BGH · VII ZB 14/69
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Mit dem angefochtenen Beschluß hat das Oberlandesgericht der Beklagten die Y/iedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist versagt und ihre Berufung gegen das landgerichtliche Urteil als unzulässig verworfen, weil die Fristversäumung nicht auf einem unabwendbaren Zufall, sondern auf einem Verschulden des zweitinstanzlichen Prozeß-bevollmächtigten der Beklagten, Rechtsanwalt beruhe. Dieser hätte den Widerspruch zwischen der zunächst erhaltenen Mitteilung des erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten, daß die Berufungsfrist am 16, Januar 1969 ende, und der späteren Übersendung einer am 30. Sie macht geltend, Rechtsanwalt habe nicht auf den Gedanken zu kommen brauchen, daß der Urlaubsvertreter des erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten, der Rechtsanwalt Dr. durch das Pehlen der ersten am 16« Dezember 1968 zugestellten Urteilsausfertigung in den ihm vorgelegten Akten irregeführt worden sei« Dem Berufungsgericht ist aber darin beizutreten, daß Rechtsanwalt Kpp^p auf Klärung des Widerspruchs hätte hinwirken müssen. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wir’d zudem auch durch einen Sorgfaltsmangel bei dem Rechtsanwalt Dr. YWB ausgeschlossen, der ebenfalls mit der Möglichkeit einer schon erfolgten früheren Zustellung hätte rechnen müssen. Dezember 1968 war zu entnehmen, daß diesem mitgeteilt worden war, die Berufungsfrist ende am 16« Januar 1969« Die Beschwerdeführerin hat selbst vorgetragen, in der Kanzlei ihrer erstinstanzlichen Anwälte würden die Fristen in der üblichen Rechtsanwalt Dr« V^^^ hätte also den für den Fristablauf maßgebenden lag der ersten Zustellung des Urteils aus dem Fristenkalender fest-steilen können und müssen« Hessen Einsicht lag bei der hier zutage getretenen Unklarheit über den Fristenlauf für ihn besonders nahe, weil er bisher nicht mit dieser Sache befaßt gewesen war und deshalb die früheren Vorgänge nicht kannte« Die Fristversäumung kann daher auch aus diesem Grunde nicht als auf einem unabwendbaren Zufall beruhend angesehen werden«