BGH · VIII ZR 19/57 vom 22.04.1958
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August 1954 bis 23« Juli 1955 belaufen sich auf 73*229,03 DM« Hierauf hat die Beklagte 63o748,05 DM gezahlt, so daß sich ein Rest von 9«480,90 DM ergibt« Mit der Klage hat die Klägerin von der Beklagten Zahlung der .Kontodifferenz von 5*660,45 DM und des Restbetrages von 9 «480,98 DM, insgesamt 15 «141,43 DM gefordert « Die Beklagte hat von den Beträgen der Rechnungen Er* 31668, 35348 und 35918, die ganze Waggonlieferungen Mopeds betreffen, die Frachtkosten der Versendung ab Werk in Höhe von 223,70 DM, 251,80 DM und 253,80 DM ab- * gezogen* Die Ansicht des Berufungsgerichts, es sei eine weitere Fracht d iff er enz von 49,51 DM in Streit, findet in der Aufstellung in dem Sammelheft BK-^ S*23, auf die das Berufungsgericht Bezug nimmt, und in der Aufstellung Uber die Kontodifferenzen in dem Sammelheft KK Soll keine Begründung* Darauf braucht indessen nicht eingegangen zu werden, da die Revision hinsichtlich der Frachtdifferenzen ohnehin keinen Erfolg haben kann* Die Beklagte ist der Auffassung, die Klägerin sei verpflichtet gewesen, ganze Waggonladungen frachtfrei zu liefern* Die Klägerin meint demgegenüber, nach ihren Dieferungsbe-dingungen habe der Käufer von Mopeds stets die Kosten der Versendung ab Werk zu tragen* Das Berufungsgericht führt aus, nach den allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen der Klägerin, die Vertragsbestandteil geworden seien, habe die Lieferung gemäß der Auftragsbestätigung und auf Gefahr des Empfängers ab Werk erfolgen sollen* Damit hätten die Parteien hinsichtlich der Frachtkosten eine allgemeine Vereinbarung getroffen* Für die Anwendung eines Handelsbrauches, auf den die Beklagte sich berufen habe, sei neben dem. Ohne Erfolg wendet sich die Revision gegen die Annahme des Berufungsgerichts, die auf der Rückseite der Bestellschreiben und Rechnungen gedruckten Verkaufs- und Lieferungsbedingungen seien Vertragsbestandteil geworden« Die Bestellung von 1200 Mopeds am 23* Oktober 1953» mit der die engere Geschäftsverbindung der Parteien eingeleitet wurde, ist, worauf das Berufungsgericht zutreffend hinweist, unter Verwendung eines vom Inhaber der Beklagten unterschriebenen Anftragsförmblattes auf Grund der auf dem Blatt abgedruckten Verkaufsbedingungen der Klägerin erfolgt* Es trägt überdies in deutlicher und nicht zu übersehender Schriftart den ausdrücklichen Vermerk, die umseitigen Zahlungs- und Verkaufsbedingungen würden vom Besteller anerkannt« Der Angriff der Revision, das Berufungsgericht habe nicht berücksichtigt, daß nach der Bebenserfahrung bei der Unterzeichnung eines.Vordruckes vom Inhalt der auf der Rückseite abgedruckten Bedingungen regelmäßig keine Kenntnis.genommen werde, geht in einem Pall, in idem, wie hier, der Besteller Kaufmann und Großhändler ist, ins Leere» Da den einzelnen Lieferungen diese allgemeine Bestellung zugrundelag, beruft die Beklagte sich auch zu Unrecht auf die Entscheidung BGHZ. Der Revision ist dagegen zuzugeben, daß das Berufungsgericht aus den im -• _ * ~ Auftragsschreiben vom 23« Oktober 1953 und in den erteilten Rechnungen enthal' tenen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen nicht den Schluß hätte ziehen können, der Besteller habe die Frachtkosten zu tragen* Diese Bedingungen lauten in dem hier in Betracht kommenden Punkts Soll der Frachtbetrag an der Rechnung gekürzt werden, so würden die Frachtkosten trotz Lieferung ab Werk den Besteller gerade nicht treffen* Vom Standpunkt des Berufungsgerichts, daß diese Verkaufs- und Lieferungsbedingungen Vertragsbestandteil geworden seien, wäre die Beklagte, da die