BGH · VIII ZR 95/65 vom 05.05.1965
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Einem .Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung kann auch im Palle der Verurteilung des Schuldners zur Unterlassung von Handlungen regelmäßig dann nicht otattgegeben werden, wenn der Schuldner durch die Einstellung erreichen würde, daß das angefochtene Urteil zu dem Nachteil des Gläubigers seine materielle V/irkung einbüßt . Der Antrag, die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil des 13. Der Sachverhalt weist die Besonderheit auf, daß hier eine Einstellung der Zwangsvollstreckung praktisch gleichzeitig eine Entscheidung in der Sache selbst zugunsten des Beklagten bedeuten würde. Bis zu diesem Zeitpunkt ist aber angesichts der Geschäftslage des Senats im normalen Geschäftsgang mit einer Entscheidung der Sache keinesfalls zu rechnen« Selbst wenn die Bearbeitung der Sache vorgezogen würde, was eine Benachteiligung der Parteien in älteren bei dem Senat anhängigen Sachen zur Folge hätte, ließe es sich nicht vermeiden, daß im Falle des Obsiegens des Klägers die Frist, binnen der das Unterlassungsgebot wirksam ist, auf wenige Monate zusammenschmilzt und dadurch der mit dom angefochtenen Urteil beabsichtigte Zweck zu dem Schaden dos Gläubigers nicht erreicht wird. Streckung gemäß § 719 Abs.2 ZPO dann veranlaßt haben, v/enn das mit der Revision angefochtene Urteil den Schuldner zur Unterlassung von Handlungen verurteilt hat, gegenüber der Erv/ägung surücktreten, daß dem Gläubiger der ihn zuutehende Rechtsschutz nicht abgeschnitten werden kann „ In einem solchen Palle kann eine der Billigkeit entsprechende befviedigonde Lösung grundsätzlich nur dadurch gefunden werden, daß die Interessen des Gläubigers, der beim Oberlandesgericht obgesiegt hat und dem die Einstellung der Zwangsvollstreckung die erlangte Rechtsposition unwiderbringlich entziehen würde, den Vorrang vor den Belangen des Schuldners erhalten.