BGH · VIII ZR 2/67 vom 15.01.1969
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Ab Herbst I960 hielt dort auch der Beklagte, der durch Otto B^|p auf die Nerzzucht aufmerksam geworden war, im Einverständnis mit diesem Nerze. den, weil die Polizeibehörde den Betrieb einer Nerzfarm auf dem Grundstück U^P^straße 0 untersagt hatte, sämtliche Nerze von dort auf ein Grundstück des Beklagten in der K^^^straße umgesetzto Otto B^^ dessen Fuhrunternehmen nicht sonderlich ertragreich war, nahm seit 1957 in zunehmendem Umfang die finanzielle Hilfe des Beklagten in Anspruch« Am 7» Oktober 1961 bewilligte die Klägerin zur Sicherung der Darlehensforderung des Beklagten auf einem ihr gehörenden nicht bebauten Grundstück in Nordenstadt die Eintragung einer Hypothek in Höhe von 50„000 DM» Ende 1961 belief sich die Darlehensforderung des Beklagten auf etwa 59»000 DM» Otto brach geschäftlich zusammen. regelt, daß die Mitglieder der Familie das Grundstück des Beklagten in der K^|^straße zu dem Zwecke der V/artung der Tiere betreten durften, Otto aber verboten wurde, die Tiere vom Grundstück zu entferneno Nachdem die Polizei durch Verfügung vom 20» Dezember 1962 die Entfernung der Tiere auch vom Grundstück binnen eines Monats angeordnet hatte, ließ Otto der mit seiner Familie und der Nerzzucht nach Norddeutschland umziehen wollte und dem die letzte einstweilige Verfügung angeblich noch nicht bekannt war, die Tiere am 20» Januar 1963 auf einen Anhänger verladen* Als er am folgenden Tage mit dem Anhänger, der nachts anderswo gestanden hatte, auf dem Grundstück straße vorfuhr, um ihn an einen Möbelwagen anzuhängen, ließ der Beklagte mit Hilfe der Polizei gewaltsam die Tiere ausladen und brachte sie zu einem Züchter A^^Bl^» Dort war im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Berufungsinstanz nur noch ein kleiner Rest vorhanden» Auf den Antrag des Beklagten wurde im Oktober 1962 auch die Versteigerung des Grundstücks der Klägerin zu 1 angeordnet * Nur ein Teil der Nerze habe Otto die übrigen hätten den Klägern gehört* Otto ha- was in der Zuchtkartei und später im Zuchtbuch im einzelnen festgehalten worden sei» Diese Verhältnisse seien dem Beklagten bekannt gewesen» Otto habe nur sei- Oktober 1961 sei der Vertrag - auf den Rat eines Rechtsanwalts - lediglich durch die ausdrückliche Vereinbarung eines Besitzkonstituts ergänzt worden, Hilfsweise macht der Beklagte wegen einer Gegenforderung von 19,000 DM für lutterkosten ein Zurückbehaltungsrecht geltend. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme seien die Kläger Eigentümer lediglich von einigen wenigen Tieren gewesen. wenigen, den Klägern gehörenden Tiere, dem Beklagten übereignet, und zwar im Einverständnis mit der Klägerin zu Io Otto habe, soweit die Tiere nicht ihm gehört hätten, als gesetzlicher Vertreter seiner Kinder und in Vollmacht für die Klägerin zu 1 gehandelt« Der Vertrag sei, wie sich aus seinem Inhalt und der Existenz des Hachtragsvertrages vom 1. Der Vertrag sei deshalb nicht nach § 134 BGB, 241 KO nichtig, Ansprüche aus § 861 BGB hätten die Kläger schon deshalb nicht, weil sie nie unmittelbare Besitzer der Tiere gewesen seien. 2, Die Revision wendet sich in erster Linie gegen die Pestotellung des Berufungsurteils, die Kläger seien Eigentümer nur einiger weniger, im einzelnen nicht mehr feststellbarer Tiere gewesen. Gerügt wird, daß da3 Berufungsgericht nicht entsprechend den Beweioanträgen des Klägers in der Berufungsbegründung den Beklagten als Partei und außerdem einen Sachverständigen über die Beweiskraft der Zuchtkarten und des Zuchtbuches vernommen hat. Die Revision hat hier einen Ermessensfehler nicht aufgezeigt<> Das Berufungsgericht führt im einzelnen aus, warum im vorliegenden Pall auch bei Zuziehung eines Sachverständigen die Zuchtkarten und das Zuchtbuch nicht geeignet waren, die Eigentumsverhältnisse hinsichtlich der Tiere weiter zu klären» Darin ist ein Rechtsfehler nicht zu erblicken. Der Revision ist zuzugeben, daß die Ausführungen des Berufungsurteils über den Zeitpunkt des Abschlusses des Sicherungsübereignungsvertrages mißverständlich sind, soweit das Berufungsurteil den Abschluß dieses Vertrages auf den 1. Richtig ist, wie die Revision geltend macht, daß der Beklagte selbst zugegeben hat, daß Otto Bp^ ^■P den Sicherungsübereignungsvertrag mit der Pormu- lierung, wie er im Prozeß vorgelegt worden