsanwalt zember 1962 und die alsbaldige Vorlage der Akten an ihn« Infolge eines Versehens trug die Büroangestellte nur eine gewöhnliche-, keine Genaufrist ein® • Auch von einem vielbeschäftigten Rechtsanwalt muß verlangt werden, daß er die ihm vorgelegten Akten darauf nachprüft, ob nicht eine baldige Bearbeitung notwendig ist (BGH NJY/ 196*1, 1812;VersR 19639 287? verlassen, daß er von seinem Büro noch besonders auf die Eilbedürftigkeit hingewiesen wird, wenn es ihm die Akten bereits Ubergeben hat» Dabei ist zusätzlich zu beachten, die Notwendigkeit einer baldigen Erledigung erinnert worden isto Unter solchen Umständen ist sein Verschulden an der Fristversäumung zu bejahen* Die Beschwerde ist daher mit der sich aus dem § 97 ZPO ergebenden Kostenfolge zurückzuweisen o