Frachtkosten unstreitig vom Rechnungsbetrag nicht abgesetzt sind, zu der vorgenoramenen Kürzung aärso berechtigt gewesen* Die Entscheidung des Berufungsgerichts hält im Ergebnis aber den Angriffen der Revision stand* Auf die im Be st eil schreiben und auf den Rechnungen enthaltenen Lieferungsbedingungen hat sich nämlich entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts die Beklagte für ihr Verlangen* daß die Klägerin die Frachtkosten trage, selbst nicht gestützt© Die Klägerin hat vielmehr im Schriftsatz vom 14« November 1955 behauptet, die Lie-feimngsbedingungen, die der Beklagten bekannt gewesen seien, hätten hinsichtlich Frachtkosten und Verpackungskosten folgendermaßen gelautet: rieht hat deshalb den Antrag auf Beweiserhebung über den behaupteten Handelsbrauch abgelehnt und folgt der Auffassung des Landgerichts« Die Revision beanstandet mit der Rüge aus § 286 ZPO, daß das Berufungsgericht ein Gutachten des genannten Verbandes nicht eingeholt habe» Dieser Angriff geht aber fehl« Die Meinungsäußerung der Kammer für Handelssachen ist nach § 114 GVG einem Gutachten gleichwertig. Das Berufungsgericht führt aus, zwischen den Parteien seien die im Schriftsatz der Klägerin vom 14« No-vember 1955 wiedergegebenen (oben zu I 1*erwähnten) Lieferungsbedingungen unstreitig vereinbart wordeno Auf das Bestehen eines besonderen Handelsbrauches komme es nicht an«, Die Revision rügt, die Feststellung, daß diese Lieferungsbedingungen unstreitig vereinbart seien, sei aktenwidrig o Daß die Beklagte eine derartige Vereinbarung bestritten habe, ergebe der gesamte Akteninhalt* Die dem Besteilschreiben vom 23- Oktober 1953 und den Rechnungen aufgedruckten Verkaufsbedingungen enthielten im übrigen eine Bestimmung* daß der Käufer die Verpackungskosten zu tragen habe, nicht* Der Angriff der Revision bleibt aber ohne Erfolg* Ob das Berufungsgericht in tatbestandsmäs-siger .und nach § 314 ZPO vollen Beweis erbringender Weise zu dem Ausdruck hat bringen wollen, die Beklagte habe zugestanden, daß die im Schriftsatz vom 14- November 1955 genannten Lieferungsbedingungen vereinbart worden seien, kann dahingestellt bleiben* Hinsichtlich der Verpackungskosten liegt der Streitstand nicht andern als für die oben behandelten Frachtkosten* Die Beklagte hat in der Berufungsbegründung gegenüber den Ausführungen des Landgerichts, für waggonweise Lieferung gelte das gleiche wie für stückweise, nämlich .“ausschließlich Verpackung”, lediglich geltend gemacht, ihr Vortrag des ersten Rechtszuges werde aufrecht erhalten* Die Beklagte hat sich also darauf beschränkt vorzutragen, nach Handelsbrauch seien bei Lieferung in .ganzem Waggon in Abweichung von der bei stückweiser Lieferung geltenden Regelung die Verpackungskosten vom Verkäufer zu tragen* Es kommt also auf die Auslegung der in dem Schriftsatz der Klägerin vom 14* November 1955 wiedergegebenen Lieferungsbedingungen an* fungsgericht hätte auf den Antrag der Beklagten über das Bestehen des Handelsbrauches, daß bei waggonweiser Lieferung die Kosten der Verpackung dem Versender zur last fielen, ein Gutachten des Verbandes deutscher Zweirad-Sortimenteinholen müssen, kann auf die vorangehenden Ausführungen oben zu I 1 verwiesen werden« Die Revision rügt einmal, daß die angebotenett Beweise nicht erhoben worden sind» Damit hat sie keinen Erfolg, Die Beklagte hatte sich auf ein Gutachten und eine Auskunft des Verbandes deutscher Zweirad-SortimentsHHBBBi ^Hzu dem Beweise dafür berufen, daß nach Handelsbrauch die Skontofrist erst nach dem Empfang der Ware beginne» ner kaufmännischen.