ist (GA Bl, 19)p nicht bereits am 1, April 1961, sondern erst später, angeblich am 7o Oktober 1961, unterschrieben hat« Am Io April 1961 30II Otto lediglich einen ersten Sicherungsübereignungsvertrag, der aber kein Besitzkonstitut enthielt, unterschrieben haben, Baß das Berufungsgericht diesen Vortrag des Beklagten übersehen hat, ist schon deshalb nicht anzunehmen, weil die Sachdarstellung des Beklagten im Berufung3urteil (S. 8, 9) ausdrücklich gebracht wird, Banach können die Ausführungen des Berufungs-urteils nur dahin verstanden werden, es sei erwiesen, daß Otto BUSHfe den ersten Sicherungsübereignungsvertrag bereits am 10 April 1961 unterschrieben habe, und daß später auf anwaltlichen Rat das Besitzkonstitut in den dann wiederum auf den 1, April 1961 datierten neuen Vertrag aufgenommen sei. dor Revision für die Revisionsinstanz - entsprechend der Einlassung des Beklagten - davon aus«, daß Otto einen der Vorschrift des § 930 BOB entsprechenden Sicherungsübereignungsvertrag frühestens am 7o Oktober 1961 unterschrieben hat, so trägt allerdings die Poststellung des Berufungsgerichts«, am I» April 1961 habe Otto B^0|^^ seine Zahlungen noch nicht eingestellt gehabt, nicht die Verneinung des § 241 KO. Bamit entfällt für den späteren Sicherungsübereignungsvertrag die weitere Voraussetzung des § 241 KO, daß Otto dem Beklag- 4» Ohne Grund greift schließlich die Revision die Feststellung des Berufungsgerichts an, Otto habe im Einverständnis mit der Klägerin zu 1 rechts*- \ wirksam auch deren Tiere und die der Kläger zu 2 und 1 3 dem Beklagten übereignet. Babei mag allerdings zweifelhaft sein, ob Otto B^^|^ nach dem vom Berufungsgericht für erwiesen gehaltenen Sachverhalt insoweit als Vertreter der Kläger aufgetreten ist, oder nicht vielmehr auch insoweit im eigenen Namen gehandelt hat. zustimmen (§ 185 BGB)« Die den damals noch minderjährigen Klägern zu 2 und 3 gehörenden Tiere konnten auf jeden Fall Otto und die Klägerin zu 1 als Eltern gemeinsam - als Inhaber der elterlichen Gewalt - veräußern« Es lag kein Fall vor, in dem sie nach §§ 1629? Die Angriffe der Revision gegen die Feststellung eines elterlichen Einverständnisses entbehren der Grundlage« Otto B^|B und die Klägerin zu 1 machten sich nicht, wie die Revision meint, durch die Sicherungsübereignung der ihren Söhnen gehörenden Tiere einer Unterschlagung schuldig« Wenn Eltern ihren Kindern in der Weise etwas "schenken", wie es hier geschehen ist, so wird es häufig zweifelhaft sein, ob es sich schon um eine vollzogene Schenkung und nicht lediglich um eine familieninterne Bindung der Eltern handelt, die unter dem Vorbehalt steht, das den Kindern Geschenkte in nicht vorhergesehenen Notfällen (ohne Bindung an die Grenzen des § 528 BGB) wieder zurückzunehmen (vgl« für den Sparbuchfall BGHZ 46, 198 ff m«N«)o Das Berufungsgericht hat dies nicht geprüft« Auch wenn man mit ihm annimmt, daß der Vater B^|^^hier seinen minder jährigen Söhnen einen Teil der Tiere im Rechtssinne geschenkt hatte, so konnten doch die Eltern keinesfalls der Ansicht sein, sie seien, als der wirtschaftliche Zusammenbruch des Vaters drohte, im Rahmen ihrer elterlichen Gewalt nicht berechtigt, die den Kindern geschenkten Tiere dem Beklagten zur Sicherheit zu übereignen« Deshalb konnte auch nicht«? Schließlich bestehen auch keine Eedenken gegen die Feststellung des Berufungsurteils, die Klägerin zu 1 habe durch ihr Schweigen schlüssig der Veräußerung der den Klägern gehörenden Tiere zugestimmt o Insbesondere hatte die Klägerin zu 1 - entgegen der Ansicht der Revision - keinen Anlaß anzunehmen, von der Veräußerung hätten die Tiere der Kläger ausgeschlossen sein sollen, als ihr Mann dem Beklagten "seinen gesamten Bestand der Pelztierzucht einschließlich des dazu gehörenden Inventars, insbesondere sämtliche Nerztiere" zur Sicherheit übereignete o Dies konnte der Beklagte, auch wenn er wußte, daß einige Tiere den Klägern als Familienangehörigen geschenkt waren, nur dahin verstehen, daß Otto der nach den weiteren Feststellungen des Berufungsurteils (So 16) nach außen hin als der Alleinberechtigte auftrat und auch allein den unmittelbaren Besitz an den Tieren hatte, tatsächlich die ganze Pelztierzucht dem Beklagten zur Sicherheit übereignen wollte• Hiervon mußte auch die Klägerin zu 1 ausgeheno Einer ausdrücklichen Feststellung bedurfte es insoweit im Berufungsurteil nicht»