BGH · VIII ZR 80/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
ihm einen Mieter oder Käufer für sein Industriege-lände mit Wohnhaus in Gau-Algesheim zu besorgen«, Am 25o September 1963 bot der Eigentümer selbst unter Chiffre das Objekt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an« Als Lage war angegeben: Raum Mainz * In dem Inserat hieß es ferner: Der Beklagte meldete sich mit Schreiben vom 3* November 1963 zu der angegebenen Chiffre als Interessent o Der Eigentümer leitete dieses Schreiben an die Klägerin weiter. Nach einer fernmündlichen Rückfrage bei der Klägerin - der Inhalt des Gesprächs ist streitig - nahm der Beklagte unmittelbar Verbindung mit dem Eigentümer auf und erwarb von ihm, ohne daß die Klägerin weiter eingeschaltet wurde, das Grundstück zu dem im Expose angege~ benen Preise von 685«000 BM« Bas Berufungsgericht hat der Klägerin eine Maklerprovision von 3 f» = 20« 550 BM zugesproeben« Mit der Revision erstrebt der Beklagte Klagabweisung« Bie Klägerin beantragt, die Revision zurückzuweisen« 1« Bie Vorinstanzen haben zu Recht angenommen, daß der Beklagte mit der Klägerin einen Maklervertrag geschlossen hat« Burch die Übersendung des Exposes machte die Klägerin dem Beklagten das Angebot, er solle ihr 3 $ Provision zahlen, wenn er auf Grund des Exposäs das dort nacbgewiesene Objekt kaufeo Pas war ein Angebot zu dem Abschluß eines Nachwoismaklervertrages* Pieser war nur insofern besonders gestaltet, als die Klägerin nicht den Abschluß des Maklervertrages abwar-tetc, bevor sie ihre Maklerleistung erbrachte, sondern die Vertragsleistung schon mit dem Vertragsantrag verband » Piesem Unterschied zu dem Hegelfall kommt aber eine entscheidende Bedeutung nicht zu» Bine solche Gestaltung findet sich auch sonst nicht selten, etwa, wenn ein Verkäufer eine nicht bestellte Ware einem mutmaßlichen Interessenten ins Haus schickte Hier wie dort bedeutet die Annahme der Leistung zwingend die Annahme des Vertragsangeboteso Will der Interessent, dem die Leistung, ohne daß er sie bestellt hätte, zur Verfügung gestellt wird, einen Vertrag nicht abschließen, so darf er die Leistung nicht annehmen» Nimmt er sie an, so nimmt er damit zugleich das Vertragsangebot an, ohne daß es auf seinen etwa entgegenstehenden Willen ankämeo Per Beklagte hat demnach dadurch, daß er sich den im Expose enthaltenen Nachweis des Objekte zunutze machte, indem er unmittelbar Verbindung mit dem Eigen-tümer aufnahm und von ihm das Grundstück kaufte, das Angebot der Klägerin, mit ihr einen Maklervertrag zu schließen, angenommen» Er schuldet deshalb die im Expose geforderte Provision» Es ist unerheblich, ob der Beklagte, wie die Revision geltend macht, nur kaufen wollte, wenn ein Mak-ler nicht eingeschaltet war, und ob er aus diesem Grunde auf frühere Ipserate der Klägerin - in denen das Objekt nur beschrieben und nicht bezeichnet war - Es ist ferner unerheblich, ob der Beklagte, wie er behauptet, am 21» Januar 1964 bei der Klägerin fernmündlich lediglich angefragt bat, ob das im Expose angegebene Objekt mit dem in der Chiffre-Anzeige identisch sei» Nicht in der Beantwortung dieser Anfrage lag die Maklertätigkeit, für die die Klägerin eine Vergütung verlangt, sondern in der zeitlich früheren Übersendung des Exposes, durch das der Beklagte sich das Objekt hat nachweisen lassen»