BGH · VIII ZR 64/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der VIII, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 16, April 1969 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Dr, Haidinger sowie der Bundesrichter Artl, Dr. Mezger, Mormann und Braxmaier für Recht erkannt: Stimmungen des letzten Paragraphen, des § 17 (Sonstige Vereinbarungen) , war wegen Platzmangels auf einen besonderen, maschinengeschriebenen Bogen gesetzt worden0 leitete den Entwurf dem Kläger zu, Dieser unterschrieb das Formular, nicht aber den maschinengeschriebenen Anhang und übersandte das Schriftstück zur Weiterleitung an die Beklagte » Der Kläger begehrt Schadensersatz mit der Behauptung, die Parteien hätten am 31» Oktober 1964 einen Mietvertrag auf die Dauer von 5 Jahren und zu einem monatlichen Mietzins von 400,- DM geschlossen» Die Unterzeichnung eines, schriftlichen Vertrages sei nur noch Formsache gewesen. 2) Die angefochtene Entscheidung wird von der einwandfrei getroffenen Feststellung getragen, daß die Parteien hier Schriftform des Vertrages vereinbart haben» Dann aber ist schon nach § 154 Abs» 2 BGB der Mietvertrag als nicht 2u-standegekommen anzusehen» Es kann dahinstehen, wie insoweit der Umstand zu beurteilen ist, daß der Kläger den Vertragsentwurf nur teilweise unterzeichnet hat» Die Beklagte jedenfalls hat ihn überhaupt nicht unterschrieben» Auf v/eiteres kommt es danach nicht an, insbesondere auch nicht darauf, ob eine Einigung des Klägers mit über die Kosten der Ölheizung Bedingung für einen wirksamen Abschluß des Mietvertrages war und ob - gegebenenfalls -eine derartige Einigung zustandegekommen ist» 5) Ohne Rechtsverstoß hat das Berufungsgericht auch einen mündlichen Vorvertrag verneint» Grundsätzlich bedarf die Annahme eines Vorvertrages besonderer Begründung, weil für den Regelfall anzünehmen ist, daß die Parteien einen Bauptmietvertrag schließen wollen, wenn sie sich gebunden haben, und daß es, wenn ein Hauptmietvertrag nicht zustandegekommen ist, an der auch für einen Vorvertrag erforderlichen Bindung fehlt (Senatsurteil vom 14» Juli 1959 - VIII ZK 149/5$ US BGB § 162 Nr» 3 = WM 1959, 1196; BGH Urteil vom 17• PebrU8i, 1969 - II ZR 19/68)» Insbesondere genügt es für die Annahme eines Vorvertrages nicht, daß ein beabsichtigter Hauptmietvertrag nicht unterschrieben worden ist (Senatsurteil vom 26» Mai 1959 - VIII ZK 70/58 - nicht veröffentlicht)» Unstreitig bestanden zwar zwischen den Parteien über die wesentlichen Punkte eines zu schließenden Mietvertrags übereinstimmende Auffassungen, doch hat die Beklagte den Vertrag nicht unterschrieben» Sache des Klägers war es, nachzuweisen, daß sie sich mündlich verpflichtet hatte, den schriftlichen Vertrag zu unterschreiben» Wenn das Berufungsgericht die Beweisaufnahme dahin gewürdigt hat, daß gleichermaßen wie zur Präge des mündlichen Hauptmietvertrages ein Bindungswille der Beklagten nicht nachgewiesen sei, so ist dies für die Bevisionsinstanz bindend, zu demal der Kläger keine objektiven Merkmale aufgezeigt hat, die auf einen Vorvertrag deuten» Die Tatsache, daß ein an einer Anmietung interessierter im Hinblick auf einen in Aussicht stehenden Mietvertrag Aufwendungen macht, genügt grundsätzlich nicht, einen Anspruch aus Verschulden bei Vertragsschluß zu begründen, selbst wenn über den Vertragsschluß längere Verhandlungen schwebten, der Vermieter von den Aufwendungen Kenntnis hatte und trotzdem ohne triftigen Grund vom Abschluß des Mietvertrages mit diesem Bewerber absieht (BGH Urteil v» 17» Mai 1962 - VII 2R 224/60 - WM 1962, 936)» Voraussetzung wäre vielmehr, daß die Beklagte beim Kläger schuldhaft das Ver- Anders als in dem damals vom Senat entschiedenen Fall, in dem dem Mietanwärter ausdrücklich bestätigt worden war, er könne Anschaffungen für das Mietobjekt machen, ist hier nichts ersichtlich, was über die Tatsachen der Besprechung und der Übersendung des Mietvertragsentwurfs hinausgeht, aleo nichts, was den Rahmen von bloßen Mietvertragsverhandlungen verläßt. Die Revision sieht ein Verschulden bei Vertragsschluß darin, daß Brand den vom Kläger zu demindest teilweise unterschriebenen Mietvertrag nicht an die Beklagte zur Unterschrift weitergeleitet hat, wofür die Beklagte einstehen müsse, weil Brand ihr Vertreter gewesen sei» Bern kann nicht gefolgt werden, wobei unterstellt werden kann, daß B^^B Vertreter der Beklagten war« War ein (mündlicher) Vertrag zwischen den Parteien nicht zu-stand©gekommen, so stand es der Beklagten frei, ob sie das schriftliche Angebot des Klägers annehmen wollte»