Übung unterstellt, Skonto auch bei verspäteter Zahlung des Kaufpreises zu gewähren, wenn die Ware erst nach dem Ablauf der vereinbarten Prist eintreffe und Zahlung daher ohne Abstandnahme von einer vorherigen Prüfung der Ware nicht möglich gewesen wäre» Hur unter diesem Gesichtspunkt konnte das Berufungsgericht anhand der Rech-nungen und Prachtbriefe prüfen, wie lange der Transport der Waren von K<flHHHBnach oMM zu dauern pflegte» Da die vom Berufungsgericht angeführten Stichproben, die es für zuverlässig hält, einen Zeitraum von 3 bis 6 Tagen zwischen Bechnungsdatum und Eintreffen der Waren in OflBB 0//} ergeben, ist das Berufungsgericht, wie der Zusammenhang der Urteilsgründe zeigt, zu der Auffassung gelangt, daß die Zahlungen, die die Beklagte etwa 3 Wochen nach dem Ausstellungsdatum der letzten Eechnüngen vom 5« Juni 1954 und 18o Dezember 1954 geleistet hat, auch bei Berücksichtigung der Transportzeit nicht mehr innerhalb der zur Erhaltung des Bechts auf Skonto zu wahrenden Prist erfolgt sind* Auf die beantragte Auskunft oder ein Gutachten kam es daher nicht an» Von dem vom Berufungsgericht eingenommenen Standpunkt aus geht Auch der weitere Angriff der Bevision ins Leere, das Berufungsgericht habe verkannt, daß der Streit dahin gegangen sei, ob die vereinbarte Prist durch eine angemessene ersetzt worden sei» Das Berufungsgericht vertritt erkennbar die Ansicht, bei dem festgesteilten 2eitraum zwischen Rechnungserteilung *und Warenempfang sei eine Prist von 3 Wochen und mehr nach Bechnungsdatum nicht mehr angemessen» Die Beklagte hat allerdings in der Beru- fungsbegründungsschrift ihre Angestellten BaH und Rflp Wals Zeugen zu dem Beweise dafür benannt, daß die Rech-nungen der Klägerin schon lange vor der Ankunft der Waren ausgestellt seien0 Das Berufungsgericht hat den Be-weisantritt als angesichts der zu Stichproben herangezogenen Eechnungen und Prachtbriefe nicht unbedenklich und unsubstantiiert abgelehnt« Hierin liegt entgegen der Auffassung der Revision kein Verfahrensverstoß« .Wollte die Beklagte geltend machen,« sie wäre Wegen der Dauer der Transporte gezwungen gewesen, wenn sie die Frist von einer Woche seit Rechnungsdatum hätte einhalten sollen, vor Ankunft und Prüfung der Ware zu zahlen, so lag es ihr ob, angesichts der nach Tagen bemessenen Skontofrist für jede einzelne Lieferung anzugeben, wann sie in OHW WH eingetroffen war. Die Revision rügt ferner vergeblich, daß das Landgericht nicht die von der Beklagten benannten Zeugen Bafll und RflNBüber die Behauptung gehört habe, die Klägerin habe sonst nicht beanstandet, wenn die Beklagte auch bei Zahlung nach Ablauf von 5 bis 4 Wochen seit Rechnungsdatum den Skonto abgezogen habe« Einer Beweiserhebung bedurfte es nicht, da das Berufungsgericht diese Behauptung als richtig unterstellt hat. zieht auf vertraglich bestehende Ansprüche könne nicht vermutet werden, so liegt darin, was die Revision verkennt, nur ein Fehlgriff im Ausdruck* Das Berufungsgericht meint nicht einen Verzicht auf einen Anspruch im eigentlichen Sinne, sondern, wie der folgende Satz ergibt, die Abänderung eines Vertrages durch spätere Vereinbarung» Daß Schweigen grundsätzlich keine Zustimmung bedeutet, entspricht ständiger Rechtsprechung» Gilt das schon für ein Schweigen auf ausdrückliches Vertragsangebot, so hat dieser Grundsatz umsomehr Geltung für stillschweigende Duldung von Handlungen, die Rebenbestimmungen eines geschlossenen Vertrages widersprechen» Dafür, daß die Klägerin etwa die Zuwiderhandlungen der Beklagten gegen die Vereinbarungen über den Skontoabzug in einer Weise geduldet hätte, daß sich die spätere Verweigerung des Skontoabzuges als unvereinbarer Widerspruch zu dem früheren Verhalten und damit als Rechtsmißbrauch darstellt, ist nichts vorgetr^gen worden» Im übrigen hätte sich das Berufungsgericht auch auf das Schreiben der Klägerin vom 9« Oktober 1954 stützen können, in dem es heißts Wenn das Berufungsgericht mit dem Landgericht das Verhalten der Klägerin dahin würdigt, sie habe nur aus Entgegenkommen in einzelnen Fällen über ihre Verpflichtung hinaus Skonto gewährt, ohne.den vertraglichen Zustand ändern zu wollen, so läßt das einen Rechtsirrtum nicht erkennen» Die Beklagte hat mit Regulierungsschreiben vom 18o November 1954 zwei Rechnungen der Klägerin vom 25 o Oktober 1954 über 9«693,80 DM und 3«407»50 DM für Lieferungen von 94 und 41 Tourenrädern Modell 1954 und insgesamt 1«342,20 DM gekürzt« Zur Begründung trägt sie vor: Bür das alte Modell 1954 seien zwar durch die "Hausmittei-lung" vom 23« August 1954 herabgesetzte Listenpreise neu festgesetzt worden« Weil aber auch zu diesen Preisen die Pahrräder nicht zu verkaufen gewesen seien, habe die Klägerin allen Großhändlern einen zusätzlichen Sonderrabatt von 10 fo eingeräumt« Da die Klägerin, wie übrigens im zweiten Rechtszuge unstreitig geworden ist, sich verpflichtet habe, ihr, der Beklagten, dieselben Begünstigungen zu gewähren, die sie anderen Vertretern einräume (sogenannte Gleichstellungsklausel), müsse sie den Rabatt auch ihr gewähren« Dafür, daß die Klägerin allen Großhändlern den Sonderrabatt gewährt habe, hat die Beklagte sich auf das Zeugnis des früheren Direktors der Klägerin, des Abteilungsleiters der Beklagten R^HMI nnd der Großhändler PfMMI und Br^M bezogen« Die Klägerin hat die Behauptungen der Beklagten bestritten« führt, die Beklagte könne sich nicht darauf berufen, daß ihr selbst in den Rechnungen vom 7o und 13* Dezember 1954 und einem Händler GöflHHl in einer Rechnung vom 22« September 1954 ein Rabatt gewährt sei, hat die Revision al- lerdings keinen Angriff vorgebracht« Mit Recht lügt sie aber, daß das Berufungsgericht die angebotenen Beweise nicht erhoben habe« Das Berufungsgericht führt aus, die Behauptung der Beklagten, daß andere Großhändler und Händler den lO^igen Sonderrabatt erhalten hätten, sei unsubstantiiert geblieben* Wenn die Beklagte aus den zahlreichen Rechnungen zwei herausgreife, so hätte sie im einzelnen darlegen müssen, wann, wo und in welcher Weise mit anderen Großhändlern eine Vereinbarung über die Gewährung des Sonderrabatts getroffen worden sei, und in welchen Pallen andere Großhändler den Rabatt erhalten hatten* Das wäre umsomehr geboten gewesen, als die Rechnungen unstreitig herabgesetzte Preise in Ansatz brächten und nach Lage der Sache schon dadurch eine Preisermäßigung durch Gewährung eines weiteren 10?6igen Rabattes ausschlössen* Es fehle ferner jede Einzeldarstellung dar- ^ Uber, daß sich die neuen Listenpreise' nicht hinreichend ausgewirkt und den Verkauf der Fahrräder begünstigt hätten* Die allgemeinen Behauptungen der Beklagten seien nicht geeignet, zu dem Gegenstand einer Beweisaufnahme gemacht zu werden* Dem kann nicht gefolgt werden* Die Beklag te hat im Schriftsatz vom 26* Juni 1956 vorgetragen, im Jahre 1954 seien als Großhändler für die Klägerin außer ihr nur die Großhandelsfirmen PflBHHi und 'tätig geworden* Im übrigen habe die Klägerin ihre Erzeugnisse mit Hilfe eines Vertreterstabes' unmittelbar an die Einzelhändler abgesetzt* Wenn die Beklagte sich auf die Inhaber dieser Firmen zu dem Beweise darauf berief, daß die Klägerin allen Großhändlern den Rabatt eingeräumt habe, so konnte dieser Beweisantritt* nach Lage der Sache nur die Behauptung umfassen, die Klägerin habe den Firmen P^HMHIund BrMV den genannten Rabatt gewährt* Was den Zeitpunkt betrifft, soll die Vereinbarung nach der ersten durch die Hausmitteilung vom 23* August 1954 gewährten Preisermäßigung erfolgt sein* Darauf, wo eine solche Vereinbarung getroffen ist, kahn.es für den Anspruch der Beklagten aus der. Bafür ist aber nichts vorgetragen® Bie Auffassung des Berufungsgerichts, die Beklagte müsse im einzelnen die Beweggründe darlegen, die zu einer Preisermäßigung hätten führen können, stellt eine Überspannung der an die Barlegungspflicht zu stellenden Anforderungen dar* Bie Revision weist mit Recht darauf hin, daß die Beklagte keine Möglichkeit hat, etwaige vor ihr geheim gehaltene Abreden der Klägerin mit den von ihr belieferten anderen Großabnehmern im einzelnen zu erforschen, und daß sie auf die Wiedergabe der ihr zugetragenen Mitteilungen angewiesen ist® Bas Berufungsgericht hätte daher nicht, ohne die angebotenen Beweise zu erheben, der Beklagten einen Anspruch auf den angeblichen Sonderrabatt von 10 # ab sprechen dürfen® Ähnliches wie zu I 4 gilt für den von der Beklagten mit den Regulierungsschreiben vom 5® Juli, 31® Juli, 14® Oktober und 4® November 1954 in Anspruch genommenen Rabatt von 5 #® Bie Beklagte hat die ihr zugegangenen Rechnungen vom 25® Mai, 8®, 14® und 24® Juni, 14® Juli und 11® August 1954 um insgesamt 864,55 BM gekürzt® Sie hat im zweiten Rechtszuge hierzu in teilweiser Abweichung von früherem Vorbringen erklärt, die Klägerin habe im Januar 1954 festgestellt, daß die Händlerschaft nicht be- Das Berufungsgericht ist der Auffassung, daß der Beklagten ein Anspruch auf 5 $> Babatt nicht zustehe«, Es will entgegen dem Vorbringen der Beklagten daraus, daß in vier der Beklagten zugegangenen Rechnungen ein Rabatt berücksichtigt worden ist, und daß mehreren Händlern bei dem Verkauf des Mopeds "Brppp" Rabatte gewährt worden sein sollen, nicht den Schluß ziehen, die Klägerin habe mitihren Großabnehmern eine Vereinbarung über die Gewährung eines Rabattes von 5 $ getroffen* Gegen diese Ausführungen richtet die Revision auch keine Angriffe® Eine weitere Beweiserhebung über das Vorbringen der Beklagten, anderen Großhändlern sei ein allgemeiner Babatt von 5 gewährt worden,♦lehnt das Berufungsgericht ab* Die Behauptung sei, so meint es, unsubstantiiert, da die Beklagte die notwendigen Angaben darüber, wann- wo und mit wem und unter welchen Umständen die Vereinbarung getroffen sein soll, trotz Auflage nicht gemacht habe® In dieser Begründung findet die Revision mit Hecht einen Ver fahrensverstoß* Der unter Beweis gestellte Vortrag der Be klagten muß dahin verstanden werden* daß die Klägerin Dem folgt das Berufungsgericht, wenn es ausführt, die Beklagte habe nicht dargetan - gemeint ist wohl dargelegt -, daß andere Großhändler im Endergebnis besser gestellt worden seien als sie» Hat ein Händler indessen einen Rabatt erhalten, der ihm vorher nicht eingeräumt war-und der auch der Beklagten nicht gewährt wurde, so liegt ein Umstand vor, der dafür spricht, daß dieser Händler vor der Beklagten begünstigt worden ist» Behauptet die Beklagte diesen Sachverhalt, so trägt sie einen Tatbestand vor, der geeignet ist, einen Anspruch auf entsprechende Rabattgewährung entstehen zu lassen» Die Möglichkeit, daß der dem Händler durch den Rabatt zugeflossene Vorteil im Endergebnis durch eine vereinbarte Verschlechterung anderer Vertragsbedingungen wieder wettgemacht wird, brauchte die Beklagte nicht auszuräumen» Waren überhaupt - diese Möglichkeit legt das Berufungsgericht erkennbar zugrunde - mit anderen Großhändlern Vereinbarungen getroffen, von denen die Beklagte ausgenommen worden ist und deren Kenntnis ihr vorenthalten worden ist, so spricht die Vermutung dafür, daß durch solche Vereinbarungen die Lage der anderen Großhändler verbessert worden ist» Auch insoweit trifft der Hinweis der Revision zu? Wenn das Berufungsgericht die Vernehmung der Zeuge» weiterhin deshalb ablehnt, weil die Behauptungen der Beklagten widerlegt seien, so liegt auch darin ein Verfahrensverstoß o Ein Beweisantrag kann allerdings abge-lehnt werden, wenn der völlige Unwert des Beweismittels feststehto Das kann ausnahmsweise auch der Pall sein, wenn unter Berücksichtigung einer bereits durchgeführten Beweisaufnahme Jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß die beantragte Beweisaufnahme Sachdienliches erge-ben und die bereits gewonnene gegenteilige Überzeugung des.Tatrichters erschüttern kann (BGH Urteil vom 4«Juni 1956 - III ZE 258/54 - IM EheinschiffpolVO vom 18- Januar 1939 Nr*2 = NJW 1956,1480) o Davon kann im vorliegenden Palle aber nicht die Eede seino Das Berufungsgericht meint, gegen die Behauptung der Beklagten spreche schon ihr widerspruchsvolles Vorbringen* Die Beklagte hatte .nämlich ursprünglich auch behauptet, die Klägerin habe schon vor dem 1* Januar 1954 den Großhändlern und damit - so ist der Vortrag wohl zu verstehen - auch ihr den all gemeinen Eabatt von 5 $ eingeräumt * Weshalb dieses Vorbringen die Möglichkeit ausschließen soll, daß die benannten Zeugen wenigstens die Behauptung, der Eabatt sei den anderen Großhändlern nach dem 1« Januar 1954 eingeräumt worden, bestätigen können, ist nicht zu ersehen* Das Berufungsgericht meint ferner, bei der unter Beweis gestellten Behauptung der Beklagten bleibe völlig ungeklärt,. Uie Klägerin plante Anfang des Jahres 1954, ihren Vertretern einen Sonderrabatt von 5 ^ zu gewähren, wenn der Umsatz des Jahres 1954 um 50 $> gegenüber dem des Jahres 1953 steige® An die Beklagte,richtete sie am 22® Januar 1954 ein Schreiben, das zu diesem Funkte folgenden Inhalt hats Ihren Anspruch.gegründet sie wie folgt 5 Auf Grund der Hausmitteilung in Verbindung mit der Gleichstellungs-klausel sei der Umsatzrabatt bei tatsächlicher Steigerung um 50 $ zu gewähren® Nach einer ihr bei Übernahme der Vertretung von der Klägerin überlassenen Kundenliste habe die Klägerin in das Gebiet der Beklagten im Bei Fahrrädern sei also eine Umsatzerhöhung um 50. $ erzielt worden® Auf die in den Schreiben der Klägerin vom 22o Januar und 13® April 1954 zugrunde gelegten Umsatzzahlen könne sich die Klägerin nicht berufen« da sie, die Vereinbarung nicht zustande gekommen sei® Die Beklagte Umsatzrabatt einräumen® Die Klägerin habe es durch Gewährung von Schleuderpreisen mehreren Händlern, so den in M0I ermöglicht, auch in ihrem, der Beklagten Ver tretungsbezirk- Mopeds f,BrW 30 und 40 zu niedrigen Freisen anzubieten® Zum Beweise hat sie sich auf das bezogen® Die in ihrem Gebiet verkauften Mopeds müßten? "Br^J®1 50<'nicht geliefert® Wären diese geliefert worden, hätte sich die Umsatzzahl an Mopeds über 50 £ erhöht Die Klägerin widerspricht dieser Auffassung® Die Kundenliste beziehe sich, so meint sie, nicht auf den gesamten 'Vertreterbezirk der Beklagten, vielmehr seien in ihr zwei der Beklagten durch zusätzliche Vereinbarung überlassene Gebiete, darunter das des früheren Vertreters X1000fc 0^ nicht enthalten® Würden die in diesen Gebieten im Jahre 1953 1038 Fahrräder und 230 Mopeds geliefert Beklagte, auf diese Schreiben geschwiegen,habe und eine meint ferner, die Klägerin müsse ihr auch für Mopeds den Firmen Wilhelm 0 Das Berufungsgericht hat der Beklagten einen Anspruch auf Umsatzrabatt nicht zugebilligt• Es führt aus, die Voraussetzungen für die Gewährung des Rabattes seien durch die unwidersprochen gebliebenen Schreiben der Klägerin vom 22a Januar 1954 und 13« April 1954 vertraglich festgelegt worden« Diese Voraussetzungen habe die Beklagte nicht erfüllt« zu demal sie erklärte,, sie glaube der Zustimmung der Beklagten zu deren Vorschlägen sicher zu sein, erwarten,j daß die Beklagte ausdrücklich widerspreche, wenn sie die Vorschläge ab-lehnen sollte« Diese Vereinbarung über die Umsatzzahlen wird entgegen der Meinung der Revision durch die “Hausr* mitteilung” vom 30« Januar 1954 ni-öht berührt« Die «Haus mitteilung” führte nicht eine neue Vergünstigung ein, die etwa über die der Beklagten durch das Schreiben vom 22«, Januar 1954 .eingeräumte hinausgegangen wäre* Sie bestätigte lediglich, daß der plan, eine Sondervergütung zu geben, ein gutes Echo gefunden habe« Das Berufungsgericht geht mit Recht davon aus, daß dieser Sonderrabatt auch der Beklagten gewährt werden sollte und daß die Festsetzung von Umsatzzahlen, nach deren Erreichen die Klägerin der Beklagten den Rabatt einräumen wollte, nichts anderes bedeutet als eine Einigung über die Warenmenge, die zur Errechnung der Umsatzerhöhung als Umsatz des Jahres 1953 gelten sollte* Das Schreiben vom 13® April 1954 enthielt nur eine Wiederholung der Abrede, die durch das Schreiben vom 22* Januar 1954 getroffen war* Das Zustandekommen dieser Abrede hätte durch einen Widerspruch der Beklagten gegen das Schreiben vom 13« April 1954 nicht mehr erschüttert werden können« Eine andere Frage ist, ob die Vereinbarung Uber die Umsatzzahlen etwa ihre Y/irksamkeit hätte verlieren können, wenn die für das Jahr 1953 zugrunde gelegten Umsatzzahlen von 1700 Fahrrädern und 240 Mopeds über dem wirklichen Umsatz lägen« Hätte die Beklagte sich darüber im Irrtum befunden, so hätte ihr möglicherweise der Rechtsbehelf der Anfechtung zugestanden, und bei beiderseitigem Irrtum hätte möglicherweise die Geschäfts-grundlage gefehlt« Die Beklagte hat indessen Tatsachen, die für einen Irrtum sprechen könnten, nicht vorgetrageh« Das Berufungsgericht stellt vielmehr in Übereinstimmung mit dem Landgericht fest, daß bei der Erörterung über den Sonderrabatt sich Schwierigkeiten aus der Gebietsaufteilung ergeben hätten und künftige Gebietsveränderungen schon vorgesehen gewesen seien« Das Berufungsgericht geht also erkennbar davon aus, die Beklagte habe in Rechnung gestellt daß die Kundenliste, in der für das Jahr 1953 die Lieferung von 1038 Fahrrädern und 230 Mopeds verzeichnet ist, nicht den gesamten ihr zu übertragenden Vertreterbezirk umfasse, daß also der Umsatz in dem endgültig festgeleg^ ten Gebiet größer gewesen sei« Damit schließt es die Annahme, die Beklagte habe sich geirrt, aus« folgten Lieferungen als "Gelegenheit sgeschäfte” ersichtlich nur zur Begründung dafür, daß die Beklagte nichts Hinreiches über den Umfang der angeblichen "Schleudergeschäfte" vorgebracht habe® Soweit sich die Revision gegen diese Auffassung wendet, muß ihr der Erfolg versagt bleiben® Die Beklagte hat nur 262 Mopeds abgenommen® Sie wäre also in den Genuß des Rabattes gelangt, wenn sie 93 Mopeds mehr bei der Klägerin bestellt hatte®.Die Beklagte hätte also darlegen müssen, daß die FirmenOfBHHM^ und JfHHI mit Hilfe der ihnen angeblich gewährten Schleuderpreise an Einzelhändler im Gebiete der Beklagten mindestens 98 Mopeds abgesetzt haben« In dieser Hinsicht fehlt es an jeder näheren Darstellung, mit der die Beklagte insbesondere hätte auf- zeigen müssen, in welchem Umfange diese Firmen in ihr Gebiet eingebrochen sind und um wieviel der von ihnen geforderte Freis geringer ist als der, den sie, die Beklagte, ihren Abnehmern hat berechnen müssen» Das, was die Beklagte vorträgt, konnte dem Berufungsgericht nicht einmal zur Unterlage einer Schätzung nach § 287 Abs»l ZPO dienen» Auf den Beweisantritt der Beklagten, der sich nur darauf bezieht, daß die Klägerin den genannten Firmen Schleuderpreise zugebilligt habe, kommt es daher nicht an« Die Beklagte hat ferner angeführt, ihr Schaden.werde erkennbar werden, wenn mittels einer der Klägerin zu machenden Auflage durch die Beweisaufnahme geklärt sei, welche Mengen von "Br^HBs11 sie durch die beiden Firmen im Vertretungs'gebiet der Beklagten verschleudert habe» Die Revision, die mit der Verfahrensrüge aus § 286 ZPO beanstandet, daß das Berufungsgericht in dieser Richtung den Sachverhalt nicht aufgeklärt habe, irrt aber, wenn sie glaubt, der Klägerin habe eine solche Auflage gemacht werden dürfen» Bei Verletzung eines Alleinverkauf srecht es kann zwar ein Auskunftsrecht des Verletzten auf Auskunftserteilung bestehen (BGH Urteil vom 2»April 1957 - VIII ZR 60/56 - HJW 1957>1026)» Dieses Auskunftsrecht muß der Verletzte aber im Wege der Klage verfolgen; die Auskunftserteilung kann dem Verletzer nicht etwa in einem schwebenden'Rechtsstreit durch Auflage aufgegeben werden» bestellten, aber nicht gelieferten Mopeds (,Brf0|N 50 zuzurechnen seien* Zutreffend hat das Berufungsgericht der Ansicht der Beklagten entgegen gehalten, daß nach dem Schreiben der Klägerin vom 22* Januar 1954 das Moped «BrpP« 50 vertraglich vom Sonderrabatt ausgenommen war« Auf die von der Beklagten unter dem Gesichtspunkt de's § 162 BGB aufgeworfene Präge, ob die Klägerin durch die Ablehnung der Bestellung die Entstehung des Rabattanspruches gegen Treu und Glauben verhindert habe, kommt es daher nicht an« von den bis zu dem 18« August 1954 übersandten Rechnungen abgesetzt hat, hinaus, daß ihr für das erste Halbjahr 1954 ein Betrag von 7»500,95 DM und für das zweite Halbjahr i954 ein Betrag von 720,04 BM, insgesamt 8«220,99 als Rabatt gutgebracht werde* Mit dieser Forderung rechnet sie auf« Bei der erneuten Verhandlung wird das Berufungsgericht zu prüfen haben, ob dem Anspruch der Beklagten auf Erstattung des Rabatts etwa die Bestimmung des § 814 BGB entgegensteht* Die Beklagte hat die Kaufpreisforderungen, über welche die ihr vor dem 18* August 1954 übersandten Rechnungen ausgestellt waren* abgesehen von der Kontodifferenz, die sich auf bestimmte Posten bezieht, beglichen* Soweit sie nunmehr verlangt, daß ihr in Höhe von 7*500,95 DM ein Rabatt von 5 # auf die im ersten Halbjahr 1954 gezahlten Beträge gutgebracht wird, stellt sich ihr Begehren als Rückforderung eines Teilbetrages des vermeintlich zuviel gezahlten Kaufpreises dar* Eine solche Rückforderung wäre aber ausgeschlossen, wenn der Beklagten bei der Zahlung die Rabattzusage bekannt gewesen wäre* Sie hätte dann, soweit sie Rechnungen der Klägerin bezahlte, ohne den Kaufpreis um den ihr angeblich zugesicherten Rabatt zu kürzen, in Höhe des Rabats tes zu dem Zwecke der Erfüllung einer Verbindlichkeit ge- . leistet, obwohl sie gewußt hätte, daß sie zur Leistung nicht verpflichtet sei* Bas gleiche könnte hinsichtlich , der auf die Rechnungen des Zeitraumes vom 18* August 1954 bis 23* Juli 1955 geleisteten Zahlungen zutreffen* Sollte das Berufungsgericht zu dem Ergebnis gelangen9 daß die Klägerin den anderen Großhändlern einen allgemeinen Rabatt eingeräurat hat, der auch der Beklagten zusteht? -2o Wenn das Berufungsgericht wiederum den Anspruch der Beklagten auf den Sonderrabatt von 10 $> und den allgemeinen Rabatt von 5 $ nicht für begründet halten sollte, wird es sich mit den weiter hilfsv/eise zur Aufrechnung gestellten Schadensersatzforderungen der Beklagten zu befassen haben, soweit Uber diese nicht durch das zwischen den Parteien in der Sache VIII ZE 189/57 am heutigen Tage ergangene Urteil des Senats rechtskräftig entschieden ist*